Unabhängige Wähler Lemwerder präsentieren sich erstmals

Viele Fragen bleiben offen

Lemwerder. Es ist ihr erster Auftritt in der Öffentlichkeit. Die Mitglieder der Unabhängigen Wähler Lemwerder (UWL) haben sich am vergangenen Sonntag in der Begegnungsstätte erstmals persönlich vorgestellt.
21.06.2016, 00:00
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Es ist ihr erster Auftritt in der Öffentlichkeit. Die Mitglieder der Unabhängigen Wähler Lemwerder (UWL) haben sich am vergangenen Sonntag in der Begegnungsstätte erstmals persönlich vorgestellt. Nach einem Vortrag diskutierten sie mit den Besuchern.

„Wir wollen Lemwerder bunter machen“ – so lautet die Prämisse der UWL. Damit dieses Vorhaben gelingt, muss nach Auffassung der Mitglieder die fast schon traditionelle absolute SPD-Mehrheit im Gemeinderat bei der bevorstehenden Wahl am 11. September gekippt werden. Nur so könne eine transparentere, bürgernähere Gemeindepolitik als bisher entstehen.

Die am 22. Mai als Verein gegründete UWL versteht sich jedoch nicht als Partei: „Als unabhängige Wählergemeinschaft unterliegen wir keinem Fraktionszwang“, erklärte der Öffentlichkeitsbeauftragte Karl-Heinz Thomes. „Das heißt, unsere Interessen könnten und würden bei einem Wahlerfolg Berührungspunkte mit Forderungen unterschiedlicher Parteien aufweisen. Wenn eine Idee gut ist, sollte schließlich zweitrangig sein, von wem sie stammt.“ Für keine gute Idee halten die derzeit 15 Mitglieder der UWL hingegen den geplanten Bau der Osttangente. Auch die Umformung der gemeindeeigenen Grundschule zur Ganztagsschule (wir berichteten) kritisieren sie. Diese beiden Themen und den Erlass einer Baumschutzverordnung stellte die UWL in den Mittelpunkt ihres ersten Auftritts.

Ein komplettes Wahlprogramm existiert jedoch noch nicht. Ein solches soll rechtzeitig vor der Wahl erarbeitet und entsprechend veröffentlicht werden, versprach der UWL-Vorsitzende Michael Lühmann. Er stellte sich mit der gesamten Wählergemeinschaft der gut besuchten Diskussion im Saal der Begegnungsstätte.

„Wir möchten uns mit dieser Veranstaltung zunächst bekannt machen und Menschen ansprechen, die sich ebenfalls in ihrer Gemeinde engagieren und etwas verändern wollen“, erklärte UWL-Mitglied Rainer Wohlers den Hintergrund der Veranstaltung. Sie kommt zu einem Zeitpunkt, zu welchem die UWL zu manchen Sachfragen noch keine einheitliche Position benennen kann. Zur Flüchtlingspolitik gibt es etwa noch keine gemeinsame Haltung. „Wir haben unseren Fokus zunächst vor allem auf die Themen gerichtet, die aktuell im Rat diskutiert werden und suchen für viele Themen noch entsprechend bewanderte Mitglieder“, offenbarte Lühmann.

Allerdings handele es sich bei der UWL schon jetzt nicht „um einen Verein unbedarfter Enthusiasten, sondern um Menschen mit verschiedenen beruflichen Hintergründen und breit gefächerten Sachkenntnissen“, erklärte Lühmann. „Die meisten von uns haben in den vergangenen drei Jahren nahezu jede öffentliche Ratssitzung verfolgt und sich hierdurch ein Bild vom gemeindepolitischen Tagesgeschäft gemacht“, ergänzte Hermann-Robert Meyer. Andere Mitglieder verwiesen auf die Kompetenzteams der UWL.

Dass bis zur Gemeinderatswahl am 11. September noch ein gutes Stück Konstituierungsarbeit vor ihnen liegt, ist den Mitgliedern der UWL bewusst. Direkt im Anschluss an die Veranstaltung setzten sie sich zusammen, um über einen geeigneten Spitzenkandidaten zu sprechen.

Über Facebook und eine Homepage will die UWL die Bürger über ihre Positionen informieren – und damit ihrer Forderung nach mehr Transparenz gerecht werden.

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