Innenministerkonferenz beauftragt Ulrich Mäurer zu Gesprächen

Vorstoß gegen Handy-Räuber

Bremen. Konkrete Maßnahmen, um Handy-Räubern das Leben schwer zu machen, und weniger Auswärtstickets für Fußballfans bei Risikospielen – mit zwei Vorstößen von Ulrich Mäurer (SPD) beschäftigte sich die Innenministerkonferenz in Bonn.
17.06.2014, 06:00
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Vorstoß gegen Handy-Räuber
Von Ralf Michel

Konkrete Maßnahmen, um Handy-Räubern das Leben schwer zu machen, und weniger Auswärtstickets für Fußballfans bei Risikospielen – mit zwei Vorstößen von Ulrich Mäurer (SPD) beschäftigte sich die Innenministerkonferenz in Bonn. In beiden Fällen gelang es dem Bremer Innensenator, Bewegung in die Sache zu bringen.

Zwei in Bremen zu beobachtende Entwicklungen bereiten Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) Sorge – die stetig wachsende Zahl von gestohlenen oder geraubten Mobiltelefonen und die gewalttätigen Ausschreitungen bei Heimspielen von Werder Bremen. Zur Lösung beider Probleme hat Mäurer Vorschläge gemacht, die er bundesweit umsetzen möchte. Auf der Konferenz der Innenminister fand er dafür bei seinen Kollegen jetzt Gehör.

Der Vorschlag zu den Handys und Smartphones sei geradezu ein Selbstläufer gewesen, berichtet Mäurer. „Die Fallzahlen zu Raub und Diebstahl von Mobiltelefonen sind nicht nur in Bremen, sondern überall in Deutschland deutlich ansteigend.“

Bundesweit gab es im vergangenen Jahr rund 240 000 Straftaten im Zusammenhang mit Handys. In Bremen wurden rund 3600 Handys und Smartphones geraubt oder gestohlen. Um diese Straftaten deutlich zu reduzieren, folgten die Innenminister dem Vorschlag aus Bremen. Mäurer plant, die gestohlenen oder geraubten Geräte unter Beteiligung der Provider für illegale Nutzer unbrauchbar zu machen beziehungsweise die Nutzung des Beutegutes deutlich zu erschweren.

Gestohlene Geräte vom Netz

Bereits jetzt wird jedes Handy vom Hersteller mit einer individuellen Nummer (IMEI) versehen, die nur mit technischem Sachverstand änderbar ist. Die IMEI wird bei jedem Kontakt mit einem Sendemast mit übertragen. Die Provider wären damit in der Lage, Geräte mit ihnen bekannten IMEI-Nummern von der Kommunikation auszuschließen. Die Opfer müssten den Diebstahl oder Raub ihres Handys nur an die Polizei melden, die wiederum die IMEI-Nummern an die Provider weitergeben würde. „Damit würde das Raubgut Smartphone für viele Täter uninteressant“, betonte Ulrich Mäurer, der von seinen Kollegen den Auftrag erhielt, dieses Thema als Vorsitzender einer Arbeitsgruppe voranzubringen.

Nächster Schritt dabei laut Mäurer: Gespräche mit den Providern, um abzuklären, „ob die bereit sind, zu kooperieren“. Auf der Herbstsitzung der Innenminister will er darüber Bericht erstatten.

Zuspruch habe er auch für den Vorstoß erhalten, die Gewalt am Rande von Fußballspielen einzudämmen, berichtet Mäurer weiter. Die Konferenz sei dem Vorschlag aus Bremen gefolgt und wolle nun prüfen, inwiefern künftig bei Risikospielen die Kartenkontingente für Gästefans von zehn auf fünf Prozent gesenkt werden könnten.

„Mit der Reduzierung der Auswärtskarten allein geht es aber nicht“, betont der Innensenator. Deshalb werde ebenfalls geprüft, ob betrunkene, gewaltbereite Fans ein Beförderungsverbot erhalten und künftig Sonderzüge ohne Stopp zu den Austragungsorten fahren könnten.

Bundesweit übernommen werden könnte auch ein Modell aus Niedersachsen, das bei der Bundesliga-Partie Hannover gegen Braunschweig mit Erfolg eingesetzt worden sei. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus personalisierter Ticketvergabe und kontrollierter Anreise: Der jeweilige Verein bekommt die Auswärtskarten, und der Fan, der sie kauft, muss im Bus des Vereins anreisen, erklärt Mäurer. Außerdem gibt es die Eintrittskarten selbst zunächst nur als Gutschein, der erst unmittelbar vor Spielbeginn gegen das eigentliche Ticket eingetauscht wird.

Begeisterung unterschiedlich groß

Die Begeisterung für den einen oder anderen Vorschlag zum Fußball sei bei seinen Innenminister-Kollegen unterschiedlich groß gewesen, räumt Mäurer ein. Es ginge aber auch nicht darum, dass jedes Modell überall gleich zur Anwendung käme, sondern nur dort, wo es auch praktikabel sei. „Aber allen ist klar, dass etwas geschehen muss.“

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