Flashmob im Weserpark Video aus Bremen wird zum Internethit

Ein kleines Mädchen steht schüchtern im Weserpark und bittet Passanten um Hilfe. Als diese kommt, singt plötzlich ein Chor ein bekanntes Weihnachtslied. Das Video des Bremer Musikers Chris Lass wird ein Hit.
07.12.2016, 00:00
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Video aus Bremen wird zum Internethit
Von Jan-Felix Jasch

Ein kleines Mädchen steht schüchtern im Weserpark und bittet Passanten um Hilfe. Als diese kommt, singt plötzlich ein Chor ein bekanntes Weihnachtslied. Das Video des Bremer Musikers Chris Lass bewegt.

Das Video wurde im sozialen Netzwerk Facebook in nicht einmal einer Woche fast 450.000 Mal aufgerufen und verbreitet sich weiterhin rasend schnell. „Ein solches Echo hätte ich niemals erwartet“, sagt Chris Lass überrascht, „das ist das erste meiner Videos, das so steil geht.“ Zunächst habe er auch gar nicht bemerkt, dass sein Video so viele Reaktionen hervorrufe. Erst, als vermehrt Freunde bei ihm anriefen, wurde sich Lass der Tragweite seiner Aktion bewusst.

Dabei war sie am Anfang gar nicht so groß geplant. „Ich wollte jemandem etwas zu Weihnachten schenken“, erklärt Lass. Dies sei jedoch als einfacher Musiker gar nicht so einfach, wie er sagt. Schließlich kam ihm die Idee eines Flashmobs, also einer spontanen Menschenmasse, die jemandem etwas schenken könnte – ein Weihnachtslied zum Beispiel. Aber das war ihm zu alltäglich, es sollte doch ein wenig spezieller sein. Lass dachte seine Idee weiter und kam zu dem Schluss, dass die Menschenmasse ein großer Chor sein sollte, der Weihnachtslieder singt. Das Besondere daran war, dass der Chor „nicht für ein ganzes Publikum, sondern nur für einen speziellen Menschen singt“, erklärt der Musiker. Und diese Menschen waren diejenigen, die auf das kleine Mädchen im Weserpark zugegangen sind.

Die Umsetzung der Idee sei ein ziemlicher Aufwand gewesen, erzählt Lass. „Wunderkerzen mussten gekauft werden, Seifenblasen auch, und natürlich mussten wir auch den Betreiber des Weserparks informieren.“ Der Chor musste sich möglichst unauffällig verhalten. So sahen die Sängerinnen und Sänger wie normale Besucher des Weserparks aus. Drei Sängerinnen trugen sogar Putzkittel und schoben einen Reinigungswagen vor sich her, um nicht erkannt zu werden.

Eine weitere Schwierigkeit war, dass der Chor an der passenden Stelle den Gesang beginnt. „Da mussten wir schon eine Weile proben“, so der 33-Jährige. Denn einerseits sollten die Sänger gemeinsam anfangen zu singen. Andererseits sollte das aber auch nicht zu früh der Fall sein. Und das hat geklappt – Lass war begeistert von dem Ergebnis: „Es war wirklich toll, wie alles zusammengepasst hat.“

Als das Projekt dann im Weserpark umgesetzt wurde, fand Lass vor allem das Verhalten der Besucher spannend. „Wenn die ersten an dem Mädchen vorbeigegangen waren, dachten die nächsten wohl auch, dass sie nicht helfen müssten“, berichtet er. Trotzdem war er froh, dass sich doch viele Besucher des Weserparks um das scheinbar hilflose Mädchen kümmerten. Am schönsten sei es gewesen, als eine Kindergruppe auf das Mädchen zugegangen sei und ihm Hilfe angeboten habe. Auch für sie sang der Chor. „Allerdings haben wir diesen Teil nicht mit in das Video genommen, denn wir hätten von allen Eltern das Einverständnis einholen müssen.“

Wenn der Chor einmal gesungen hatte, verließ er das Shoppingcenter für eine halbe Stunde. „Wir mussten ja warten, bis das Center sich wieder neu gefüllt hatte“, sagt Lass. Er kann sich vorstellen, weitere Aktionen dieser Art durchzuführen. „Allerdings sind der Chor und ich während der Weihnachtszeit eingespannt.“ Am 17. Dezember treten sie um 19.30 Uhr im Konzertsaal Freien Christengemeinde Bremen, Am Mohrenshof 1, auf. Einen Tag später findet ein Konzert in Delmenhorst statt, das sei allerdings bereits nahezu ausverkauft.

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