Uni-Serie (9) Was steckt hinter International Relations?

Bremen. In einer Reihe stellen wir Studiengänge der Bremer Hochschulen vor, unter deren Namen man sich spontan wenig Konkretes vorstellen kann. Mit was befasst sich beispielsweise der Master International Relations, welche Karriereaussichten bieten sich?
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Von Barbara Debinska

Bremen. In einer Reihe stellen wir Studiengänge der Bremer Hochschulen vor, unter deren Namen man sich spontan wenig Konkretes vorstellen kann. Mit was befasst sich beispielsweise der Master International Relations, welche Karriereaussichten bieten sich?

Wie wird Politik auf internationaler Ebene gemacht? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Studierenden des Masters International Relations. Der zweijährige Studiengang wird seit 2004 von der Universität Bremen und der Jacobs University Bremen gemeinsam angeboten.

Inhalt des Studiengangs ist das Regierens jenseits des Nationalstaates. Beispielsweise werden die wirtschaftspolitische Dynamik und die Interaktionen der Europäischen Union analysiert. Professor der Politikwissenschaft an der Jacobs University, Philipp Genschel, nennt die Gesundheitspolitik in Somalia ohne funktionierenden Staat als weiteres Beispiel. Öffentliche Dienstleistungen würden in dem ostafrikanischen Staat durch internationale Organisationen ersetzt. Auch hier gelte es, die komplexen Verflechtungen der verschiedenen Institutionen zu verstehen, so Genschel.

Lernen in vier Modulen

Die Studenten befassen sich mit dem internationalen Regieren anhand politik- und wirtschaftswissenschaftlicher, historischer, juristischer und philosophischer Fragestellungen. Das Lehrprogramm setzt sich aus vier Modulen zusammen: Das erste Modul behandelt grundlegende Theorien der internationalen Beziehungen und der internationalen Zusammenarbeit mit den Schwerpunkten Sicherheit und Wohlfahrt.

Das zweite Modul untersucht Prozesse des politischen Wandels, das dritte reflektiert klassische und zeitgenössische Sozialtheorien und ethnische Ansätze. Das vierte Modul umfasst sowohl Forschungslogik als auch quantitative und qualitative Methoden, die den Studenten als Werkzeug dienen sollen, um Probleme des internationalen Regierens empirisch zu untersuchen.

Studieren auf Englisch

Der Studiengang International Relations wird in englischer Sprache angeboten. "Zwei Drittel der Studenten kommen aus dem Ausland", sagt Klaas Schüller, Programm Manager des Studiengangs. Die meisten von ihnen stammten aus Osteuropa, Nordamerika und Zentralasien. Ferner ziehe es aber auch junge Menschen aus der Türkei, aus Afrika, Mittel- und Südamerika nach Bremen, so Schüller.

Zugangsvoraussetzung ist neben eines Nachweises englischer Sprachkenntnisse ein abgeschlossenes Hochschulstudium in Politikwissenschaft, Internationale Beziehungen oder einer adäquaten Fachrichtung. Von den rund 200 Bewerbern beginnen jedes Jahr 20 Studenten ihr International-Relations-Studium.

Nach dem Masterstudium promoviere etwa die Hälfte der Studenten, sagt Professor Genschel. Die andere Hälfte der Absolventen steige direkt in den Job ein - zum Beispiel im öffentlichen Sektor, bei internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Aber auch in der freien Wirtschaft oder in Unternehmensberatungen fänden die Bremer Akademiker eine Anstellung, so Genschel.

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