Informationen für Bremen und Niedersachsen Was tun im Trauerfall?

Wenn Menschen sterben, ist für Angehörige einiges zu tun. Da Bestattungen Ländersache sind, gibt es in Bremen und Niedersachsen vereinzelt Unterschiede. Hier finden Sie alle Informationen auf einen Blick.
27.02.2019, 11:42
Lesedauer: 4 Min
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Von Carlotta Stürken und Chantal Moll

Der Tod eines Menschen ist für Familienmitglieder und Freunde ein schwerer Schlag. Doch trotz ihrer Trauer müssen Angehörige sich oft um viele Formalitäten kümmern. Es gilt, die Beisetzung, eine Wohnungsauflösung oder die Finanzen zu organisieren. Die Regelungen innerhalb der Bundesländer unterscheiden sich dabei vereinzelt - so auch in Bremen und Niedersachsen. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen auf einen Blick.

Die ersten Schritte nach Eintritt des Todes

Wenn ein Mensch in einem Krankenhaus oder Pflegeheim stirbt, stellt der behandelnde Arzt den Totenschein aus und übermittelt diesen häufig ohne Zutun eines Angehörigen an das zuständige Standesamt. Im Falle eines Todes außerhalb der städtischen Institution muss als Erstes ein Arzt informiert werden, der die Leichenschau durchführt und den Tod bestätigt. Die erste Leichenschau geschieht am Ort des Todesfalls und dient einzig der Feststellung des Todes. Wenn kein natürlicher Tod vorliegt oder der Arzt Anzeichen eines unnatürlichen Todes feststellt, muss dieser die Polizei oder einen Staatsanwalt benachrichtigen. Spätestens nach 36 Stunden muss der Körper in eine Leichenhalle überführt werden.

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Vor und nach der Bestattung

Nach Eintritt des Todes darf die Bestattung frühestens nach 48 Stunden stattfinden. In Niedersachsen muss die Beisetzung nach spätestens acht Tagen erfolgen, in Bremen sieht die Regelung vor, dass die Bestattung so früh wie möglich eintreffen muss. Es kann immer zu Abweichungen kommen, sofern notwendig und beantragt.

In Bremen ist die Obduktion verpflichtend, in Niedersachsen trifft diese Entscheidung der Bestattungspflichtige. Im Falle eines unnatürlichen Todes muss in der Regel in Niedersachsen eine Obduktion stattfinden, in Einzelfällen können die Bestattungspflichtigen diese auch ablehnen.

Wenn der Tod absehbar ist, können im Voraus schon einige Formalitäten geregelt werden. Die Angehörigen können in Absprache mit dem Sterbenden oder eigenständig ein Bestattungsinstitut auswählen, um den persönlichen Wünschen der Beisetzung nachzugehen. Die Wünsche sollten nicht in das Testament aufgenommen werden, da dieses in der Regel erst nach der Bestattung geöffnet wird.

Wer ist bestattungspflichtig?

Bestattungspflichtig, also zuständig für die Bestattung, ist in der Regel der Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner. Wenn das nicht der Fall ist, liegt eine festgesetzte Rangfolge vor: Kinder, Enkelkinder, Eltern, Großeltern und Geschwister. Bestattungspflichtige entscheiden über die Art der Beisetzung, sofern der Verstorbene keine Angaben über Wünsche und Vorstellungen seiner Bestattung gemacht hat. Die Bestattungskosten übernehmen nicht die Bestattungspflichtigen, sondern die Erben. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um dieselben Personen. Wenn die Erben die Kosten der Beisetzung nicht übernehmen können, bezahlt die jeweilige staatliche Behörde eine einfache Bestattung.

Das Bestattungsinstitut nimmt den Angehörigen viel, aber nicht alles ab. Das Institut hilft bei der Trauerfeier, der Auswahl der Totenkleidung und bei der Ruhestätte des Verstorbenen. Weitere Formalitäten kann das Institut den Angehörigen abnehmen, soweit der Wunsch danach besteht. Um Formsachen wie Wohnungsauflösung, Telefonvertrag und Finanzen müssen sich die Angehörigen kümmern.

Bestattungsarten in Bremen und Niedersachsen

Es gibt mehrere Arten der Bestattung:

  • Eine Erdbestattung ist nur auf Friedhöfen zulässig.
  • Baumbestattungen sind nur auf vorhergesehenen Waldfriedhöfen gestattet. Zu beachten ist, dass dies nur in einer Urne möglich ist.
  • Feuerbestattung: In Niedersachsen sind Bestattungen im Fall der Einäscherung nur auf dem Friedhof zulässig. In Bremen darf die Asche auf einem privaten Grundstück verstreut werden, in Niedersachsen ist das nicht möglich.
  • Seebestattung

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Bei der Seebestattung und der Beisetzung einer Urne unter der Erde, müssen die Urnen biologisch abbaubar sein, ebenso wie Särge. Die Asche muss in einer Urne aufbewahrt werden. Mittlerweile ist es zulässig, einen Teil der Asche in einen Diamanten einarbeiten zu lassen. Das ist nur möglich, wenn der Verstorbene vor seinem Tod diesen Wunsch geäußert hat.

Die Mindestruhezeit beträgt in Niedersachsen 20 Jahre. In Bremen beträgt diese bei Erdbestattungen 25 Jahre und bei Urnenbeisetzungen 20 Jahre. Nach der Mindestruhezeit wird das Grab entweder aufgelöst oder die Ruhezeit verlängert.

Bestattungskosten

Im Schnitt kostet eine Beisetzung insgesamt zwischen 7000 und 8000 Euro. In diesem Beispiel kostet ein Sarg aus Kiefern rund 800 Euro, bei einer Urne dagegen beginnen die Kosten bei 60 Euro.

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Die Friedofsgebühren und die Grabnutzung betragen ungefähr 2800 Euro. Je nach Grab kostet die Verlängerung der Ruhezeit unterschiedlich viel. Bei einem Urnengrab sind es ungefähr 600 Euro, bei einem Sarggrab sind es rund 2000 Euro. Alle Bestattungskosten variieren sehr stark.

Dokumente rund um den Tod

Der Totenschein, die Sterbeurkunde und der Erbschein sind drei unterschiedliche Dokumente. Der Arzt ist nur für den Totenschein zuständig. Die Sterbeurkunde wird von dem zuständigen Amt gestellt und besteht in Bremen aus sieben und in Niedersachsen aus fünf Dokumenten, die alle gleich sind. Der Erbschein muss und kann nur von dem Erben beantragt werden. Dazu sind folgende Dokumente notwendig: Sterbeurkunde, das Familienbuch, Abstammungs-, Geburts- und gegebenfalls Heiratsurkunde und der eigene Personalausweis, um die Verbindung zum Verstorbenen nachzuweisen. Anschließend stellt das Nachlassgericht den Erbschein aus. Das Erbe kann innerhalb einer Frist von sechs Wochen ausgeschlagen werden, jedoch nur, wenn der Erbschein noch nicht beantragt worden ist. Wenn ein Testament vorliegt, muss in der Regel kein Erbschein beantragt werden.

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Die Sterbeurkunde dient der Aufhebung von bestehenden Verträgen oder Versicherungen, wie Bankkonten, Miet- oder Telefonverträge. Mitgliedschaften gehören auch dazu. Im Regelfall genügt eine Kopie der Sterbeurkunde, nur in Ausnahmefällen übergibt der Angehörige ein Original.

Eine Checkliste für den Trauerfall finden Sie hier.

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