Krebsberatungsstelle Bremen-Nord Vortrag und Tag der offenen Tür

Seit 2006 gibt es die Krebsberatungsstelle in Vegesack. Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar öffnet sie ihre Türen. Tags zuvor gibt es dort zudem den Vortrag „Krebsentstehung – eine Lebenslaufperspektive“.
03.02.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von DORIS FRIEDRICHS

Am 4. Februar ist Weltkrebstag. In diesem Jahr stehen Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen im Fokus. Die Krebsberatungsstelle Bremen-Nord lädt aus diesem Anlass zu einem Tag der offenen Tür ein. Außerdem hält Professor Hajo Zeeb vom Bremer Institut für Prävention am Mittwoch, 3. Februar, 18 Uhr, einen Vortrag über „Krebsentstehung – eine Lebenslaufperspektive“.

Mehr als 600 Beratungen hat Diplom-Sozialarbeiterin Gerda Zelder-Schlegel im vergangenen Jahr durchgeführt, persönlich vor Ort oder telefonisch. Die 57-Jährige leitet die Geschäftsstelle, die 2006 in Vegesack eröffnet wurde, seit neun Jahren. Für Patienten aus Bremen-Nord sei es häufig schwierig gewesen, den Weg zur Beratungsstelle in Bremen-Mitte auf sich zu nehmen. Auch seien die beiden Professoren, Heiner Wenk vom Klinikum Bremen-Nord und der ehemalige Leiter der dortigen Pathologie, Ulrich Bonk, für die Eröffnung der Beratungsstelle maßgeblich mit verantwortlich gewesen.

Vor allem Frauen nehmen das Angebot wahr, sagt Zelder-Schlegel. „Frauen fällt es leichter, sich zu öffnen. Sie verarbeiten Probleme beim Reden, während Männer das mehr mit sich ausmachen. Wenn es aber einen Vortrag gibt, beispielsweise über Prostatakrebs, dann ist der Raum voll.“ Die Einrichtung bietet 40 Sitzplätze. Für persönliche Gespräche kann ein kleinerer Bereich abgeteilt werden. „Ich denke, dass es immer noch eine Hemmschwelle gibt, herzukommen. Leichter fällt es, wenn Interessierte einen Vortrag besuchen, dann haben sie mich immerhin schon mal gesehen. Krebs ist nach wie vor ein Tabu-Thema, mit dem man nicht viel zu tun haben möchte“, weiß die Sozialarbeiterin.

Dabei nehme die Krebshäufigkeit zu, und nicht nur ältere Menschen seien zunehmend betroffen. Brust-, Prostata-, Darm-, Lungen- und Hautkrebs nennt sie als die am weitesten verbreiteten Krebserkrankungen. Flyer in der Beratungsstelle informieren über diese Krebsarten, über verschiedene Angebote, seit Neuestem auch über Kribbeln und Schmerzen in Händen und Füßen nach einer Chemotherapie und über Präventionsmöglichkeiten, die allerdings nur im Stadtgebiet angeboten werden. Beispielsweise das Projekt „Pegasus“ für Kinder und Jugendliche, deren Eltern oder Geschwister an Krebs erkrankt sind.

Und mit welchen Fragen kommen die Betroffenen in die Beratungsstelle? „Es geht oft darum, seinen eigenen Weg im Umgang mit der Erkrankung zu finden, sodass der Patient hinter der Behandlung stehen kann. Dann ist das Ganze wesentlich leichter“, weiß Gerda Zelder-Schlegel, die zusätzlich eine zweijährige psychoonkologische Ausbildung absolviert hat. „Dabei kann ich unterstützen.“ Sie biete eine Entscheidungshilfe, nicht ihre persönliche Meinung und auch keine medizinische Beratung. „Es geht beispielsweise darum, welche Fragen man bei einem Arztbesuch stellen kann, um zu einer eigenen Meinung und Einschätzung zu kommen. Oder ich kann dabei helfen, sich im Wust der Infos zurechtzufinden. Manchmal geht es auch um ein Zweitgespräch mit dem Arzt. Ich unterstütze die Patienten, sich zu trauen, nachzufragen.“ Ein Gespräch in der Beratungsstelle dauert bis zu einer Stunde. Ein Zweit- oder Drittgespräch kann folgen. Jedes ist kostenlos. Der Verein, die Bremer Krebsgesellschaft, finanziert sich ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Der Mindestbeitrag pro Person beträgt 25 Euro jährlich.

Am Weltkrebstag findet in der Nordbremer Beratungsstelle der Krebsgesellschaft ein Tag der offenen Tür statt. Interessierte können dabei unter anderem um 12 Uhr verschiedene Entspannungsübungen kennenlernen. Weitere Vorträge sind bis Juni geplant, am Mittwoch, 2. März, um 18 Uhr zum Thema „Weißer und schwarzer Hautkrebs“ mit dem Dermatologen Uwe Schwichtenberg.

Die Beratungsstelle in der Reeder-Bischoff-Straße 47B ist telefonisch unter 04 21 / 4 78 57 51 zu erreichen und hat dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr sowie mittwochs von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

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