Einbrüche und Versicherungsschäden

Versicherungsindex stuft Bremen als zweitgefährlichste Großstadt ein

Gemessen an der Einwohnerzahl liegt Bremen bei der Häufigkeit der Einbrüche in 13 Großstädten auf Platz eins. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von finanzen.de. Auch die Gefahr von Feuer- und Wasserschäden ist hoch.
21.03.2019, 16:12
Lesedauer: 2 Min
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Versicherungsindex stuft Bremen als zweitgefährlichste Großstadt ein
Von Alice Echtermann
Versicherungsindex stuft Bremen als zweitgefährlichste Großstadt ein

Wohnungseinbrüche kommen laut einer Analyse in Bremen gemessen an der Einwohnerzahl häufiger vor als in anderen Großstädten.

Hauke-Christian Dittrich/dpa

Unter 13 Großstädten in Deutschland ist die Gefahr für einen Versicherungsschäden in Bremen am zweithöchsten. Insbesondere bei Einbrüchen, Fahrraddiebstahl und Internetkriminalität schneidet die Hansestadt schlecht ab, verzeichnet also viele Fälle gemessen an ihrer Einwohnerzahl. Aber auch die Wahrscheinlichkeit für einen Schaden durch Feuer, Niederschlag oder Wind ist recht hoch. Das hat eine Analyse von finanzen.de für das Online-Vergleichsportal Comfortplan ergeben.

Wie kommt das Ergebnis zustande?

Die Redaktion von finanzen.de wertete nach eigenen Angaben Daten der Polizeilichen Kriminalstatistiken, der Feuerwehren, des Statistischen Bundesamtes, des Bundeskriminalamtes, des Deutschen Wetterdienstes und des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft aus.

In zehn Kategorien wurden die Großstädte bewertet. Es geht um die Häufigkeit von:

  • Einbruchdiebstahl (pro 1000 Einwohner)
  • Brandstiftung (pro 1000 Einwohner)
  • Skimming (Kreditkartenbetrug am Geldautomaten, pro 1000 Einwohner)
  • Fahrraddiebstahl (pro 1000 Einwohner)
  • Internetkriminalität (z.B. Phishing, Betrug, pro 1000 Einwohner)
  • Feuer (alle Brände, pro 1000 Einwohner)
  • Windgeschwindigkeit
  • Niederschlag (Jahresmenge in Liter/Quadratmeter)
  • Wasserschaden (durch Leitungswasser, pro 1000 Einwohner)
  • Blitzeinschlag (pro Quadratkilometer Stadtfläche)

Bremen belegt hinter Berlin insgesamt im Ranking den zweiten Platz. Bei der Zahl der Einbrüche pro 1000 Einwohnern steht die Hansestadt sogar auf Platz eins. Bei Internetkriminalität, Fahrraddiebstahl, Wasserschäden, Niederschlägen und Windgeschwindigkeit rangiert sie jeweils auf dem zweiten Platz im Vergleich der 13 Großstädte. Ein Lichtblick: In keiner Stadt schlägt der Blitz seltener ein als in Bremen.

Wie ist die Analyse einzuordnen?

Die Analyse legt nahe, in Bremen sei es gefährlicher als zum Beispiel in Leipzig oder in Düsseldorf. Tatsächlich beschreibt sie die Häufigkeit von Versicherungsschäden – und leitet daraus natürlich die Schlussfolgerung ab, dass die Bewohner eine Hausrat- und Gebäudeversicherung abschließen sollten. Das Interesse der Versicherungsbranche ist hier offenkundig. Die Analyse basiert jedoch auf seriösen Daten.

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Die Autoren erklären zudem selbst: Die Häufigkeit von Schäden durch Wasser oder Stürme ist naturgemäß in Regionen nahe der Küste höher. Auch würden Fahrräder gerne in Studentenstädten gestohlen.

Unklar ist, ob bei der Zahl der Einbrüche auch Einbruchsversuche mitgezählt wurden. Denn die Zahl der tatsächlichen Einbrüche in Bremen ist laut Kriminalstatistik seit einigen Jahren rückläufig (2015: 2776 / 2016: 2600 / 2017: 2249 / 2018: 1618), während die Zahl der Einbruchsversuche zugenommen hat.

Hier noch einmal das ganze Ranking der Großstädte

  1. Berlin
  2. Bremen
  3. Hamburg
  4. Ruhrgebiet (Dortmund, Essen, Duisburg)
  5. Leipzig
  6. Köln
  7. Frankfurt am Main
  8. Düsseldorf
  9. Hannover
  10. Nürnberg
  11. Dresden
  12. München
  13. Stuttgart
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