Der Elternverein Knaddeldaddel aus dem Peterswerder hat sich in Hastedt weiter vergrößert Von kleinen Füßen und großem Engagement

Hastedt. Von acht auf 48 in drei Jahren. Der Elternverein Knaddeldaddel hat einiges hinter sich.
09.05.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Liane Janz

Von acht auf 48 in drei Jahren. Der Elternverein Knaddeldaddel hat einiges hinter sich. Alles begann mit einer kleinen Gruppe für acht Mädchen und Jungen von ein bis drei Jahre im Peterswerder. Dann baute der Elternverein ein Restaurant in Hastedt in der Feuerkuhle zum Reggio-Kinderhaus um – und das haben die Eltern, Erzieherinnen und Erzieher jetzt wieder erweitert. Der Bedarf ist da. Und im Stadtteil haben sich die „Neuen“ inzwischen auch ganz gut vernetzt.

Den Verein selbst gibt es schon seit 30 Jahren. Über Jahrzehnte hinweg war das Haus am Osterdeich 80 ausreichend. Vor vier Jahren begannen Planungen, die Gruppe für die Betreuung von Unter-Dreijährigen auszubauen. Nur war im Peterswerder nicht genug Platz dafür und größere Flächen im Viertel recht teuer. So kam es zur Dependance in Hastedt und zu weiteren Plätzen für Kleinkinder. 2015 hätten die Eltern der Kleinen dann das Kindergartenprojekt angeschoben, erzählt Einrichtungsleiter Mark Schröder aus Schwachhausen. Sie wollten für ihre Kinder eine durchgängige Betreuung bis zur Einschulung in derselben Einrichtung und mit genau diesem Konzept, der Reggio-Pädagogik, bei der sich Kinder individuell entfalten sollen. Also nahm der Verein die benachbarten Räume eines früheren Antennen- und Satellitenladens dazu und baute zwei weitere Gruppenräume und ein Badezimmer für die Drei- bis Sechsjährigen.

Im Spielzimmer hat die Hamburger Firma Elbtischler eine hölzerne Hochebene für die Kinder gezimmert. Hinauf führt eine Fühltreppe mit Stufen aus verschiedenen Materialien. „Leider konnten wir die Kinder nicht so mit einbeziehen“, sagt Mark Schröder über den Planungsprozess. Angenommen und erobert haben die Mädchen und Jungen das große Spielgerät allemal. Neben der Hochebene hängt ein riesiges Bild. „Das haben die Kinder ganzkörper-gemalt“, sagt Erzieherin Dana Lüllmann aus Hastedt. Hände, Füße, Nase, Bauch und Popo kamen zum Einsatz bei der Schaffung des bunten Kunstwerks.

14 Kinder werden dort aktuell betreut. Ab Sommer werden es 20 Plätze sein, die alle schon vergeben sind. Die Nachfrage ist groß, nicht nur aus Hastedt. Auch Eltern aus der Östlichen Vorstadt, Hemelingen und vor allem Sebaldsbrück fragen nach Betreuungsplätzen, erzählt der Einrichtungsleiter. Dabei reichen die Kindergartenplätze bei Knaddeldaddel nicht einmal, um alle Kinder aus dem eigenen U3-Bereich unterzubringen. Doch eine weitere Vergrößerung sei erst mal nicht geplant, sagt er. „Man muss aufpassen, dass man sich nicht verliert“, ergänzt Katharina Gerz aus dem Viertel, Mutter und erste Vorsitzende des Vereins. In einem Elternverein sind die Familien Arbeitgeber und Kunden gleichzeitig. Sie übernehmen jede Menge Verantwortung – für Personal, Finanzen, Räume und anderes mehr – und das alles ehrenamtlich. Da müsse man aufpassen, dass man sich nicht zu viel zumute.

Zumindest die Betreuung überlassen sie geschultem Personal, von dem die Einrichtung inzwischen auch genügend hat. Der Fachkräftemangel hatte sich aber auch bei ihnen bemerkbar gemacht, sagt Mark Schröder. Nicht nur, dass es wenige ausgebildete Kräfte gibt, Elternvereine scheinen auch weniger attraktiv, weil sie in der Regel schlechter bezahlen als beispielsweise städtische Kitas. Sie werden auch schlechter gefördert, sagt Katharina Gerz. „Wir kratzen am Tarif.“ Erzieherinnen und pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich inzwischen gefunden.

Das kam auch einigen Flüchtlingskindern zugute, die notdürftig in einem benachbarten, leer stehenden Supermarkt untergebracht waren. Als raus war, dass Flüchtlinge dort einziehen würden, rief der Elternverein die Nachbarschaft zusammen, um auszuloten, wer welche ehrenamtlichen Angebote organisieren könnte. Dabei wurden eine Kleiderkammer, eine Fahrradwerkstatt und Deutschunterricht auf die Beine gestellt. Knaddeldaddel öffnete einmal in der Woche nachmittags seine Räume, damit dort Flüchtlingskinder von Freiwilligen betreut werden konnten. Auch auf der Außenfläche des Reggio-Kinderhauses können sich Flüchtlingskinder austoben. Eine Mutter aus Mazedonien komme mit ihrem 20 Monate alten Sohn regelmäßig vormittags in die Gruppe, damit der Junge von klein an Deutsch lerne, erzählt Mark Schröder. Da die Einrichtung aber nur eine Notunterkunft war, zogen viele Familien auch weg, sobald eine längerfristige Bleibe frei wurde. Auch die übrigen Flüchtlinge verlassen den Supermarkt, seit das Übergangswohnheim in der Stolzenauer Straße fertig ist. Die Knaddeldaddel-Kinder und -Eltern wünschen sich, dass trotz des nun weiteren Wegs der Kontakt zu den Flüchtlingen bestehen bleibt.

Mehr auf www.knaddeldaddel.de.

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