Verweis auf Abstandsgebot

Bremer Gemeinden sagen Gottesdienste ab

Einige Bremer Gemeinden haben sich mit Blick auf die Corona-Zahlen dazu entschieden, ihre Gottesdienste an Heiligabend und darüber hinaus abzusagen. Für die meisten Kirchen war das keine einfache Entscheidung.
23.12.2020, 05:00
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Bremer Gemeinden sagen Gottesdienste ab
Von Maren Beneke
Bremer Gemeinden sagen Gottesdienste ab

Einige katholische und evangelische Gottesdienste werden auch in Bremen in diesem Jahr ausfallen.

Marijan Murat / dpa

Die Stimmen, die angesichts hoher Infektionszahlen eine Absage von Gottesdiensten gefordert haben, sind in den vergangenen Tagen immer lauter geworden. Auch in Bremen haben sich nun mehrere Gemeinden dazu entschieden, ihre Veranstaltungen entgegen der Planungen doch nicht mehr stattfinden zu lassen. Die Martin-Luther-Gemeinde in Findorff hat, wie Pastor Norbert Harms mitteilte, beschlossen, alle Gottesdienste vom 24. bis zum 31. Dezember ausfallen zu lassen. „Nach einer ausführlichen Debatte hat sich die Meinung durchgesetzt, dass wir damit ein klares Zeichen setzen, auch an Weihnachten und Silvester die Kontaktbeschränkung zu unterstützen und einer Ausweitung der Pandemie zu begegnen“, sagte Harms.

Auch die Gemeindevertretung der evangelischen Kirchengemeinde Oberneuland hat sich nach eigenen Angaben dazu entschieden, „aufgrund der Pandemie-Entwicklung auf Gottesdienste am Heiligabend verzichten.“ Im Umfeld der Kirche werde also keine Veranstaltung stattfinden. Gleiches ist von St. Nikolai Mahndorf und St. Johannis Arbergen zu hören: „Die Kirchenvorstände haben sich zu der Entscheidung durchgerungen, in diesem Jahr die Gottesdienste zu Heiligabend und Weihnachten abzusagen“, hieß es in einer Mitteilung. Bis zum 3. Januar fallen demnach alle für drinnen und draußen geplanten Gottesdienste aus. „Wir müssen Verantwortung für unser aller Gesundheit übernehmen“, hieß es.

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Auch die Gottesdienste in der Christuskirche Woltmershausen werden am Heiligen Abend ausfallen. Diesen Entschluss habe der Gemeindevorstand getroffen, „weil es nicht ausgeschlossen werden kann, dass es zu längeren Schlangen an der Woltmershauser Straße kommt“, teilte die Gemeinde nun mit. Abstand und Sicherheit könnten so nicht garantiert werden.

Die Superintendentin habe dringend empfohlen, Veranstaltungen wegen der Kontaktbeschränkungen abzusagen – daran hält sich die evangelisch-methodistische Kirche Bremen laut Mitteilung bis einschließlich 10. Januar. Auch der von der katholischen Gemeinde St. Raphael auf der Galopprennbahn geplante Gottesdienst wird nicht stattfinden, hieß es seitens des katholischen Gemeindeverbands.

Anders als während der ersten Corona-Welle zu Ostern hatten sich Bund und Länder vor eineinhalb Wochen trotz der jetzt noch deutlich höheren Infektions- und Todeszahlen gegen ein Verbot von öffentlichen Weihnachtsgottesdiensten während des harten Lockdowns entschieden. Allerdings gelten in den Kirchen strenge Regeln wie eine Maskenpflicht, ein Abstandsgebot und auch ein Gesangsverbot. Die großen christlichen Kirchen hatten mit großem Verständnis auf die Einschränkungen reagiert.

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