Nach Sturmwarnung Vier Flüchtlingzelte in Bremen evakuiert

Der Krisenstab in der Sozialbehörde hat entschieden: Wegen der Sturmwarnungen für Bremen werden jetzt die Zelte, in denen Flüchtlinge untergebracht sind, evakuiert.
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Vier Flüchtlingzelte in Bremen evakuiert
Von Frauke Fischer

Um 18 Uhr am Dienstag ist es entschieden worden: Wegen der Sturmwarnung des Deutschen Wetterdienstes sollten die 1400 Flüchtlinge, die in Zelten leben, ihre Unterkünfte verlassen und die Nacht in Schulen verbringen.

Sieben Gelenkbusse brachten Fahrer der Bremer Straßenbahn AG zu den Standorten in der Überseestadt, an der Universität und im Wohnpark Oberneuland, um dort die Menschen aufzunehmen und zu den ausgeguckten Adressen zu bringen. Die Flüchtlinge in den Zelten auf dem BreNor-Gelände in Blumenthal legten den Weg zum Schulzentrum Blumenthal zu Fuß zurück.

Es wehte am frühen Abend schon ganz ordentlich um die Zelte am Überseetor, als die Gelenkbusse dort vorfuhren, um die Menschen einzusammeln. Gleich nach der Entscheidung des Krisenstabs in der Sozialbehörde lief die Maschinerie an. Bereits als Flüchtlinge die Zelte bezogen hatten, war ein Evakuierungsplan aufgestellt worden. Die BSAG schickte sieben Fahrzeuge raus. In den Unterkünften waren die Frauen, Männer, Kinder und Jugendlichen von Mitarbeitern bereits bei der Essensausgabe am frühen Abend auf die Evakuierung vorbereitet worden und hatten ihre wichtigsten Sachen zusammengesucht.

Unterrichtsausfall ist absehbar

Sie erhielten ihr Essen in Form von Lunchpaketen, die sie dann notfalls in die Notunterkünfte in die Gesamtschule West (GSW), das Schulzentrum Ronzelenstraße, die Gesamtschule Ost (GSO) und die Oberschule an der Egge mit dem Schulzentrum Blumenthal nehmen konnten. Und sie erfuhren auch, dass sie in ihre Zelte zurückkehren sollten, sobald sich der Sturm am Mittwochmorgen gelegt habe. Mitarbeiter und Wachleute begleiteten die Flüchtlinge. Sicherheitsdienste beaufsichtigten die Zelte während der Nacht, hieß es am Abend aus der Sozialbehörde. Helferinnen und Helfer des THW stellten Feldbetten in den Schulen auf.

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Vorgesehen war ursprünglich, dass die Schulen am Mittwochmorgen möglichst vor Unterrichtsbeginn wieder geräumt würden. Doch da die Unwetterwarnung vor schweren Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Kilometern pro Stunde bis Mittwochmorgen 10 Uhr galt, baten Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) und Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) am Dienstagabend vorsorglich um Verständnis bei Lehrern, Schülern und Eltern für den Unterrichtsausfall.

„Die Flüchtlinge in den Zelten leben ohnehin schon unter den schwierigsten Bedingung von allen“, sagte Stahmann. Sie bedauere, dass auch Unterrichtsausfälle möglicherweise nicht ganz zu vermeiden sein würden. Die Abläufe seien aber so geplant, dass der Schulbetrieb nur so weit beeinträchtigt werde wie unbedingt erforderlich.

Nach Auskunft der Bildungsbehörde fällt der Unterricht am heutigen Mittwoch an der GSO aus, es gibt aber eine Notfallversorgung. An der GSW findet der Unterricht statt, weil die Flüchtlinge in der Dreifachturnhalle übernachten. In der Oberschule An der Egge findet der Unterricht ebenfalls statt. Im Schulzentrum Ronzelenstraße werden die Klassen 10 bis 13 unterrichtet, für die Klassen 5 bis 9 fällt der Unterricht aus, es gibt eine Notbetreuung. Der Elternsprechtag ab 17 Uhr an der Ronzelenstraße soll stattfinden.

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