Verschönerungsmaßnahmen in der Kantstraße sorgen für Aufregung Viel Lärm um Parkplätze in der Neustadt

Neustadt. Straßenarbeiten könnten so einfach sein: Fahrbahnbelag auf, Kanal rein, Fahrbahndecke zu. Im Falle der Kantstraße verhält es sich anders.
20.04.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Annica Müllenberg

Straßenarbeiten könnten so einfach sein: Fahrbahnbelag auf, Kanal rein, Fahrbahndecke zu. Im Falle der Kantstraße verhält es sich anders. Jüngst strömten 70 meist aufgebrachte Anwohner in die Sondersitzung des Ausschusses „Bau, Umwelt und Verkehr“, um mehr über die Planungen des Amtes für Straßen und Verkehr (ASV) zu erfahren. Sie hatten eine Beschwerde zu Papier gebracht, weil sie sich übergangen fühlten.

Knackpunkt: Nicht nur der Kanal wird ausgetauscht. Das Straßenbild soll verändert und Bäume sollen gepflanzt werden, dafür fallen Parkplätze weg. Ein brisantes Thema in einem Gebiet, in dem jeder Zentimeter zählt und der Parkplatzdruck seit Jahren zunimmt. Beim Bürgerbeteiligungsverfahren vor zwei Jahren hieß es noch: „Kein Parkplatz soll verschwinden“, will sich ein Anwohner erinnern. „Wir hatten nur die Information, dass die Kanalarbeiten starten, nicht jedoch, dass weitere Veränderungen anstehen“, macht ein Anwohner – auf die seiner Meinung nach mangelnde Kommunikation seitens des Beirates – seinem Ärger Luft. Die Mehrheit der Sitzungsteilnehmer will nicht mehr Grün, sondern einen sicheren Platz für das Auto – am besten Anwohnerparkplätze. Warum nicht weiterhin an- und aufgesetzt auf dem Gehsteig parken? „Weil es andere Verkehrsteilnehmer benachteiligt. Zudem ist aufgesetztes Parken verboten und wird in der Neustadt nur geduldet“, erläutert Bianca Droß vom ASV.

Die geplanten Änderungen sehen eine einheitliche Straßenoberfläche für die gesamte Kantstraße vor. Ein durchgängiger Asphaltstreifen in der Mitte kommt den Radfahrern entgegen. Mit Pflastersteinen gelegte Parkflächen sollen abwechselnd links und rechts vom Gehweg eingerichtet werden – „alternierendes Parken“ wird dies im Fachjargon genannt. Unterbrochen sind die wechselnden Stellflächenbereiche von Baumschlaufen, so ist es auf dem Plan zu sehen. Vor der Schule steht die Sicherheit der Kinder an erster Stelle. Deshalb sollen dort keine Autos mehr stehen, dafür aber Fahrradbügel. Alles in allem schrumpft die Zahl der Stellplätze dadurch, aber man werde allen Verkehrsteilnehmern gerecht. Durch die versetzt stehenden Bäume – circa vier sind geplant – und das abwechselnde Parken wird Rasern Einhalt geboten. Müllfahrzeuge, Rettungswagen, Menschen mit Rollatoren und Rollstühlen können hingegen auf dem Gehweg ungehindert passieren.

Der Fachausschuss beschloss einstimmig, die vom ASV vorgestellten Maßnahmen durchführen zu wollen. Nachdem die Ingenieurin Droß weitere Fragen der Anwohner geklärt hatte, war auch die eine oder andere zaghafte Zustimmung aus dem Publikum zu hören.

Insgesamt zeigte sich die Ortsamtsleiterin Annemarie Czichon mit dem Abend zufrieden, der teilweise sehr emotional verlief. Gemeinsam wurden gute Anregungen zusammengetragen. So wolle der Beirat weiterhin prüfen, inwieweit eine Umsetzung von Anliegerparkplätzen möglich sei. Auch der Hinweis nach alternativen Stellmöglichkeiten in der Gastfeldstraße während der Bauphasen sei „eine gute Idee“. „Wir werden darüber Gespräche führen“, so Czichon.

Nach Aussagen von Hansewasser werden die Arbeiten im ersten Bauabschnitt (Thedinghauser Straße bis Gastfeldstraße) Ende Mai abgeschlossen sein – zwei Monate später als geplant. Grund seien einerseits technische Probleme, aber auch die Diskussion mit den Anwohnern gewesen.

Mit der Vollsperrung im Abschnitt zwei (Gastfeld- bis Kornstraße) ist ab Ende April zu rechnen. Sie dauert voraussichtlich bis September an. Im Anschluss startet die Kanalsanierung im letzten Bereich (Kornstraße bis Neustadtscontrescarpe). Normal befahrbar ist die Straße dann voraussichtlich wieder ab März 2015. Gearbeitet wird von sieben bis 16 oder 17 Uhr, teilweise auch sonnabends.

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