Kühne + Nagel-Stammhaus

Warten auf den Riesenkran

Weil auf der Kühne + Nagel-Baustelle ein 75 Meter hoher Kran errichtet wird, wird der Verkehr in der Martinistraße ab Mitte der Woche umgeleitet. In Richtung Neustadt geht es dann nur noch über Umwege.
05.02.2018, 12:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Beneke Pascal Faltermann
Warten auf den Riesenkran

Das erste, feuerrote Element des Riesenkrans steht schon: Gut drei Meter ist es hoch. Am Ende wird sich der gesamte Kran gut 75 Meter in die Höhe schrauben.

Christina Kuhaupt

Es bahnt sich etwas Großes an, dort auf der Baustelle an der Martinistraße. Der erste Teil der Sohle für das neue Stammhaus von Kühne + Nagel ist gegossen, darin eingelassen: das Kranfundament. Es wird ein großer Kran sein, der demnächst seine Runden am Himmel über der Stadt dreht. Das lässt schon das erste Element, feuerrot, erahnen. Per Leiter kann dessen Spitze derzeit noch erklommen werden, gut drei Meter ist sie hoch. Ein Bruchstück dessen, was da in Zukunft stehen wird: Etwa 75 Meter soll sich der Baukran am Ende in die Höhe schrauben.

Es geht zügig voran auf der Baustelle. Man sei gut im Zeitplan, sagt Ralf Miehe, der Regionalleiter Nord von Kühne + Nagel. Natürlich kommt den Handwerkern – gut 15 sind es aktuell – das bisher milde Wetter zugute. Frost und Temperaturen unter fünf Grad Celsius können die Arbeiten zum Stoppen bringen. Doch davon ist man in diesem Winter bislang weit entfernt.

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Die ersten unmittelbaren Auswirkungen der Baustellen haben sich bereits bemerkbar gemacht: Zuletzt war ein Teil der Schlachte für Radfahrer und Fußgänger gesperrt, weil dort, über dem Weg, ein kleines Containerdorf entstanden ist, in dem nun Büros und Besprechungsräume für die Bauleitung eingerichtet werden.

Und auch die Martinistraße ist vom Brill aus in Richtung Wilhelm-Kaisen-Brücke für die Autofahrer derzeit lediglich auf einer Spur befahrbar. Fußgänger können die Wilhelm-Kaisen-Brücke nur über die andere Straßenseite erreichen. Und auch der weitere Zeitplan für die Baustelle steht: Derzeit wird die Sohle für das am Ende über 40 Meter hohe Gebäude gegossen, es geht los mit dem Hochbau.

Richtfest soll Anfang 2019 gefeiert werden

Derzeit sind im Boden bereits mehr als 100 Tonnen Stahl verbaut, am Ende werden es allein in der Sohle circa 375 Tonnen sein, mehr als 1000 dann insgesamt. Da, wo jetzt noch Stahlstreben und Pfähle aus dem Boden ragen und sich mit dem Beton verbinden, wird im kommenden Jahr ein fertiges Haus stehen. Das Richtfest soll ­Anfang 2019 gefeiert werden. Doch bis dahin wird noch einiges passieren auf der ­Baustelle.

Die erste größere Maßnahme steht ab Mittwoch an. Bis einschließlich Freitag werden beide Spuren der Martinistraße in Richtung Wilhelm-Kaisen-Brücke voll gesperrt sein, damit ein sogenannter Turmdrehkran aufgebaut werden kann. Los geht es am Mittwoch in der Nacht ab 1 Uhr, wie Martin Stellmann, Sprecher des Amtes für Straßen und Verkehr (ASV), mitteilt.

Damit ist auf der Rampe zur Brücke kein Durchkommen mehr. „Der Verkehr wird, wie zu Beginn der Baumaßnahme auch, wieder durch die Unterführung in Richtung Tiefer geführt“, sagt Stellmann. In Fahrtrichtung Neustadt geht es für Autofahrer nun wieder per U-Turn an der Kreuzung Tiefer/Altenwall und über die Wilhelm-Kaisen-Brücke. „Das war alles schon mal da“, so Stellmann.

Im Januar 2017 hatte ein Abbruchunternehmen das Mauerwerk des alten Hauptgebäudes des Logistikunternehmens Kühne + Nagel abgerissen. Wie vor einem Jahr ist auch diesmal eine Buslinie der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) betroffen. Die Linie 25 müsse in Fahrtrichtung Osterholz ab Mittwoch, 4 Uhr, über die Hutfilter- und Obernstraße umgeleitet werden, teilt BSAG-Sprecherin Sonja Niemann mit. „Die Haltestelle Martinistraße entfällt also.“

Umleitung wird voraussichtlich am Sonnabend aufgehoben

Am Brill könnten Fahrgäste abweichend an der Haltestelle der Straßenbahnlinien 2 und 3 aus- beziehungsweise zusteigen und über die Obernstraße zur Domsheide fahren. „Die Busse stoppen dort ebenfalls an der Haltestelle der Linien 2 und 3“, so BSAG-Sprecherin Niemann. Die ­Umleitung werde aller Voraussicht nach am Sonnabend, 10. Februar, etwa ab 3 Uhr, auf­gehoben.

In der Fahrtrichtung Weidedamm verkehrt die Buslinie 25 regulär durch die Martinistraße. Die Sperrungen sind nötig, weil genügend Platz benötigt wird für den Kran und dessen Bestandteile. Auf der Baustelle selbst gibt es dafür nicht genügend Raum, denn das Gebäude wird später nahezu die gesamte Fläche einnehmen.

Um den großen Baukran zusammenzusetzen, ist wiederum ein zweiter Kran nötig, einer, der 300 Tonnen bewegen kann. Gut einen halben Tag wird es dauern, bis dieser Kran an Ort und Stelle steht. Am Mittwoch baut er dann den Riesen, dessen Auslegerspitze immerhin noch acht Tonnen tragen kann, dort auf, wo am Ende das Foyer des Hauses sein wird. Die Deckenlöcher können dann zu einem späteren Zeitpunkt geschlossen werden.

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Ab Mitte des Monats werden es 45 Facharbeiter sein, die regelmäßig auf der Baustelle anzutreffen sind. Im normalen Schichtdienst, nachts wird nicht auf dem Gelände gearbeitet. Die Ausführung und Koordination der Arbeiten und der unterschiedlichen Gewerke liegt bei der Firma Hellmich, dem Generalunternehmer. Für Kühne + Nagel steuert Robert Kley das Projekt.

Den Baustellenfortschritt in der Martinistraße kann er nun jederzeit von seinem Büro aus sehen: Eine Kamera lässt den Blick auf die Baustelle frei. Wenn der große Kran dann steht, wird erneut eine der beiden Fahrbahnen in Richtung Brücke wieder für den Verkehr freigegeben. Denn auf der rechten Spur muss Platz sein für Sattelzüge, die die Fassadenteile des Gebäudes Anfang April punktgenau zur Baustelle bringen werden.

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