'Meine Haltestelle': Sebaldsbrück

Von klein auf ein Fan der Straßenbahn

Sebaldsbrück. Werner Kaufmann hat seine persönliche Verbindung zur Straßenbahn mit dem Alter immer weiter ausgebaut: Als Pöks hatte er sie täglich vor Augen, heute benutzt der Elektroinstallateur sie wochentags für die Fahrten zur Arbeit in Hulsberg, sonnabends und ein, zwei Abende unter der Woche die Buslinie 38 , um ins Sebaldsbrücker Depot zu gelangen.
20.01.2010, 16:00
Lesedauer: 2 Min
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Von klein auf ein Fan der Straßenbahn
Von Ulrike Troue
Von klein auf ein Fan der Straßenbahn

Margarete Schneller steigt an der Haltestelle Rembertistraße aus. Jetzt sind es nur noch wenige Meter bis zur LAB-Begegn

Roland Scheitz

Sebaldsbrück. Werner Kaufmann hat seine persönliche Verbindung zur Straßenbahn mit dem Alter immer weiter ausgebaut: Als Pöks hatte er sie täglich vor Augen, heute benutzt der Elektroinstallateur sie wochentags für die Fahrten zur Arbeit in Hulsberg, sonnabends und ein, zwei Abende unter der Woche die Buslinie 38 , um ins Sebaldsbrücker Depot zu gelangen. Denn Kaufmann gehört zu den ganz Aktiven bei den Freunden der Straßenbahn, die den historischen Fuhrpark instand setzen, pflegen und die Fahrzeug-Geschichte akribisch dokumentieren. 'Ich hatte schon immer eine enge Beziehung zum Öffentlichen Personennahverkehr', bekennt er.

Schon als kleiner Junge war Werner Kaufmann von der Straßenbahn fasziniert 'Wir wohnten in der Humboldtstraße und da lag die Bahn um die Ecke', erinnert sich der Blockdieker. Denn vor der Klinik in der St.-Jürgen-Straße lag in seiner Kindheit die Endstation der Linie 10. 'Da noch keine Wendeschleife vorhanden war, musste der Triebwagen immer umrangiert werden', blickt er zurück. 'Das habe ich als Kind so oft es ging beobachtet. Auch von der Schule in der Lessingstraße hab? ich immer auf die Straßenbahn geguckt.'

Doch dem jungen Mann reichte das bald nicht mehr, ihn reizte das Fahrerlebnis. 'Mit sechs, sieben Jahren habe ich dann angefangen, mir von meinem Taschengeld eine Fünfer-Karte zu kaufen', gesteht der Schienenfahrzeug-Fan. Als Pöks sei er dann zuerst in die Linie 10 gestiegen, irgendwann hätte er sich größere Umstiegshaltestellen wie den Hauptbahnhof als Fixpunkte ausgeguckt, um seine Fahrtstrecken auszudehnen. 'So habe ich Bremen entdeckt', berichtet Kaufmann mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Schraubend und forschend

Das Interesse für alte Straßenbahnen sei als junger Mann zwar etwas abgeebbt, 'aber schlummerte immer im Hinterstübchen', findet der heute 54-jährige im Rückblick. Als dann 1989 der Verein Freunde der Bremer Straßenbahn gegründet wurde und über die Zeitung Mitglieder gesucht hat, stand Kaufmann, der inzwischen auch begonnen hatte, alte Straßenbahnfotos zu sammeln, sofort auf der Matte. Fast jede freie Minute verbringt Werner Kaufmann in der Freizeit mit seinem Hobby: schraubend im Depot oder forschend, etwa in der Uni-Bibliothek. 'In die Historie habe ich mich erst die letzten fünf, sechs Jahre reingekniet', gesteht der Elektroinstallateur, der nach eigenen Worte eine Sache gründlich oder gar nicht angeht.

Um die Entwicklung der Bremer Pferdebahnen nachvollziehen zu können, benötigte er für die Auswertung alter Zeitungen, von denen es zu der damaligen Zeit fünf Ausgaben am Tag gab, rund dreieinhalb Jahre. 'Ich habe mich selbst erschrocken, dass es so lange gedauert hat', bekennt der Straßenbahnfreund.

Dass er selber niemals eine Straßenbahn lenken darf, findet der Blockdieker schade, aber nicht wirklich schlimm. 'Da ist nicht ranzukommen', weiß er. Denn Außenstehende der Bremer Straßenbahn AG bekommen keine Fahrberechtigung. 'Aber wir haben BSAG-Fahrer, die Vereinsmitglieder sind und bei uns fahren - mit denen kommen wir immer gut klar', freut Werner Kaufmann deren ehrenamtlicher Einsatz besonders.

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