Altes Pumpwerk

Von wegen blond und blöd

Pianist Bastian Kahrs wirkt im Alten Pumpwerk an Kiki Beyers Hommage an den Menschen Marilyn Monroe
05.02.2018, 11:59
Lesedauer: 2 Min
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Von Gerald Weßel
Von wegen blond und blöd

ODER KAHRS HIER RAUSSCHNEIDEN ----------------------------------------

Martina Buchholz Foto Design und Bastian Kahrs, Bastian Kahrs

Was ist „Mensch Marilyn“?

Bastian Kahrs : „Mensch Marilyn“ ist eine großartige Musikrevue und Hommage an Marilyn Monroe! Doch anders als man vermutet, geht es hier nicht um eine Double-Show, sondern um den Menschen, der hinter diesem Abziehbild steht. Kiki Beyer führt uns dabei durch das Leben Marilyn Monroes, was sie — so wie ich finde — grandios und mit sehr viel Fingerspitzengefühl macht. Dabei geht es natürlich auch um die Musik und um bekannte Filmklassiker, wie „Manche mögen‘s heiß“ oder „Blondinen bevorzugt“. Darüber hinaus gibt es einen zweiten Handlungsstrang, der uns die wahre Geschichte Norma Jean Bakers erzählt.

Ein zweiter Handlungsstrang?

Ich möchte an dieser Stelle noch nicht so viel verraten. Aber ich kann Ihnen versichern, dass unter anderem Bremen, die Weser und die große Auswanderungswelle in den Jahren ab 1834 eine entscheidende Rolle spielen. Was das Ganze mit Marilyn Monroe zu tun hat… darauf dürfen die Zuschauer gespannt sein.

Wie lange gibt es das Stück „Mensch Marilyn“ schon?

Die kreative Arbeit und den Bärenanteil der Organisation hat Kiki Beyer gestemmt. Sie ist die Initiatorin, die Autorin und der Kopf hinter allem. Ende 2014 wurden die ersten Pläne geschmiedet. Ich kam im Mai 2015 hinzu, Premiere war dann am 1. Juni 2016. An diesem Tag wäre Marilyn Monroe 90 Jahre alt geworden.

Was ist Ihre Rolle in der Revue?

Ich bin der Pianist der Band „The Sweet Syncopators“, angelehnt an die nahezu gleichnamige Band aus dem Film „Manche mögen’s heiß“. Die Band übernimmt auch wesentliche darstellerische Parts, was für mich als Pianisten zunächst etwas ungewohnt war. Eine hoch spannende Angelegenheit, die für mich als Musiker immer wieder herausfordernd ist.

Fasziniert Sie persönlich Marilyn Monroe?

Ich unterstelle mal, dass die allermeisten wohl das Abziehbild, die Ikone in flatterndem, weißem Kleid, vor Augen haben. Das ist auch verständlich, wenn man zu einer Generation gehört, die — wie auch ich — Marilyn Monroe nicht mehr als lebenden Menschen erlebt haben, sondern nur ihr Lebenswerk in der Vergangenheit betrachten können. Wenn man sich aber näher mit ihr und den Hintergründen beschäftigt, merkt man, dass da deutlich mehr los war, als man denkt. Da entzieht sich viel der Wahrnehmung, und das öffentliche Bild von Marilyn Monroe erscheint sehr flach… blond und blöd. Wir aber möchten den Menschen zeigen, der sie wirklich war. Man sieht sie viel differenzierter — auch oder vielleicht vor allem in der musikalischen Qualität. Ob das Faszination ist? Weiß ich nicht, ich denke schon.

Was halten Sie für die größte Stärke Marilyn Monroes?

Da könnte Kiki Beyer sehr viel mehr zu sagen. Sie hat sich nicht nur musikwissenschaftlich und gesanglich, sondern vor allem auch menschlich mit der Person Marilyn Monroe auseinandergesetzt. Aber meine persönliche Einschätzung ist, dass das erst mal eine tragische Geschichte ist, die dahinter steckt. Da bekommt man als Zuschauer viel Respekt dafür, was sie alles aushalten musste. Ihr Leben war ein großer Kampf mit vielen Widrigkeiten, die untrennbar mit ihrer Jugend und Kindheit zusammenhängen. Ich habe inzwischen einen sehr, sehr großen Respekt vor dem Menschen Marilyn Monroe.

Welcher Part ist ihnen am liebsten?

Die letzten paar Minuten. Da habe ich eigentlich gar nichts zu tun, genieße es aber immer wieder. Das ist der Teil, wo die beiden Handlungsstränge verknüpft werden. Da passiert viel auf der emotionalen Ebene.

Das Gespräch führte Gerald Weßel.

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