Rund 200 Besucher bei 'Bremen plant - mach mit' in der Hochschule der Künste im Speicher XI

Viele Westler wollen am Leitbild mitfeilen

Bremen-West. Auch wenn sein Name einen eher spröden Charme verströmt: Der Flächennutzungsplan ist für Senatsbaudirektor Franz-Josef Höing 'der Klassiker im Instrumentenkoffer des Stadtplaners' - schließlich lassen sich hier klare Ziele und Konturen zusammentragen. Wer sind wir und was tun wir für Bremen? Und wer wären wir gerne? Dies zu formulieren, waren nun Beiräte und Bürger aller 22 Stadtteile aufgerufen. Ihre Angaben sollen als Grundlage für den neuen Flächennutzungsplan dienen.
07.02.2010, 08:30
Lesedauer: 2 Min
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Von Anne Gerling

Bremen-West. Auch wenn sein Name einen eher spröden Charme verströmt: Der Flächennutzungsplan ist für Senatsbaudirektor Franz-Josef Höing 'der Klassiker im Instrumentenkoffer des Stadtplaners' - schließlich lassen sich hier klare Ziele und Konturen zusammentragen. Wer sind wir und was tun wir für Bremen? Und wer wären wir gerne? Dies zu formulieren, waren nun Beiräte und Bürger aller 22 Stadtteile aufgerufen. Ihre Angaben sollen als Grundlage für den neuen Flächennutzungsplan dienen.

Mitmachen, wenn die Pflöcke für die Jahre bis 2020 eingerammt werden - bei den Bremern kam das gut an, rund 200 Besucher zählten die Organisatoren am Freitag in der Kunsthochschule im Speicher XI. Mit der Präsentation aller Stadtteile sollte dort zunächst vor allem über den eigenen Tellerrand hinausgeschaut und der Blick für die Belange der anderen geöffnet werden.

Ein Bürgerhaus und eine bessere Anbindung im öffentlichen Personennahverkehr - das wünscht sich etwa der Findorffer Beirat. Langfristig sähe das Gremium dort gern eine Straßenbahnlinie - doch fürs Erste würde es auch schon reichen, wenn die Buslinien 26 und 28 häufiger verkehrten. Wichtig ist den Findorffern außerdem, dass alle Grundschulen zu Ganztagsschulen werden und dass sich eine stadtteilverträgliche Nachfolgenutzung für das 'Gestra-Gelände' findet. Was man im Gegenzug für die Stadt tut, davon kann wohl jeder Findorffer ein Lied singen - schließlich muss der Stadtteil regelmäßig zum Freimarkt große Besucherströme verkraften.

Wunschzettel des Waller Beirats

Die Umgestaltung des Wartburgplatzes, die Revitalisierung Osterfeuerbergs und vor allem eine Weiterentwicklung und bessere Anbindung der Überseestadt an den restlichen Stadtteil über die als Grenze empfundene Hafenrandstraße hinaus: Dies steht ganz oben auf dem Wunschzettel des Waller Beirats. Auch für mehrere Kultureinrichtungen, deren Strahlkraft längst über die Grenzen Walles hinausreicht, erwartet man sich dort mehr Unterstützung. Hilfe braucht man außerdem bei der Entwicklung der Waller Feldmark zu einem grünen Naherholungsgebiet - ein wichtiger Gegenpol zur Mülldeponie, die ebenfalls zu Walle gehört.

Selbstbewusst verweisen die Gröpelinger auf ihre wichtige Funktion als gesamtstädtischer Integrations- und Industrieschwerpunkt. Die Stadt, ist man überzeugt, darf den Stadtteil bei diesen wichtigen Aufgaben aber nicht alleine lassen und sollte zum Beispiel dabei helfen, attraktiven und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Auch mehr Geld für Bildung, Soziales und Kultur wünscht man sich hier - und natürlich eine bessere ÖPNV-Anbindung vor allem des Ohlenhof-Quartiers.

Arbeitsgruppen hinterfragen Ausstellungsinhalte

In mehreren Arbeitsgruppen wurden die Ausstellungsinhalte am vergangenen Sonnabend hinterfragt und weiterentwickelt. Dabei ging es etwa um Bremer Netzwerke, unterschiedliche Milieus, Jugendliche im Stadtteil, den Standortfaktor 'Kultur', Zwischennutzungen leer stehender Flächen und Gebäude sowie um das Thema 'Nachhaltigkeit'. Momentan werden die Ergebnisse der Workshops ausgewertet. Sie sollen am Mittwoch, 17. Februar, ab 16.30 Uhr mit Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) und Bausenator Reinhard Loske (Grüne) in der Oberen Rathaushalle diskutiert werden. Auch die Ausstellung, in der sich alle 22 Stadtteile präsentieren, ist dort an diesem Tag von 16.30 bis 19.30 Uhr zu sehen.

Nähere Infos unter www.stadtentwicklung.bremen.de.

 

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