Bremer Architektenwettbewerb Wählen Sie Ihren Favoriten für den BDA-Preis

Bremen. Der Weser-Tower, das schillernde Funkhaus von Radio Bremen und sieben weitere Gebäude stehen zur Auswahl. Am Sonntag wird der Bund Deutscher Architekten (BDA) den Sieger mit Preisen auszeichnen. Bis Freitag können auch Sie Ihren Favoriten wählen und abstimmen.
20.01.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Wählen Sie Ihren Favoriten für den BDA-Preis
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. Ist es der Weser-Tower, das neue Merkzeichen der Stadt am Eingang zum Hafenquartier? Ist es das schiffsähnliche Gebäude der Beluga-Reederei auf dem Teerhof? Oder das neue und schillernde Funkhaus von Radio Bremen im Stephaniviertel? Sind es diese Beiträge oder ganz andere, die am Sonntag vom Bund Deutscher Architekten (BDA) mit Preisen bedacht werden? Auch unsere Leser können sich entscheiden, sie sind von Donnerstag bis Freitag telefonisch und online zur Abstimmung aufgerufen.

"Die Bauten der Besten" war im November ein Artikel im WESER-KURIER überschrieben. Seitdem hat die Redaktion in loser Folge die neun vorab von der Jury ausgewählten Beiträge für den Architektenwettbewerb vorgestellt. Es sind neun von 80 - so viele Bewerbungen gab es, eingereicht von Architekten hauptsächlich aus Bremen und Bremerhaven.

Den Bremer BDA-Preis gibt es seit 1974, er wird in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben. Die feierliche Preisverleihung findet am kommenden Sonntag, 11 Uhr, in der Unteren Rathaushalle statt. Reden halten werden unter anderem Bausenator Reinhard Loske und Oliver Elser, Kurator im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt und Mitglied der Jury. Er wird auch auf das Urteil unserer Leserinnen und Leser eingehen.

Neun Bewerber in engerer Auswahl

Neben Weser-Tower, Beluga und Funkhaus stehen außerdem folgende sechs Wettbewerbsbeiträge zur Auswahl: Das Parkhaus im Stephaniquartier, die Pflegeklinik Friedehorst in Bremen-Nord, das Kontorhaus am Wall, die Fassade des Logistikzentrums von Beck&Co. in der Neustadt und zwei Häuser, die in Bremerhaven gebaut wurden: Timeport III im Gründerzentrum der Seestadt und das Elisabethhaus.

Beim Weser-Towerlobt die Jury die transparente Fassadenausbildung, die attraktive Blickbeziehungen erlaube. Mit Einschränkungen allerdings, denn gegen den ursprünglichen Plan des Architekten verhindert die Art des Innenausbaus, dass man durch den Tower hindurchsehen kann. Das Lichtband am Fassadenrand bezeichnen die Juroren als überflüssig.

Das Gebäude der Beluga-Reedereisieht die Jury als "Mittelpunkt und Mittler zwischen den benachbarten Bürobauten und den Wohnungsbauten des Teerhofs". Das immense Gebäudevolumen sei geschickt gegliedert worden und offeriere mit seinen Abstufungen, Ausklinkungen und Einschnitten eine starke Tiefenwirkung.

Beim neuen Funkhaus von Radio Bremenheben die Juroren die "prägnante Gliederung" hervor. Die Glasfassade sei bemerkenswert tief und vielschichtig. Und das Treppenhaus im Haus Diepenau "verblüfft als eigenständig-skulpturale Lösung einer sonst meist nur als Pflichtprogramm abgehandelten Situation."

Dem Timeport-III-Gebäude am Neuen Hafen in Bremerhavenattestiert die Jury eine klare Geste. Es stehe eigenständig und souverän an seinem Platz und trete trotzdem zum Nachbarn Timeport II in geschwisterliche Beziehung. Lob gibt es auch für die Treppenhalle - "der Raum ist eine mehrgeschossige Kommunikationszone", urteilen die Juroren.

Das lange umstrittene Kontorhaus am Altenwallhält die Jury nach den Planänderungen für ein "äußerst gelungenes, ja vorbildliches" Gebäude. Es handele sich dabei um eine gleichermaßen robuste wie elegante Lösung, die dabei helfen könne, eine innerstädtische Baukultur ohne modische Kapriolen zu etablieren.

Das Parkhaus im Stephaniviertel: "Hier werden zwei scheinbar paradoxe Ziele verfolgt", schreibt die Jury, "das Parkhaus soll sich durch die vorgesetzte Steinrasterung eingliedern, welche die Typologie eines Wohn- oder Bürobaus imitiert." Weil das sehr gut gelungen sei, könne man von einem "Stadtbaustein" sprechen.

Die Pflegeklinik in Friedehorstüberzeugt die Jury mit "attraktiven Raumbeziehungen zwischen Innen und Außen." Durch die Gliederung des Baukörpers würden sich für Bewohner, Besucher und Beschäftigte Rundwege durch das gesamte Gebäude und eine Reihe spannender Sichtbeziehungen ergeben.

Das Logistikzentrum von Beck&Co.betört die Jury durch das grüne Lichtband: "Insbesondere differenzierte Lichtstimmungen mit fließenden Übergängen zwischen Tag und Nacht verleihen dem Straßenraum einen spezifischen Charakter." Positiv sei aber auch die Alltagstauglichkeit der Hülle: "Selbst störendes Stadtmobiliar wie Stromverteilerkästen werden durch die Fassadenstruktur relativiert."

Schließlich das Altenpflegeheim Elisabethhaus in Bremerhaven. "Auf besondere Weise ist es den Architekten gelungen, ihre Aufgabe städtebaulich, architektonisch und gesellschaftlich zu lösen", betont die Jury. Es sei ein "kraftvolles Ensemble" entstanden das mit dem neuen Quartiersplatz und dem Stadtteilcafé Räume der Begegnung geschaffen habe.

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