Gastkommentar von Björn Fecker

Warum die Nationalelf wieder in Bremen spielen sollte

Nach der Niederlage des DFB vor dem Bundesverwaltungsgericht wäre es ein versöhnliches Zeichen, die National-Elf mal wieder in Bremen spielen zu lassen, meint unser Gastautor Björn Fecker.
28.04.2019, 20:49
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Fecker
Warum die Nationalelf wieder in Bremen spielen sollte

Wenn das Flutlicht im Bremer Weserstadion angeht, herrscht eine ganz besondere Stimmung. Die sollte auch mal wieder die Nationalmannschaft spüren.

Carmen Jaspersen /dpa

Nico Kovac, Trainer des FC Bayern, ahnte es schon vor dem Pokalspiel: „Wenn in Bremen die Lichter angehen, dann sind das besondere Spiele.“ Und seine Spieler sprachen im Nachhinein von einem „Hexenkessel“. Nun neigen Bremer ja eigentlich nicht zum emotionalen Kontrollverlust, aber vielleicht leben sie den Fußball doch noch mehr als in so manch anderen Stadt in diesem Land. Die Beziehung der Bremer zu „ihrem Verein“ ist eben auch eine ganz besondere. Bremens Weser-Stadion gehört zu den stimmungsvollsten Stadien der Republik, und doch bleibt unsere Nationalmannschaft dieser Spielstätte fern.

Nach der Entscheidung der Bremischen Bürgerschaft, bei Hochrisikospielen den Veranstalter am Mehraufwand der Polizei finanziell zu beteiligen, beschloss das DFB-Präsidium unter seinem damaligen Präsidenten Wolfgang Niersbach und getrieben von der Deutschen Fußball-Liga, fortan keine Länderspiele mehr in Bremen auszutragen. Erinnerte die Entscheidung der DFB-Oberen schon damals mehr an eine kindische Reaktion auf den Verlust des eigenen Spielzeugs, ist sie nach dem klaren Kantersieg Bremens beim Bundesverwaltungsgericht mehr als überholt. Was passiert denn, wenn andere Länder nun dem Beispiel Bremens folgen? Wird dann künftig auch auf Länderspiele in diesen Bundesländern verzichtet?

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Mit der Niederlage des Profifußballs vor dem höchsten deutschen Verwaltungsgericht und der erneuten Nicht-Berücksichtigung Bremens als EM-Standort wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, unsere Nationalmannschaft wieder in die norddeutsche Tiefebene zu schicken. Mit dem bisherigen Boykott trifft der DFB nicht nur die Bremer Fußballfans, sondern auch tausende Fußballbegeisterte im ganzen Nordwesten. Schon längst hat das Weser-Stadion eine Anziehungskraft bis an die niederländische Grenze. Wir können zwar kein Schlauchboot als Stadion bieten und mit tausenden VIP-Parkplätzen auf der grünen Wiese ist auch eher schlecht. Dafür findet man da, wo die Weser einen großen Bogen macht, unheimlich viel Flair und Charme. Der Stadiongast kann bequem vom historischen Marktplatz entlang der Weser zum Stadion spazieren und vor oder nach dem Spiel noch in eine der unzähligen Kneipen im Bremer Viertel einkehren.

Das Bremer Publikum puscht die Heimmannschaft enorm: Das war nicht nur gerade im DFB-Pokal zu spüren, sondern auch in den harten Jahren des Abstiegskampfes. Die Nationalmannschaft würde herzlich empfangen werden – vielleicht ja sogar mit Maximilian Eggestein, Max Kruse und Julian Brandt in der Startaufstellung.

Info

Zur Person

Unser Gastautor ist Präsident des Bremer Fußball-Verbandes. Zudem sitzt der 41-Jährige für die Grünen in der Bremischen Bürgerschaft.

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