Kaum einer erinnert sich heute noch an die frühere Verbindung von Findorff über den Hauptbahnhof zur St.-Jürgen-Straße

Von Findorff ins Steintor: Vor 100 Jahren Start der Linie 9

Findorff·Steintor. Innerhalb der Ziffern der Bremer Straßenbahnlinien gibt es heute so einige Lücken. Eine der fehlenden Nummern ist die der früheren Linie "9". Kaum jemand erinnert sich heute noch an diese Verbindung. Und das ist auch kein Wunder, denn fast genau vor 100 Jahren, am 6. August 1913, fiel der Startschuss für die Straßenbahnlinie 9 von der Hemmstraße in Findorff über die Admiralstraße, den Breitenweg, den Hauptbahnhof, Am Dobben und Sielwall zur St.-Jürgen-Straße.
08.08.2013, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Rainer Kabbert

Findorff·Steintor. Innerhalb der Ziffern der Bremer Straßenbahnlinien gibt es heute so einige Lücken. Eine der fehlenden Nummern ist die der früheren Linie "9". Kaum jemand erinnert sich heute noch an diese Verbindung. Und das ist auch kein Wunder, denn fast genau vor 100 Jahren, am 6. August 1913, fiel der Startschuss für die Straßenbahnlinie 9 von der Hemmstraße in Findorff über die Admiralstraße, den Breitenweg, den Hauptbahnhof, Am Dobben und Sielwall zur St.-Jürgen-Straße.

Durch die zügige Stadterweiterung der Bremer Wohngebiete vor dem Ersten Weltkrieg wurde für den Stadtteil Findorff seinerzeit der Anschluss an das wachsende Straßenbahnnetz der Hansestadt erforderlich. Die Endstelle befand sich an der heutigen Kreuzung mit der Eickedorfer Straße, in der von 1900 bis 1954 die Kleinbahn von Bremen nach Tarmstedt fuhr.

Die einzeln fahrenden Triebwagen wurden nach heutigen Angaben der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) damals schon gut angenommen. Die Linie "9" durch Findorff erbrachte seinerzeit von allen Straßenbahnlinien in der Stadt den zweithöchsten Kilometerertrag. Im Jahr 1927 wurde die seit 1890 bestehende Straßenbahnstrecke mit der Nummer neun vom Bürgerpark durch die Eickedorfer Straße bis zur Hemmstraße verlängert und das gesamte Liniennetz daraufhin neu geordnet. An der Kreuzung Hemmstraße/Eickedorfer Straße wurden die Gleise der Kleinbahn Bremen-Tarmstedt gequert. Für die Linie "9" kam das Aus.

Ihre Strecke übernahmen danach jedoch andere Linien. Findorff wurde fortan von den Straßenbahnlinien 5 und 6 im Ringverkehr (Hauptbahnhof – Admiralstraße – Hemmstraße – Bürgerpark – Hauptbahnhof) erschlossen. Die Strecke durch die Admiralstraße lief so gut, dass die Linien 5 und 6 dort später von der Linie "15" verstärkt wurden.

Den westlichen Abschnitt zwischen dem Hauptbahnhof und dem Steintor übernahm im Jahr 1927 die Straßenbahnlinie 10 – und so ist es bis heute geblieben. Das Ende für den Findorffer Ast kam schließlich im Jahr 1965, als die damalige, dort fahrende Linie 7 stillgelegt wurde.

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