Bau des Quartiersbildungszentrums verschoben / Finanzierung der Kernprojekte weiterhin offen Viele offene Baustellen in Blockdiek

Blockdiek. Eigentlich sollten an der Grundschule Düsseldorfer Straße die Bauarbeiter schon fleißig sein: Für Ostern war der Startschuss für das neue Quartiersbildungszentrum geplant. Jetzt wurde der Baubeginn auf den 24. Juni verschoben. Nach den neuen Plänen wird das Zentrum größer - und mehr als doppelt so teuer. Und darüber hinaus gibt es noch weitere offene Baustellen im Quartier: zum Beispiel die finanzielle Absicherung wichtiger Einrichtungen in Blockdiek.
07.04.2010, 14:50
Lesedauer: 3 Min
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Von Melanie Öhlenbach

Blockdiek. Eigentlich sollten an der Grundschule Düsseldorfer Straße die Bauarbeiter schon fleißig sein: Für Ostern war der Startschuss für das neue Quartiersbildungszentrum geplant. Jetzt wurde der Baubeginn auf den 24. Juni verschoben. Nach den neuen Plänen wird das Zentrum größer - und mehr als doppelt so teuer. Und darüber hinaus gibt es noch weitere offene Baustellen im Quartier: zum Beispiel die finanzielle Absicherung wichtiger Einrichtungen in Blockdiek.

Ursprünglich sollten die Räume für das das Quartiersbildungszentrum auf dem Gelände der Grundschule Düsseldorfer Straße ebenerdig an den Familientreff angeschlossen werden. Die Einrichtung im Erdgeschoss des Schulgebäudes sollte um zwei kleine Räume mit großen Fenstern und jeweils etwa 20 Quadratmetern erweitert werden. Nach einem Besuch vor Ort erschien der Behörde diese Konzeption allerdings nicht mehr ganz so ideal - auch weil sie das Gebäudeensemble mit der Aula zerstört hätte.

Bauen im Bestand

Stattdessen soll jetzt im Bestand gebaut werden - genauer gesagt: über dem Familientreff. Die Lehrerarbeitsplätze der Grundschule im ersten Stock würden in ein anderes Gebäude verlegt und die Räume anschließend zum Quartiersbildungszentrum umgebaut, erklärt Peter Schulz, Sprecher von Immobilien Bremen. Der erste Stock soll über eine neue Stahlwendeltreppe mit dem Erdgeschoss verbunden werden.

Mit einem Veranstaltungsraum und einem Büro sowie weiteren Nebenräumen würden für das Quartiersbildungszentrum knapp 86 Quadratmeter zur Verfügung stehen - mehr als doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Der neue Baubeginn ist für den ersten Tag der Sommerferien, 24. Juni, festgelegt. Die Arbeiten sollen nach sechs Wochen beendet sein. 'Wir werden pünktlich zum neuen Schuljahr fertig', verspricht Karla Götz, Pressesprecherin des Bildungsressorts.

Die Planänderung der Behörde kostet allerdings einiges mehr: Ursprünglich sollte das Quartiersbildungszentrum 87000 Euro kosten, jetzt wird das Bildungsressort gut 220000 Euro zahlen müssen. 'Die Verlegung der Lehrerarbeitsplätze und die Stahltreppe treiben die Kosten nach oben', erklärt Peter Schulz.

Bessere Räume

Die bauliche Neukonzeption wird indes im Quartier begrüßt: 'Für bestimmte Beratungsgespräche ist es einfach besser, einen geschlossenen Raum zu haben, in den nicht jeder einfach so reinschauen kann', sagt Stefan Kunold von der Hans-Wendt-Stiftung, der den Aufbau des Quartiersbildungszentrums leitet. Auch dass es einen größeren Veranstaltungsraum geben wird, der auch für andere Einrichtungen des Quartiers offen sein soll, freut ihn. 'Viele andere Einrichtungen in Blockdiek haben so etwas nicht.'

Auch wenn der Bau noch auf sich warten lässt, nimmt das Quartiersbildungszentrum inhaltlich langsam Gestalt an: Auf einem Workshop Anfang März haben Kindergärten und Schulen bereits erste Ziele festgelegt. Die Angebote der Einrichtung sollen sich zwar vorrangig an Kinder zwischen null und zwölf Jahren und deren Angehörige richten, aber auch die Belange des Quartiers mit berücksichtigen, sagt Kunold. Gezielte Sprachförderung, die Verbesserung der Lebensbedingungen trotz (Kinder-)Armut stehen ebenso auf der Agenda wie eine Förderung des interkulturellen Miteinanders im Quartier.

In ihrem Aktionsplan haben sich die am Workshop beteiligten Einrichtungen - vorwiegend Kindergärten und Schulen - beispielsweise darauf verständigt, dass ihre Mitarbeiter bis 2015 ein interkulturelles Kompetenz-Training absolvieren sollen. 'In Blockdiek leben 60 Prozent Migranten. Meist gibt es aber nur deutsche Mitarbeiter in den Einrichtungen, und dann wundert man sich, warum die Leute sich nicht verständigen können', sagt Kunold.

Blockdieker Paten

Eine andere Idee sind die 'Blockdieker Paten': Jedes Kind soll zwei Kontaktpersonen bekommen, die es in seinem Werdegang begleiten. 'Die Paten könnten zum Beispiel regelmäßig mit dem Kind in die Bücherei oder ins Museum gehen', meint Kunold.

Eine andere Idee sind die 'Blockdieker Paten': Jedes Kind soll zwei Kontaktpersonen bekommen, die es in seinem Werdegang begleiten. 'Die Paten könnten zum Beispiel regelmäßig mit dem Kind in die Bücherei oder ins Museum gehen', meint Kunold.

Allein werden das Quartiersbildungszentrum und sein Manager diese Ziele aber nicht erreichen. Daher setzt Kunold auch auf eine gute Vernetzung und Kooperation mit anderen Einrichtungen im Ortsteil. 'Wir wollen nicht alles unter einem Hausdach, aber unter einem inhaltlichen Dach', sagt er.

Dafür müssen die Einrichtungen aber auch weiter bestehen bleiben können. Ohne künftige Förderung aus öffentlichen Mitteln sieht die Zukunft von Aussiedler-Freizeit-Treff, Mütterzentrum und Computer-Treff jedoch düster aus. Die 25 000 Euro aus dem Stabilisierungsfonds, die das Bau- und das Sozialressort zur Verfügung stellen, laufen Ende des Jahres aus. Sollte bis Herbst keine Lösung für die Übernahme der Betriebskosten in Höhe von jeweils rund 7000 Euro gefunden sein, droht den Einrichtungen die Pleite. Zwar gibt es nach Aussagen von Ortsamtsleiter Ulrich Schlüter 'erste Signale' aus den Ressorts - unter Dach und Fach ist aber noch nichts.

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