Meine Haltestelle: Martinianleger Von der Weser in die weite Welt

Bremen. Dieter Stratmanns Haltestelle liegt direkt an der Weser. Busse und Straßenbahnen sieht er von hier nur aus der Ferne, denn die halten nicht unmittelbar am Fluss. Seine Haltestelle ist der Martinianleger. Rein theoretisch steht ihm von diesem Schiffsanlager aus die ganze Welt offen.
14.04.2010, 16:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Solveig Rixmann

Bremen. Dieter Stratmanns Haltestelle liegt direkt an der Weser. Busse und Straßenbahnen sieht er von hier nur aus der Ferne, denn die halten nicht unmittelbar am Fluss. Seine Haltestelle ist der Martinianleger. Rein theoretisch steht ihm von diesem Schiffsanlager aus die ganze Welt offen.

Dieter Stratmann ist Geschäftsführer von Hal över. Seit den Anfängen dieser 'Gesellschaft für innovative Stadttouristik' in den frühen 1980er-Jahren ist er bereits dabei. 'Ich bin mit dem Unternehmen aufgewachsen', erzählt Stratmann. Er konnte sein Hobby zum Beruf machen.

Sieben Schiffe umfasst die Flotte von Hal över momentan. Vom Martinianleger aus gehen Fahrten bis nach Oldenburg, Verden oder Bremerhaven. Hafen- und Weserrundfahrten, Themenfahrten und Linienfahrten nach Bremerhaven bietet Hal över an. Gäbe es an der Schlachte keine Mauer, könnte Dieter Stratmann den Martinianleger sogar von seinem Bürofenster aus sehen. Sein Schreibtisch liegt nur einen Steinwurf von der Weser entfernt.

Auch ein blaues Kamel legte an

'Der Martinianleger ist groß', schwärmt Stratmann. 'Und es ist toll, dass Bremen so etwas hat. Viele Städte beneiden uns darum', sagt er. Auch die Nähe zum Marktplatz und der Innenstadt machen den Anleger für ihn so besonders. Am 29. Mai feiert der Martinianleger seine Wiedereröffnung nach baulicher Umgestaltung vor zehn Jahren anlässlich der Expo 2000.

Besondere Erlebnisse an seiner Haltestelle hatte Dieter Stratmann einige. Zum Beispiel, als das Kamel der blauen Karawane anlegte. Oder als der Anleger mit Werderfans übersät war, die mit der Fähre zum Heimspiel ins Stadion wollten. Da musste angesichts des Gedränges höllisch aufgepasst werden, dass keiner im Wasser landete.

Viele Bremen-Besucher, die mit dem Flugzeug zu einer Stippvisite in die Hansestadt kommen, erkundigen sich am Martinianleger nach den Bremerhaven-Fahrten. Doch kaum einer von ihnen hat eine Vorstellung davon, wie weit die Seestadt entfernt liegt. 'Das sind immerhin 66 Flusskilometer bis Bremerhaven', weiß Stratmann. .

Jederzeit könnte Dieter Stratmann selber auf einem der Hal-över-Schiffe das Ruder übernehmen, denn er besitzt das Binnenschifffahrtspatent. Das hat er sich während seiner Zeit bei Hal över erarbeitet. Drei Jahre lang hatte er zunächst als Matrose an Bord gearbeitet.

Manchmal würde Dieter Stratmann auch gerne viel weiter als üblich hinausfahren - zum Beispiel mit der Hansekogge 'Roland von Bremen', die auch zur Hal-över-Flotte gehört, in ferne Gewässer reisen. 'Ich träume immer, mit dem Ding mal etwas weiter zu fahren', sagt Stratmann. Vielleicht sogar nach Australien. Für die Überfahrt könnte die Kogge ja auf einen Frachter verladen werden, um dann in fernen Gewässern zu segeln, stellt er Überlegungen für seine Reisen an.

Die nächste große Fahrt geht für den Hal-över-Chef im Juni mit der Hansekogge nach Danzig. Schüler von der Integrierten Stadtteilschule am Leibnizplatz fahren mit der 'Roland von Bremen' in die polnische Hafenstadt an der Ostsee, um dort ihre Ausstellung zum Thema Völkerverständigung zu präsentieren. 'Dann fahre ich Teilstrecken mit. Ich würde gern die ganze Strecke mitfahren, aber das geht nicht mit so einem Job', sagt Stratmann.

Nähere Informationen über das Programm und die Schifffahrtslinien von Hal över im Internet unter www.hal-oever.deoder unter der Telefonnummer 338989.

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