Verbraucherzentrale kritisiert Werbebriefe

Vodafone "führt Verbraucher in die Irre"

Die Verbraucherzentrale Bremen wirft der Vodafone Kabel Deutschland GmbH einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor. Anlass sind aktuell verschickte Werbebriefe für einen Kabelanschluss.
24.01.2017, 11:08
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Von Michael Rabba
Vodafone "führt Verbraucher in die Irre"

Die Verbraucherzentrale wirft Vodafone Bruch des Wettbewerbrechts vor.

dpa

Die Verbraucherzentrale Bremen wirft der Vodafone Kabel Deutschland GmbH einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor. Anlass sind Werbebriefe für einen Kabelanschluss, die Vodafone namentlich adressiert verschickt.

Vor dem Hintergrund der Umstellung des digitalen Antennenfernsehens (DVB-T) auf den neuen Standard DVB-T2 zum 31. März 2017 versuche das Unternehmen, die Adressaten zu einem Anruf bei Vodafone Kabel Deutschland zu verleiten, erläutern die Verbraucherschützer. In den Schreiben heißt es unter anderem, die DVB-T-Abschaltung erfordere "die Umstellung auf moderne TV-Versorgung".

Mit Stempelaufdrucken wie "Wiederholter Zustellversuch" solle der Eindruck erweckt werden, dass es sich um ein besonders wichtiges Schreiben handele, so der Rechtsexperte der Verbraucherzentrale, Gerrit Cegielka. Doch "weder stammt der Stempel von der Post, noch werden mit der Zusendung irgendwelche gesetzlichen Fristen ausgelöst".

"Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht"

In den Werbebriefen werde den Adressaten zudem für den Anruf bei Vodafone eine Frist bis zum 28. Februar gesetzt, kritisiert die Verbraucherzentrale weiter. Dies und die offiziell wirkende Aufmachung der Briefe und Postkarten verschleiere das eigentliche Ziel - neue Kunden für einen Kabelanschluss zu gewinnen. "Dies ist nach unserer Auffassung ein klarer Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht", so Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale.

"Derart unseriöse Werbepost von Vodafone Kabel Deutschland gehört in den Papierkorb", meint Gerrit Cegielka. Mit dieser "dreisten Postwurfsendung" führe Vodafone die "Bremer Verbraucher in die Irre".

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Einführung von DVB-T2 zum 31. März "keine Umstellung auf eine andere TV-Versorgung" erfordere. Wer bislang zum Fernsehen ausschließlich DVB-T nutze, müsse sich entscheiden, ob er auf DVB-T2 umsteigen und damit weiterhin über Antenne fernsehen oder eine andere Empfangstechnik nutzen wolle. Im letzteren Fall sei ein Kabelanschluss dann aber nur "eine von mehreren denkbaren Techniken".

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