Noch Teams gesucht Vorbereitungen für den 24-Stunden-Burginsellauf

Am Sonnabend und Sonntag, 20. und 21. Juni, steigt in Delmenhorst die zwölfte Auflage des 24-Stunden-Burginsellaufes. 140 Ultra-Marathonis gehen an den Start, Läufer also, die als Einzelkämpfer versuchen, auf dem 1205 Meter langen Rundkurs in 24 Stunden.
03.05.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von MARCO J. NORDEN

Es ist die harte Strecke. So ab Mitternacht. Die Läufer haben dann schon zwölf Stunden in den Kochen und noch etliche Stunden vor sich, Blasen an den Füßen, sich vielleicht einen Wolf gelaufen. Dazu die Kälte der Nacht, an der Strecke kaum noch jemand, der anfeuert. „Da geht es an die Grenze“, sagt Johann Böhmann. Er muss es wissen. Am Sonnabend und Sonntag, 20. und 21. Juni, steigt in Delmenhorst die zwölfte Auflage des 24-Stunden-Burginsellaufes, den Böhmann ins Leben gerufen hat und bis heute federführend organisiert. 140 Ultra-Marathonis gehen an den Start, Läufer also, die als Einzelkämpfer versuchen, auf dem 1205 Meter langen Rundkurs in 24 Stunden – von 12 Uhr bis 12 Uhr – so viel Strecke wie möglich zu machen. Dazu kommen bis zu 80 Mannschaften mit je zehn Läufern, zwischen denen der Staffelstab wechselt und die sich die Mühsal teilen.

Sydney, Moskau, Delmenhorst – so liest sich zuweilen die Jahresweltbestenliste der Ultra-Marathonis, in der sich ablesen lässt, wer wo wieviel Kilometer gemacht hat. Der Streckenrekord in Delmenhorst ist im Jahr 2013 aufgestellt worden und liegt bei rund 240 Kilometern, gelaufen von Oliver Leu von der LG Bremen Nord. Der Delmenhorster Lauf hat sich in der Szene längst einen Namen gemacht, das Starterfeld bei den Einzelkämpfern ist international. Doch Böhmann, der den Lauf als Benefizveranstaltung für den Verein Gesundheit im Kindesalter (GiK) ins Leben gerufen hat, geht es gar nicht so sehr um Rekorde und Höchstleistungen. Er hat es sogar abgelehnt, den Lauf als Europameisterschaft auszurichten. „Wir verstehen uns in erster Line als Fun-Veranstaltung, Aktive und Zuschauer sollen gemeinsam ihren Spaß haben.“

Mitmachen kann nämlich jeder, vor allem in den Teams, die in verschiedenen Wertungen an den Start gehen. Vom Ultra-Marathoni bis zum Himbeer-Toni, wenn man so will. Während die Einzelkämpfer 24 Stunden lang allein ihre Runden ziehen, wechseln sich in den Teams die Läufer ab. Und das ist für Böhmann, der mit dem Lauf Sport, Gesundheit und Spaß verbinden will, der springende Punkt: „Der Lauf ist ideal für Firmen und Vereine, denn er ist Teambildung pur, das bestätigt jeder Unternehmensberater.“ Deshalb appelliert Böhmann, der Chef der Kinderklinik in Delmenhorst ist, an alle Unternehmen: „Raus aus dem Anzug, rein ins Abenteuer.“ Denn ein Abenteuer, eine Selbsterfahrung und -findung, das sei dieser Lauf. Wann stecken Kollegen schon einmal 24 Stunden zusammen? Wie entsteht Motivation? Wie unterstützen sich die Läufer? „Teams können gestärkt aus dem Lauf herausgehen“, sagt Böhmann. Dabei komme es gar nicht auf den Sieg an. Denn der ist gar nicht so leicht zu holen. Die Strecke, die durch die Graft, den Stadtpark Delmenhorsts, führt, sei anspruchsvoll, auch für geübte Läufer. Es geht auf und ab, das Geläuf wechselt, in der Nacht ist Vorsicht geboten, auch wenn die Strecke ausgeleuchtet ist.

Böhmann weiß, dass unter den Teilnehmern viele Freaks sind, vor allem natürlich unter den Einzelläufern. Er weiß aber auch, dass in den Teams viele Ungeübte die Schuhe schnüren, aber gerade die Mischung mache es aus. Und wer die harte Strecke überstehe, also vor allem die ersten Stunden nach Mitternacht, der darf sich auf den Endorphin-Schub freuen, eine ganz legale Droge. „Unser Lauf findet ja stets in der Mittsommernacht statt. Wenn dann gegen vier, halb fünf die ersten Sonnenstrahlen den Tag ankündigen, gibt es den ersten Schub. Wenn Hunderte Teilnehmer zum Frühstück kommen, dann steigt die Stimmung wieder, dann kommt die zweite, die dritte, die vierte Luft“, sagt der Mediziner, der selbst Rennrad fährt, läuft und Fußball spielt. Die Energie gehe dann nicht nur durch den Läufer und die Teams, sondern durch das ganze Zeltlager.

Überhaupt: das Lager. „Was den Lauf ausmacht, das ist die tolle Stimmung. Das spiegeln uns auch die Läufer wider. Lagerfeuer am Abend, Live-Musik, kostenlose Massagen, viele Schaulustige – der Lauf hat den Charakter eines Volksfestes. Lauf-Legende Dieter Baumann war auch schon da und hat einmal den Startschuss gegeben. Und Helmut Kohl ist in 24 Stunden 130 Kilometer gelaufen. „Gut, es war nicht der Alt-Kanzler, er hieß nur so. Aber die Figur war durchaus ähnlich“, sagt Böhmann verschmitzt. Aber auch Promi-Namen sind Anmeldungen noch bis zum 12. Juni möglich, allerdings nur im Team, das Starterfeld der Einzelläufer ist mit 140 Ultra-Marathonis bereits komplett.

Mehr Informationen und Details zu den Anmeldemöglichkeiten gibt es im Netz unter www.24-lauf.de.

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