Jungfernflug vom Neuenlander Feld in Bremen Vor 75 Jahren: Erster Hubschrauber startet

Bremen. Heute vor 75 Jahren hat Henrich Focke einen besonderen Tag erlebt: Der von ihm entwickelte Hubschrauber FW 61startet vom Neuenlander Feld aus. Der Beginn einer Bremer Erfolgsgeschichte.
26.06.2011, 05:00
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Vor 75 Jahren: Erster Hubschrauber startet
Von Edith Labuhn

Bremen. Heute vor 75 Jahren hat Henrich Focke einen besonderen Tag erlebt: Der von ihm entwickelte Hubschrauber FW 61startete vom Neuenlander Feld aus. Das war der Beginn einer Bremer Erfolgsgeschichte.

"Am 26. Juni 1936 hob unter der Bezeichnung FW61 auf dem Bremer Flughafen Neuenlander Feld der erste voll funktionsfähige Hubschrauber der Welt zum erfolgreichen Jungfernflug ab - am Steuer Testpilot Ewald Rohlfs. Die von Professor Henrich Focke entwickelte und gebaute FW 61 brach innerhalb eines Jahres sämtliche Flug-Weltrekorde für Hubschrauber."

Mit diesen Worten möchte das amerikanische Luft- und Raumfahrtinstitut AIAA Bremen als bedeutenden Standort in der Geschichte der Luft- und Raumfahrt würdigen. Eine entsprechende Ehrentafel soll nach Berichten des Fachjournals "Vertiflite" noch 2011 in der Bremen-Halle des Flughafens angebracht werden.

Flugpioniere wie Charles Lindbergh und Igor Sigorsky statteten in Folge des Jungfernflugs Bremen einen Besuch ab, um das Fluggerät in Augenschein zu nehmen. Von Sigorsky wird kolportiert, er habe erst in Bremen verstanden, wie er seinen eigenen Hubschrauberentwurf stabil und sicher in die Luft bringen könne.

Klar ist, dass sich die Grundidee eines "Drehflüglers" bis zum Universalgenie Leonardo da Vinci zurückverfolgen lässt. Doch erst mit der Entwicklung leichter und leistungsfähiger Motoren konnten die Experimente zu zuverlässigen Luftfahrzeugen führen. Bereits um 1900 gab es erste Hubschrauber. Erst Fockes FW61 von 1936 gilt indes als erster komplett und zuverlässig steuerbarer Helikopter. Mit Ewald Rohlfs und der Pilotin Hanna Reitsch im Cockpit wurden im ersten Jahr Rekorde offiziell verzeichnet: Eine ununterbrochene Flugdauer von einer Stunde 20 Minuten (mit Rückkehr zum Ausgangspunkt), eine Flughöhe von 2439 Meter, eine über eine Distanz von 20 Kilometer gehaltene Geschwindigkeit von 122 km/h oder eine zurückgelegte Entfernung von gut 108 Kilometern.

Der Bremer Maschinenbau-Ingenieur und Aerodynamik-Forscher hatte mit seinem Freund Georg Wulf bereits 1924 die Firma Focke-Wulf Flugzeugbau gegründet und damit den ersten Schritt auf Bremens Weg zur Luft- und Raumfahrtmetropole getan. 1927 starb Wulf beim Absturz einer Testmaschine. Focke wurde 1933 von den Nationalsozialisten aus seiner Firma gedrängt, jedoch gleichzeitig zur Entwicklung eines "senkrecht zu startenden und zu landenden, vorwärts und rückwärts zu fliegenden sowie auf engstem Raum zu manövrierenden Hubschraubers" angehalten.

Das Ergebnis: FW61. Einer der Rotorköpfe des FW61 ist nach Angaben des Vereins Focke-Windkanal jüngst wieder aufgetaucht. "Ein flugfähiger Nachbau der FW61 wäre grundsätzlich möglich", träumt der Vereinsvorsitzende Kai Steffen - "sofern die erforderlichen Gelder von rund 500000 Euro aufzutreiben wären."

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