Die Bremer Polizeipuppenbühne macht mit ihrem neuesten Stück an der Grundschule Admiralstraße in Findorff halt

Von Pinguin Eddy und Ratte Theodora gelernt

Findorff-Bürgerweide. Das richtige Verhalten im Straßenverkehr kann man Kindern mit erhobenem Zeigefinger vermitteln – oder aber mit echtem Unterhaltungswert. Mit letzterer Methode arbeitet seit inzwischen zehn Jahren die Bremer Polizeipuppenbühne.
31.07.2014, 00:00
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Von Anke Velten
Von Pinguin Eddy und Ratte Theodora gelernt

Die Puppenbühne der Polizei (hinten v.l.): Ingo Preusche, Dieter Mühlbauer, Thomas Hoppensack, (vorne v.l.): Alfred Faust, Gertrud Bieber, Christin Loroff, Wulfhard Wollesen.

Roland Scheitz

Das richtige Verhalten im Straßenverkehr kann man Kindern mit erhobenem Zeigefinger vermitteln – oder aber mit echtem Unterhaltungswert. Mit letzterer Methode arbeitet seit inzwischen zehn Jahren die Bremer Polizeipuppenbühne.

Jeden Dienstag macht die Truppe an einer von 83 Bremer Grundschulen Station – gerade erst an der Grundschule an der Admiralstraße. Alfred Faust, Puppenspieler und Verkehrssicherheitsberater der Bremer Polizei, ist sich ziemlich sicher, dass eine solche Art der Verkehrserziehung besonders gut und lange im Gedächtnis bleibt. Und dass Eddy, der Pinguin, und die Ratte Theodora in den vergangenen Jahren viele Kinderleben gerettet haben.

Denn natürlich sind die Puppenspieler der Bremer Polizei, die von einer Reihe Ehrenamtlicher verstärkt werden, nicht allein zum Spaß da: Prävention auf kindgerechte Art lautet ihr Auftrag, erklärt Alfred Faust. Anfang des Jahrtausends war die Zahl der Kinder, die im Bremer Straßenverkehr verunglückten, auf einen bedenklichen Höchststand gestiegen.

Vorbilder für die hiesige Polizeipuppenbühne gibt es bereits seit Langem – aktuell sind mehr als 100 solcher Ensembles aus Deutschland und den Nachbarländern in einem eigenen Verein organisiert und treffen sich zum jährlichen Austausch und zur Fortbildung, berichtet Faust. Im Jahr 2004 leistete sich auch die Bremer Polizei ein Puppentheater, das seither die Kontaktpolizisten in ihrer verkehrserzieherischen Funktion unterstützt. Ein Luxus sei die verspielte Präventionsarbeit nicht, sagt der Polizeibeamte: Seitdem es das Bremer Puppentheater als zusätzliches Modul der Verkehrserziehung gebe, sei die Zahl der verunglückten Kinder in Bremen um 50 Prozent zurückgegangen.

„Durchgeblickt und abgelenkt“ heißt das neue Stück, mit dem das Ensemble seit Ende Juni auf Tournee ist. Dass eine Brille zu tragen, wirklich ok ist, aber ziemlich uncool, wie Puppe Paul mit dicken Kopfhörern über die Straße zu gehen, dass es wichtig ist, sich groß wie eine Giraffe und breit wie ein Elefant zu machen, um nicht von den Autofahrern übersehen zu werden, und wie man überhaupt am besten und sichersten eine Straße überquert: All das erfuhren die Findorffer Kinder mit größten Vergnügen. Und sie werden es so schnell nicht mehr vergessen: Mindestens ein Jahr, meist sogar viel länger, sagt Faust, bleiben die Puppen und ihre Geschichten in Erinnerung, und zwar in einer viel besseren als ein erhobener Zeigefinger.

Mehr Informationen und der Terminkalender der Puppenbühne sind unter der Internet-Adresse www.polizei.bremen.de zu finden (Suche: Verkehr/Präventionspuppenbühne).

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