Freiraumplanung für Dedesdorfer Platz musste im Rahmen der Trägerbeteiligung überarbeitet werden

Waller Mitte soll Gehwege bekommen

Walle. Im nächsten Sommer soll das Provisorium endlich passé sein. Dann sollen die Waller Boule und Beachvolleyball auf der fertig hergerichteten „Waller Mitte“ spielen: Dies ist erklärtes Ziel von Rainer Imholze, der im Bauressort den Bereich Zentren- und Innenstadtentwicklung verantwortet.
21.09.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anne Gerling
Waller Mitte soll Gehwege bekommen

Aufräumen auf der Waller Mitte nach den sommerlichen Aktivitäten.

Helmut Schellhammer und Bürgerinitiative Waller Mitte, Bürgerinitiative Waller Mitte

Walle. Im nächsten Sommer soll das Provisorium endlich passé sein. Dann sollen die Waller Boule und Beachvolleyball auf der fertig hergerichteten „Waller Mitte“ spielen: Dies ist erklärtes Ziel von Rainer Imholze, der im Bauressort den Bereich Zentren- und Innenstadtentwicklung verantwortet. Seit dem Sommer 2013 beschäftigt er sich dabei auch mit dem Dedesdorfer Platz und hat dem Stadtteil für dessen Umgestaltung über das Programm „Aktive Stadtteilzentren“ Fördermittel gesichert.

Zur Erinnerung: Mit der Umgestaltung der Waller Mitte sollen mehrere Ziele erreicht werden. Insbesondere geht es Imholze darum, Vegesacker Straße und Steffensweg besser miteinander zu verbinden. Außerdem soll die Fläche zum Quartiersplatz für Spiel, Sport und Erholung weiterentwickelt werden und bei Starkregen zur Entwässerung des Quartiers dienen.

Nun hat Imholze im Fachausschuss „Quartiersentwicklung“ des Waller Beirats den aktuellen Projektstand in Sachen Freiraumplanung und Bebauungsplan vorgestellt. Denn es hat sich dort einiges getan: 33 verschiedene Ämter sind im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (TÖB) angeschrieben worden, die daraufhin Stellungnahmen zu den Plänen abgegeben haben. Darunter vier kritische Rückmeldungen zu den Bereichen Unterhaltung, Bauordnung und Barrierefreiheit, die nun Annette Kramer vom Umweltbetrieb Bremen (UBB) näher erläuterte. UBB ist mit dem TÖB-Verfahren in das Projekt eingestiegen.

In der bisher angedachten Form sei der Platz nicht barrierefrei, hat dabei der Landesbehindertenbeauftragte Joachim Steinbrück angemerkt und den Planern eine Liste mit verschiedenen Punkten aufgegeben. So müssen zum Beispiel Poller und Sitzbänke leicht verändert werden. Insbesondere aber hat Steinbrück gut befestigte und deutlich erkennbare Wege angemahnt.

Der in zwei Workshops erarbeitete Entwurf für die Gestaltung der Fläche ist daraufhin überarbeitet worden. Das Resultat, das Annette Kramer nun präsentierte, mag auf den ersten Blick nicht bei jedem ankommen. Denn es wurden auf dem Platz mehrere Betonplattenwege ergänzt: So soll parallel zu Dedesdorfer, Vegesacker, Helgolander und der verlängerten Sandstedter Straße ein Fußweg rund um den Platz herum verlaufen. Außerdem sind diagonale Verbindungen etwa von der Sportklause zur Sandstedter Straße und von der Ecke Dedesdorfer Straße/Vegesacker Straße zur Lankenauer Straße hin angedacht.

Auch rund um die begrünte Mulde in der – nun leicht nach Nordosten verschobenen – Mitte des Platzes herum soll ein gut befestigter Fußweg angelegt werden. „Was Herr Steinbrück sagt, ist fast Gesetz für uns und wir werden dem nachkommen“, stellte Imholze dazu klar. Schließlich gehe es darum, dass auch die Mitte des Platzes für jeden erreichbar sei, ohne über eine undefinierte Fläche stolpern zu müssen: „Sonst grenzen wir bestimmte Gruppen aus, und das geht nicht!“

Was bei vielen dabei gut ankam: Auf Grand-Belag wollen die Planer nun doch verzichten; die gesamte Fläche soll eine Rasenfläche werden. Dies hängt zum einen mit der Barrierefreiheit zusammen und hat auch entwässerungstechnische Gründe. Auch über den Unterhalt des Platzes hat sich Imholze dabei schon Gedanken gemacht: „Sie können ganz sicher sein, dass ich nicht einen Cent investieren würde, wenn ich nicht ganz sicher wäre, dass es hinterher nicht auch gepflegt würde.“ Bouleplatz, Beachvolleyballfeld, ein Material-Container und der Leselust-Bauwagen müssen aus Lärmschutzgründen entlang der Wegeverbindung zwischen Vegesacker und Lankenauer Straße angeordnet werden – die in der überarbeiteten Version nun am Eingang an der Vegesacker Straße auch keinen Schlenker mehr macht. An diesem Weg werden Imholze zufolge später auch Laternenmasten aufgestellt, während die Bauordnung auf dem Platz selbst nachts keine Beleuchtung erlaubt. Und noch eine letzte Kleinigkeit: „Bänke und Fahrradständer können wir jederzeit nachrüsten, wenn Bedarf da ist“, so Imholze.

Auch mit der Erschließung der zukünftigen Baugrundstücke sind die Planer weitergekommen. Demnach soll es – wie von Anwohnern und der Bürgerinitiative gewünscht – an der verlängerten Sandstedter Straße zum Platz hin keine Parkplätze für Autos geben. Die Straße ist nun als Spielstraße angedacht; geparkt werden soll ausschließlich auf einer Fläche an der Ecke Sandstedter Straße/Dedesdorfer Straße. Für interessierte Baugruppen zeichnet sich dabei eine erfreuliche Entwicklung ab: Diese Stellplatzfläche wie auch die Dreiecksflächen am Steffensweg, die zu einem Carsharing-Mobilpunkt umgebaut werden soll, könnten planungstechnisch von der Erschließungsstraße abgekoppelt werden. Das bedeutet Zeitersparnis und niedrigere Erschließungskosten.

Die Ortspolitiker befanden die überarbeitete Planung einstimmig für gut – bis auf ein Detail: Sie wollen noch einmal mit Joachim Steinbrück das Gespräch dazu suchen, ob nicht doch noch auf ein kleines Stück Betonplattenweg auf dem nördlichen Teil der Fläche verzichtet werden könnte.

Im November will Imholze die beiden Vorlagen für Freiraumgestaltung und Bebauungsplan der Baudeputation vorlegen. Läuft alles rund, dann könnte im Frühjahr mit der Umgestaltung der Fläche begonnen werden. „Ich bin guter Dinge, dass wir im Sommer 2018 fertig sein werden – zumindest mit der Freiraumplanung“, so Imholze.

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