Neues Programm im Schloss: Ausstellung zum Norddeutschen Lloyd, Kunst und Konzerte Vom Luxusleben auf Ozeanriesen

Schönebeck. Mit Gemälden von Segelschiffen der ehemaligen Bremer Reederei Wätjen ist das Heimatmuseum Schloss Schönebeck ins neue Jahr gestartet. Noch bis 6.
16.01.2016, 00:00
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Von Gabriela Keller

Mit Gemälden von Segelschiffen der ehemaligen Bremer Reederei Wätjen ist das Heimatmuseum Schloss Schönebeck ins neue Jahr gestartet. Noch bis 6. März sind die Bilder im großen Saal und im Obergeschoss des Hauses zu sehen. Maritim geht es bis zum Sommer weiter. „Norddeutscher Lloyd“, dieser Name erinnert an die Glanzzeiten der Passagierschifffahrt. Mit dem Auswandererboom und dem zunehmenden Transatlantik-Tourismus entwickelte sich die 1857 gegründete Bremer Reederei im ausgehenden 19. Jahrhundert zu einer der größten Schifffahrtsgesellschaften der Welt.

Schöner, schneller, luxuriöser – unter diesem Motto setzten legendäre Ozeanriesen wie die „Bremen“ oder die „Europa“ Maßstäbe. In der ersten Klasse empfing die Reisenden prunkvolle Eleganz, von der Kabineneinrichtung bis zur Speisetafel.

Einen Eindruck von diesen glanzvollen Zeiten gibt vom 16. April bis 29. Mai eine Ausstellung mit Tafelsilber und Essgeschirr von Schiffen des Norddeutschen Lloyd (NDL). Namhafte Silberwaren-Manufakturen wie die Bremer Traditionsunternehmen Wilkens & Söhne oder Koch & Bergfeld belieferten die Reederei.

Die Exponate für das Schloss stellt der Sammler Horst Scharlottenberg zur Verfügung. Der Leuchtenburger fuhr selbst neun Jahre auf Schiffen des NDL. Als Ingenieur-Assistent ging er Ende 1961 an Bord der MS Ravenstein, wechselte später auf die MS Lichtenstein. Nach sieben Jahren auf der TS Bremen musterte er als zweiter Ingenieur 1970, im Fusionsjahr des Norddeutschen Lloyd mit der Hamburger Hapag, ab. Erinnerungsstücke an die frühere Weltreederei präsentierte der Leuchtenburger bereits 2011 im Museum.

Vor der Zeitreise zurück in eine ruhmreiche Ära Bremer und deutscher Schifffahrtsgeschichte stimmt der Heimatverein Schönebeck und Umgebung auf das Osterfest ein. Vom 12. März bis 4. April zeigt Thea Jösten selbst bemalte und gesammelte ovale Kunstwerke. Ein Kunsthandwerker-Markt begleitet die Ausstellungseröffnung am 12. und 13. März.

Am 4. Juni verwandelt sich der Schlosssaal in eine Galerie. Gisela Adler stellt bis 3. Juli ihre Bilder aus. Die gebürtige Insbruckerin studierte an der Akademie für angewandte Kunst in Wien und an der Hochschule für Künste in Bremen. Die Hansestadt ist inzwischen ihre Heimat geworden.

Mehr Kunst erwartet Besucher im Schlosskeller. Den maritimen Faden der Sonderausstellungen greift Ingrid Evers auf. Vom 27. Februar bis 10. April lädt die Künstlerin zu einer Bilderreise von Bremen-Nord hinaus auf das weite Meer ein. Anja Höppner setzt sich in ihrem druckgrafischen Werk mit dem Thema Mensch auseinander.

Vom 17. April bis 22. Mai zeigt sie neben Radierungen, Monotypien und experimentellen Arbeiten auch Zinkografien, eine Drucktechnik mit Hilfe von Zinkplatten. Mit Pastellkreide und Aquarellstiften geht Ronald Wilfried Hoppe zu Werke, der vom 28. Mai bis 3. Juli Arbeiten unter dem Titel „Begegnungen“ ausstellt. Noch bis 21. Februar sind im Schloss Bilder und Collagen von Ulrike Hock zu sehen.

„Bach und Ich“ - unter diesem Motto eröffnet das „Breezy-Art-Ensemble“ am 27. Februar den Reigen der Schlosskonzerte. Auf Blasinstrumenten interpretieren die Musker Werke des Meisters im modernen Klanggewand. Musik aus Spanien und Südamerika spielt das „Trio voz“ am 10. April. Gero John (Violoncello) und Ralf Winkelmann (Gitarre) begleiten die Sopranistin Corinna Reynolds. Zu transatlantischen Musik-Begegnungen lädt das „Duo Araucana“ ein. Anne Bischof (Flöte) und Ralf Benesch (Gitarre) spielen am 12. Juni Werke von Ravel, Milhaud, Villa-Lobos, Piazzolla und weiteren Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr gehen die Schönebecker Schloss-Spiele in die zweite Runde. Am Wochenende vom 8. bis 10. Juli erwartet die Besucher eine Mischung aus Klassik, Jazz, Theater und Lichtinstallationen. Bereits am 22. Mai öffnet das Heimatmuseum seine Pforten anlässlich des Internationalen Museumstages. Zum diesjährigen Motto „Museen in der Kulturlandschaft“ werden Führungen und Aktionen angeboten.

Junge Museumsbesucher können vom 11. Juni bis 14. August beim Ferien-Suchspiel im Schloss auf Entdeckungsreise gehen. Jeden ersten Dienstag im Monat ist um 15.30 Uhr Märchenstunde im Schloss. In der Museumskate laden die Schlossquilterinnen am 5. und 6. März zu ihrer traditionellen Patchwork-Ausstellung.

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