Treffpunkte sollen attraktiver werden

Wandel in den Begegnungsstätten

Seniorentreffpunkte im Bremer Osten sollen fit gemacht werden für die Zukunft und sich für weitere Bevölkerungsgruppen öffnen.
17.01.2018, 18:39
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Hasemann

Die Neuordnung der Senioren-Begegnungsstätten betrifft auch den Bremer ­Südosten. Wie hoch das Sozialressort die ­einzelnen Treffpunkte bezuschusst, entscheidet zukünftig die Eingruppierung in eine der drei Kategorien Treff, Zentrum oder Zentrum Plus. Der Verein Aktive Menschen Bremen (Ameb) ist als Betreiber von fünf Treffpunkten im Bremer Spdosten besonders betroffen. Der Vorsitzende Hubert Resch blickt dennoch vorsichtig optimistisch in die Zukunft.

Im Kern geht es bei der Reform darum, dass mehr Frauen und Männer den Weg in die Begegnungsstätten finden sollen. Im Herbst hatte Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) die Richtung vorgegeben: „Es gibt bislang zu wenig Angebote für Männer, für Menschen mit Behinderung und unterschiedlichen kulturellen Hintergründen.“

Auch in der Begegnungsstätte am Vahrer See ist der Männerschwund offensichtlich. „Männer sind ein großer Mangel“, sagt auch Hubert Resch. Der Verein versucht gegenzusteuern: „Am Vahrer See haben wir einen Anschub gegeben mit Henning Scherf, der jeden Monat einmal hier herkommt.“ In der Sudwalder Straße, eine Begegnungsstätte des Vereins, die auf der Kippe stand, wurden Programmteile der erfolgreichen Huchtinger Begegnungsstätte übertragen. Dennoch: Der Betrieb als Zentrum, der eine Förderung von knapp 30 000 Euro bedeutet, ist erst mal nur bis zum 30. September gesichert. Ob der Treffpunkt danach als Zentrum oder als Treff mit einer Förderung von 7000 Euro weitergeführt wird, entscheidet sich danach.

Definitiv Schluss ist für die Ameb seit dem 1. Januar in der Begegnungsstätte Olymp, die zu einem Treff mit einer Förderung von 15 000 Euro heruntergestuft wird und für die der Verein Vahrer Löwen ein Konzept entwickeln soll. „Die Vahrer Löwen sind jetzt am Zug“, sagt Hubert Resch. „Da müssen wir einen vernünftigen Übergang für die Besucher hinbekommen, und das machen wir natürlich.“

Im Schweizer Viertel dagegen könnte es eine neue Begegnungsstätte mit Beteiligung des Vereins geben. „In der Sankt-Gotthard-Straße soll ein Treff eröffnet werden, da werden derzeit die Räumlichkeiten renoviert.“ Hubert Resch geht davon aus, dass auch mit einer neuen Begegnungsstätte die Sudwalder Straße bestehen bleibt. Denn: „Die Menschen aus der Sudwalder werden nicht ins Schweizer Viertel gehen und die Menschen aus dem Schweizer Viertel nicht bis ganz in die Sudwalder Straße.“ Die Arbeit von Ameb sei quartiersbezogen.

Ein großes Problem für den Verein ist die Personalausstattung. Denn, um als Zentrum oder als Zentrum plus zu gelten, müssen die Begegnungsstätten eine bestimmte Anzahl an Personalstunden nachweisen. „Für uns bleibt die Forderung, dass die Begegnungsstätten eine Finanzierung für 15 Personalstunden bekommen, um die Arbeit zu leisten“, sagt Hubert Resch. Bisher arbeiten in den meisten Begegnungsstätten der Ameb hauptamtliche Beschäftigte für 8,5 Stunden, darüber hinaus engagieren sie sich oft auch ehrenamtlich für weitere Stunden. „Wir wollen die Lücke mit Ehrenamtlichen und Interessierten füllen“, sagt der Vereinsvorsitzende. So könnten sich die Hauptamtlichen auf ihre Hauptaufgabe, die Organisation des Betriebes, konzentrieren, während Ehrenamtliche ihre Interessen, ihr Können und ihre Hobbys in Form von Kursen und Gruppenangeboten einbringen. Im Februar wird es ein Treffen des Vereins geben, bei dem nach Beispielen aus der Praxis geschaut werden soll, wie die neuen Anforderungen umgesetzt werden können und „frisches Blut“ in die Treffpunkte gelockt werden kann, wie es Hubert Resch ausdrückt. „In Habenhausen gibt es zum Beispiel Angebote der Universität der dritten Generation.“ Die Uni der dritten Generation der Arbeiterwohlfahrt (Awo), bietet Kurse und Seminare zu Wissenschaftsthemen für Senioren an.

Ein anderes Beispiel, das Hubert Resch nennt, ist ein Zeitungs-Display mit internationalen Zeitungen – ein Angebot speziell für Migranten. In Huchting hat sich außerdem ein Männerfrühstück erfolgreich etabliert.

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