Der Samstag in Bremen-Vegesack Warum sogar Musiker aus Kanada zum Festival Maritim anreisen

Am Samstag besuchten zahlreiche Menschen das Festival Maritim in Bremen-Vegesack. Die Besucher und Musiker kamen dabei nicht nur aus Bremen und umzu, sondern sogar aus Kanada.
03.08.2019, 19:18
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Warum sogar Musiker aus Kanada zum Festival Maritim anreisen
Von Aljoscha-Marcello Dohme

Wer einen Blick in die Gerhard-Rohlfs-Straße wirft, der sieht vor allem eins: Köpfe. Einen Platz im Freien in einem der Cafés oder Restaurants zu bekommen, ist schier unmöglich. Die Tische und Stühle sind längst von Musikliebhabern besetzt, die das Festival Maritim in vollen Zügen genießen wollen. Bereits zum 21. Mal findet die Veranstaltung statt und wieder lockt sie die Massen nach Vegesack: Insgesamt 100.000 Besucher erwarten die Organisatoren an den drei Festivaltagen.

Der Sonnabend startet traditionell mit der Straßenmusik in der Innenstadt. Das Spielfeld auf dem Sedanplatz wird seit vielen Jahren von der niederländischen Gruppe De Kaapstander eröffnet. Jan van Henk ist in diesem Jahr zum vierten Mal beim Festival Maritim dabei und schätzt vor allem die Gemütlichkeit und die Atmosphäre. „Außerdem fühle ich mich sehr sicher. Die Polizei ist zwar präsent, aber man sieht sie nicht ständig“, sagt van Henk. Wie alle anderen Formationen auch haben De Kaapstander gleich mehrere Auftritte beim Festival Maritim. „Wir spielen insgesamt sieben Mal an diesem Wochenende auf fünf verschiedenen Bühnen“, erzählt der Niederländer.

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Die dreitägige Veranstaltung zieht nicht nur Besucher aus Bremen und umzu an. Kai Nepolsky ist extra aus der Nähe von Augsburg angereist. Dass er eigens aus Bayern gekommen ist, sieht man ihm in seinem Seemannsoutfit nicht an. „Ich singe selbst im Seemannschor Königsbrunn und bedauere sehr, dass wir hier nicht auftreten“, sagt Nepolsky, der das Festival in diesem Jahr zum ersten Mal besucht. „Die Veranstaltung begeistert mich total. Ich mache hier ein sehr schönes maritimes Wochenende“, sagt er.

Fulminanter Start am Freitag

Begonnen hat das Festival bereits am Freitagabend. „Wir hatten einen fulminanten Start“, sagt Organisator Fritz Rapp. „Wir konnten richtig in die Vollen gehen.“ Eine gute Stunde vor Beginn gab es ein kleines Gewitter in Vegesack, das Rapp aber nicht aus der Ruhe gebracht hat. „Da muss man positiv denken und sich lieber um das Wesentliche kümmern, die Musik.“ Mit dieser Entscheidung lag er richtig. Pünktlich zum Start schien die Sonne über dem Stadtgarten in Vegesack.

Mitten auf der Reeder-Bischoff-Straße singt am Sonnabend der Neustädter Shanty Chor aus Bremen. Chorleiterin Coco Joura tänzelt im Takt der Musik immer entlang des Chors. Dem Publikum gefällt die Darbietung. Am Ende des Konzerts rufen sie lautstark „Zugabe, Zugabe“. Der Bitte kommen die Sänger gerne nach. „Die Zugabe-Rufe sind ein wunderbares Kompliment für uns“, sagt Joura. „Das Publikum ist generell total toll und hat gut mitgemacht.“ Für den Chor war der Auftritt in der Fußgängerzone wie ein Warmsingen. Wenig später steht für die Bremer ein weiteres Konzert an, dieses Mal auf der großen Bühne im Stadtgarten.

Eine deutlich weitere Anreise hatte die Band Tipsy 3. Jocelyne Bourque, Kimberley Holmes und Susie Lemay sind eigens aus Kanada angereist, um beim Festival Maritim auftreten zu können. „Die Veranstaltung ist einfach nur super. Wir sind erst seit zwei Tagen in Bremen und haben schon so viele nette Leute kennengelernt“, sagt Bourque. Sogar Freundschaften seien schon entstanden. „Mit Musikern aus den Niederlanden haben wir Telefonnummern ausgetauscht. Bei nächster Gelegenheit wollen sie uns zu einem Festival in ihre Heimat einladen“, erzählt Holmes. Trotz des weiten Weges von Kanada nach Europa sind die Frauen fest entschlossen, die Einladung anzunehmen.

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Zu den Melodien von Tipsy 3 tanzt Magdalena Simic-Schleicher durch die Fußgängerzone. Wann immer es die Zeit der Vegesackerin erlaubt, ist sie auf dem Festival Maritim. „Ich mag die ganze Atmosphäre hier. Das ist so, als wenn die Welt nach Vegesack kommt, um hier Urlaub zu machen“, sagt Simic-Schleicher.

Mit dem Wohnmobil zum Festival nach Bremen

Einen Kurzurlaub in Vegesack macht auch Astrid Weirauch aus Bad Zwischenahn. Seit drei Jahren kommt sie regelmäßig mit ihrem Wohnmobil nach Bremen, wenn in Vegesack das Festival Maritim stattfindet. Zwischen den Konzerten nutzt sie die Gelegenheit, um in den Geschäften ein wenig einzukaufen. „In erster Linie komme ich aber wegen der Musik. Das ganze Festival ist einfach wunderschön“, sagt Weirauch. Besonders begeistert ist sie von der musikalischen Vielfalt. „Von kleinen Gruppen über Dudelsäcke bis hin zu Rockmusik wird hier eine große Bandbreite geboten“, sagt sie.

An diesem Sonntag stehen noch über 60 Konzerte entlang der Vegesacker Weserpromenade auf dem Programm, die keinen Eintritt kosten. Im Kinderpiratenland am Vegesacker Geschichtenhaus gibt es Musik und Attraktionen für die kleinsten Besucher. Am Abend endet das 21. Festival Maritim mit einem Höhenfeuerwerk über der Weser.

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