Am Weserstadion geplant

Kritik an der Video-Wand ebbt nicht ab

Der Beirat Östliche Vorstadt befasste sich erneut mit der geplanten Video-Wall am Weserstadtion. Denn die Anwohner lassen nicht locker, der Protest ebbt nicht ab.
19.04.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Kritik an der Video-Wand ebbt nicht ab
Von Sigrid Schuer
Kritik an der Video-Wand ebbt nicht ab

An der Video-Wall, die an der Außenseite des Weserstadions angebracht werden soll, gibt es weiterhin Kritik.

PETRA STUBBE

Dass die Kritik an der Video-Wall, die Sponsor Wohninvest an der Außenseite des Weserstadions anbringen lassen will, längst nicht abgeebbt ist, wurde auch auf der jüngsten, virtuellen Sitzung des Beirates Östliche Vorstadt deutlich. Anwohnerin Sigrid Holst wollte wissen, ob denn schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft seien, um die riesig dimensionierte Video-Reklame-Wand, „dieses Monster vor unserer Haustür“ noch verhindern zu können. Erst vor Kurzem hatte eine Bürgerinitiative eine Liste mit vielen Unterschriften gegen die besagte Video-Wall beim Ortsamt eingereicht.

Eine weitere Frage, die die Anwohnerin an den Beirat Östliche Vorstadt richtete: Besteht die Möglichkeit, Kontakt zur Baubehörde herzustellen? Manuela Jagemann vom Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt erläuterte, dass die Möglichkeiten des Beirates, der sich bereits dezidiert gegen die Anbringung einer solchen Video-Wand ausgesprochen hatte, ausgeschöpft seien. „Wir haben den Bürgerantrag zustimmend an die zuständige Baubehörde weitergeleitet. Mehr können wir leider nicht tun“, räumte Jagemann ein. Der Beirat habe nicht die Macht, die Aufstellung zu verbieten. Sie riet der Anwohnerin, weiter Öffentlichkeit in dieser Angelegenheit herzustellen, fügte aber auch hinzu: „Das ist zweifellos ein dickes Brett!“ Steffen Eilers (Grüne), Sprecher des Beirates Östliche Vorstadt, bekräftigte noch einmal: „Was Sie da vertreten, ist auch die Position des Beirates. Diese Video-Wall in der Pauliner Marsch ist nicht angemessen.“ Eilers unterstrich ausdrücklich, dass er sich sehr über diese Nachbarschaftsinitiative freue.

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Stefan Schafheitlin von der Bürgerinitiative Leben im Viertel stellte indes die Frage, was im Zusammenhang mit der Aufstellung der umstrittenen Video-Wall das Faktum bedeuten könnte, dass Bremen künftig die Hälfte der Anteile übernehmen soll, die die Stadt bislang über die Wirtschaftsförderung (WFB) an der Bremer Weserstadion GmbH (BWS) hält. Hintergrund sei die finanzielle Entlastung der WFB (wir berichteten). Zusätzlich wäre die Steuerung der Gesellschaft, deren andere Hälfte dem SV Werder gehört, für die öffentliche Hand ohne den Zwischenschritt über die WFB unkomplizierter, zum Beispiel, wenn es um „die Weiterentwicklung des städtischen Stadion-Umfelds“ und die Nutzung des Stadions für andere Veranstaltungen als Fußball ginge, hieß es zu Beginn vergangener Woche in einer Senatsvorlage. Stefan Schafheitlin befürchtet einen kausalen Zusammenhang mit dem geplanten Werder Leistungszentrum, das zunächst einmal auf Eis gelegt worden ist. „Was soll diese ominöse Aussage bedeuten?“, wollte er wissen. Ortsamtsleiterin Hellena Harttung will nun mit einer Nachfrage zur Zielsetzung Licht ins Dunkel bringen. Schafheitlin bezeichnete zudem das Einigungsverfahren in puncto Video-Wall zum wiederholten Mal als fragwürdig. Es könne doch wohl nicht seien, dass die letzte Entscheidung im Endeffekt von einer der Streitparteien getroffen werde.


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