Post zur Bundestagswahl

Wahlunterlagen auf Abwegen

Eigentlich sollten alle Wahlbenachrichtigungen in Bremen bis zum 19. August zugestellt sein. Doch das hat nicht geklappt. Wer noch keinen Brief erhalten hat, kann sich beim Wahlamt melden.
09.09.2017, 16:56
Lesedauer: 2 Min
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Von Elke Gundel
Wahlunterlagen auf Abwegen

Wahlhelfer

Nestor Bachmann, dpa

Noch zwei Wochen bis zur Bundestagswahl am 24. September – Zeit also, um sich zu fragen: „Wo ist eigentlich mein Wahllokal?“ So ging es jetzt einem Bremer, der auf seine Wahlbenachrichtigung wartete. Also habe er beim Wahlamt angerufen, sagt der 50-Jährige. Dabei habe er erfahren: Nicht nur bei seiner Frau und ihm, sondern bei vielen Bremerinnen und Bremern hat es Probleme mit der Zustellung der Unterlagen für die Wahl gegeben.

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Evelyn Temme, zuständige Referatsleiterin im Bremer Wahlamt, bestätigt das. Sämtliche Wahlbenachrichtigungen – in der Stadt Bremen gibt es etwa 395 000 Wahlberechtigte und in Bremerhaven circa 82 000 – seien zwar rechtzeitig verschickt worden. Zudem habe die Post zugesichert, die Briefe bis zum 19. August auszuliefern. Aber nicht alle Schreiben seien angekommen.

Etwa deshalb, weil Empfänger umgezogen seien oder der Name nicht auf dem Briefkasten zu finden sei. Zum Teil landen die Briefe dann mit dem Vermerk „Empfänger unbekannt“ oder „Empfänger verzogen“ beim Wahlamt. „Wir erfassen solche Rückläufer“, erklärt Evelyn Temme. In den Fällen, in denen eine erneute Zustellung Erfolg verspreche, würden die Unterlagen ein zweites Mal auf den Weg gebracht. Teilweise handele es sich aber auch um Adressen, an die eine Zustellung schon bei früheren Wahlen unmöglich war. „Dann macht es keinen Sinn, die Wahlunterlagen noch einmal dorthin zu schicken.“

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Mitunter liefert der Briefträger den Umschlag mit der Wahlbenachrichtigung zwar an der richtigen Anschrift ab, trotzdem landen die Unterlagen nicht beim Empfänger – vielleicht, weil der Brief zusammen mit unerwünschter Werbung entsorgt wurde oder sonst übersehen worden ist. „Das wissen wir, weil sich Betroffene bei uns melden, die wir gar nicht als Rückläufer erfasst haben.“ Bei wie vielen Bremerinnen und Bremern die Zustellung missglückt ist, kann Evelyn Temme nicht exakt beziffern. Nach allem, was sie von ihren Kollegen aus anderen Bundesländern höhere, liege die Zahl der Fehl-Zustellungen in Bremen aber im Durchschnitt. Früher, als die Wahlbenachrichtigung noch als Postkarte verschickt worden ist, seien viel mehr Unterlagen verloren gegangen. Deshalb würden die Informationen zur Wahl jetzt nur noch als Brief versandt. „Seitdem gibt es deutlich weniger Probleme.“

Für diejenigen, bei denen noch keine Wahlbenachrichtigung im Briefkasten lag, bedeutet das: „Sie sollten sich bei uns melden“, betont Evelyn Temme. Dann lasse sich am Telefon klären, ob die Betroffenen überhaupt im Wählerverzeichnis auftauchen. Die Service-Telefonnummer des Wahlamts lautet 361-88 8 88. Außerdem informieren die Mitarbeiter, welches Wahllokal das richtige ist. „Das kann man auch mithilfe des ,Wahllokalfinders‘ auf unserer Homepage herausfinden“, sagt Evelyn Temme. Die Wahlbenachrichtigung selbst ist am 24. September nicht unbedingt nötig: Es reiche aus, wenn man sich per Pass ausweisen könne und im Wahlverzeichnis erfasst sei.

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