Patient mit fehlendem Fingerglied in einem Krankenhaus gefunden / Reparatur des Kunstwerks ist schwierig

Wätjen-Büste: Polizei ermittelt Verdächtigen

Blumenthal. Die Polizei ist auf der Suche nach dem Unbekannten, der bei der Zerstörung der Wätjen-Büste in Wätjens Park ein Fingerglied verloren hat (DIE NORDDEUTSCHE berichtete), in einem Bremer Krankenhaus fündig geworden. "Dem jungen Mann fehlt eine Fingerkuppe", bestätigte Gundmar Köster, Sprecher der Polizei Bremen, gestern. Während die Polizei den Verdächtigen befragte, machte sich Rainer Frankenberg, erster Vorsitzender des Fördervereins Wätjens Park, Gedanken über eine mögliche Reparatur des Kunstwerks.
29.10.2011, 05:00
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Wätjen-Büste: Polizei ermittelt Verdächtigen
Von Julia Ladebeck

Blumenthal. Die Polizei ist auf der Suche nach dem Unbekannten, der bei der Zerstörung der Wätjen-Büste in Wätjens Park ein Fingerglied verloren hat (DIE NORDDEUTSCHE berichtete), in einem Bremer Krankenhaus fündig geworden. "Dem jungen Mann fehlt eine Fingerkuppe", bestätigte Gundmar Köster, Sprecher der Polizei Bremen, gestern. Während die Polizei den Verdächtigen befragte, machte sich Rainer Frankenberg, erster Vorsitzender des Fördervereins Wätjens Park, Gedanken über eine mögliche Reparatur des Kunstwerks.

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich laut Gundmar Köster um einen 17 Jahre alten Nordbremer. Er sei im Zuge der Ermittlungen bei Krankenhäusern und Rettungsdiensten ausfindig gemacht worden. Die Fingerkuppe hatte eine Journalistin der NORDDEUTSCHEN vorgestern Mittag bei einem Pressetermin neben der zerschmetterten Büste gefunden. Die Polizisten hatten sie bei der Besichtigung des Tatortes am Morgen übersehen.

"Der junge Mann hat sich selbst in ärztliche Behandlung begeben. Ihm fehlt ein Stück vom Mittelfinger", sagte Köster. Bei der Befragung des Verdächtigen habe dieser zugegeben, in der Nähe des Tatortes gewesen zu sein. Zum eigentlichen Tathergang habe er bislang jedoch keine Aussage gemacht. Nach eigenen Angaben war der 17-Jährige zum fraglichen Tatzeitpunkt erheblich alkoholisiert. "Wir schließen nicht aus, dass er Mittäter hatte", sagte der Polizeisprecher. Laut Köster ist der junge Mann polizeilich bereits in Erscheinung getreten - allerdings nicht wegen Sachbeschädigung. Zeugen haben sich nach Angaben des Sprechers bisher noch nicht bei der Polizei gemeldet. Die Ermittlungen zum Tatablauf und zu Mittätern dauern noch an.

Rainer Frankenberg traf sich noch am Donnerstag in Wätjens Park mit dem Steinbildhauer und Restaurator Michael Paesler, in dessen Betrieb die Büste im Jahr 2009 von dem Thüringer Bildhauer Rainer Jacob angefertigt worden war. Paesler sammelte die Stücke der zerstörten Statue ein und nahm sie mit in seine Werkstatt in Riensberg. "Ich kann noch nicht bemessen, wie hoch der Schaden ist", sagte Paesler gestern. Die Büste besteht aus Carrara-Marmor und das ist laut Paesler das Problem. "Marmor kann man ganz schwer reparieren. Man sieht den Schaden immer." Fakt sei, dass man die Büste nie wieder so herrichten könne, wie sie einmal war. Bei einer Neuanfertigung würden laut Paesler Kosten in Höhe von mehr als 15000 Euro entstehen - so viel hatte auch die erstmalige Anfertigung gekostet. "Wir sind heilfroh, dass wir damals die weise Entscheidung getroffen haben und nicht die Original-Büste, sondern eine Replik aufgestellt haben", sagte Rainer Frankenberg. Das Original der Skulptur von

Christian Heinrich Wätjen befindet sich in der Blumenthaler Kirche. Immerhin kann laut Paesler der Schaden am Sockel ausgebessert werden. "Das ist möglich, weil er aus italienischem Sandstein ist." Rainer Frankenberg kündigte an, der Verein wolle sofort damit beginnen, Spenden für die Reparatur der Wätjen-Büste zu sammeln.

Der Förderverein Wätjens Park freut sich über Spenden auf folgendes Konto:

Kontonummer 6013296, Sparkasse Bremen, Bankleitzahl 29050101.

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