Auswirkungen des Flugstopps Volle Züge und mehr Videokonferenzen

Bremen. Der Ausbruch von Vulkan Eyjafjallajoekull sorgt für hektisches Umdisponieren in vielen Branchen. Zahlreiche Reisen und Transporte müssen spontan neu organisiert werden.
16.04.2010, 16:57
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Sebastian Manz

Bremen. Der Ausbruch von Vulkan Eyjafjallajoekull sorgt für hektisches Umdisponieren in vielen Branchen. Zahlreiche Reisen und Transporte müssen spontan neu organisiert werden.

 

Großen Zuspruch finden sämtliche Alternativen zum Flugverkehr. Viele Reisende sind auf die Bahn umgestiegen. Nach eigenen Angaben verzeichnete das Unternehmen am Freitag überfüllte Züge.

Deutlicher fiel der Zuwachs bei Mitfahrgelegenheiten aus. Die größte deutsche Online-Mitfahrzentrale, mitfahrgelegenheit.de, verzeichnet seit Donnerstag Rekordzugriffszahlen. "Auf die Strecke Bremen – Frankfurt griffen im Vergleich über 30 Prozent mehr Benutzer zu als üblich", so ein Sprecher.

Für Bremens Autovermietungen stellt sich die Situation unübersichtlicher dar. Einerseits stornieren viele Flugreisenden ihre Autos an den Ankunftsflughäfen, andererseits versuchen zahlreiche Gestrandete spontan per Mietwagen ans Ziel zu kommen. „Insgesamt hält es sich die Waage“, sagt die Sprecherin einer großen Vermietung. Am Bremer Flughafen seien deutlich mehr Einweg-Buchungen ins Ausland zu verzeichnen als an gewöhnlichen Tagen.

Die Einschränkungen in der Luftfahrt durch die Wolke aus Vulkanasche können dazu führen, dass Briefe und Pakete teils etwas später ankommen. Insgesamt seien die Auswirkungen aber sehr gering, sagte ein Sprecher der Deutschen Post. Innerhalb Deutschlands gibt es demnach ohnehin nur drei Luftpost-Flüge pro Nacht. Diese seien zwar teils betroffen gewesen, die Post habe die Sendungen aber sofort auf den Versand per Lastwagen verlegt. Die betroffenen Sendungen würden höchstens einen Tag später ihre Empfänger erreichen. Unklar war zunächst noch, ob die Postflüge in der Nacht zu Samstag ganz oder teilweise nicht starten können. Auch die Post-Frachtsparte DHL verlagerte einem Sprecher zufolge Lufttransporte auf die Straße.

Emporgeschnellt ist weltweit die Zahl der Videokonferenzen. Anstatt zu Meetings an ferne Orte zu reisen trafen sich viele Geschäftsleute virtuell über Videokonferenzen, wie der Dienstleister Regus am Freitag in Düsseldorf berichtete. Bei dem weltweit führenden Anbieter von Videokonferenzstudios wurden allein am Donnerstag in Großbritannien 38 Prozent mehr Videokonferenzen gebucht als üblich. In Deutschland lag das Plus bei zwölf Prozent.

 

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+