Veränderungswünsche Was wird aus dem Nelson-Mandela-Park?

Im Juli wurde der Park am Schwachhauser Denkmal des Elefanten in „Nelson Mandela-Park“ benannt.
28.09.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Renate Schwanebeck

Dazu veranstalteten der Verein „Der Elefant!“ und die „Innere Mission Bremen“ ein Sommerfest, bei dem Besucher und Schüler des Hermann Böse-Gymnasiums zu ihren Wünschen für den Park befragt wurden. Am Mittwoch übergaben Vertreter der Inneren Mission die Umfrage-Ergebnisse an Bürgerschafts-Mitglied Ralph Saxe und Beirats-Mitglied Gudrun Eickelberg. Anschließend berieten Interessierte über Möglichkeiten der Umsetzung – und besichtigten den Park im Dunkeln.

Fast 20 Interessierte fanden sich am Mittwochabend im Gemeindehaus der Kreuz-Gemeinde ein, als die Ergebnisse der Umfrage bei der Einweihung des Nelson-Mandela-Parks seitens der Inneren Mission an Ralph Saxe von der Bremischen Bürgerschaft und Gudrun Eickelberg vom Beirat Schwachhausen (beide Grüne und Vorsitzende des Vereins „Der Elefant!“) übergeben wurden.

Segen wünschte sich Pastor Lars Schwesinger von der Kreuzgemeinde in seiner Begrüßung für den Nelson Mandela-Park. Und für die, die sich darin aufhalten und die, die sich für den Park engagieren würden. Anschließend stellten Petra Wulf-Lengner und Ursula Häckell von der Inneren Mission Bremen die Ergebnisse der Umfrage vor, die während des Festes im „World Café“ von der Inneren Mission durchgeführt wurde.

Befragt wurden Schüler des benachbarten Hermann-Böse-Gymnasiums, Besucher des Festes, aber auch Wohnungslose, die die Bänke vor dem Elefanten gerne als ihr „Wohnzimmer“ bezeichnen. Bei der Umfrage wurde nicht nur nach den Wünschen gefragt, sondern auch danach, wie der Park wahrgenommen wird. Dabei wurde vorgebracht, dass der Park schmutzig sei und insbesondere abends als gefährlich empfunden werde und Bänke fehlen würden.

Insgesamt sechs Schwerpunkte kristallisierten sich bei den Wünschen der Befragten heraus. Einer der Aspekte betrifft die Sauberkeit. Oft würden Jugendliche abends auf und am Elefanten Saufgelage veranstalten. Die Wohnsitzlosen dagegen, die sich tagsüber oft auf den Bänken vor dem Elefanten aufhalten, wünschten sich eine Pflasterung unter den Bänken sowie die Deponierung von Schaufel und Besen, um ihr „Wohnzimmer“ sauber halten zu können. Dazu gehören auch mehr und größere Mülleimer.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Sicherheit, vor allem begründet durch das fehlende Licht im Park. Viele Befragte gaben an, dass der Park nicht gut einsehbar sei und sich viele Menschen insbesondere im Dunkeln nicht sicher fühlten. Ein Wunsch war deshalb, öfter Kontaktpolizisten im Park auf Streife gehen zu lassen.

Der dritte Punkt drehte sich um Feste. Petra Wulf-Lengner von der Inneren Mission: „Das Sommerfest ist super angekommen. Und wir haben beschlossen, dass wir im nächsten Jahr ein Frühlingsfest veranstalten wollen.“ Gerne würden die Teilnehmer der Umfrage auch Sportmöglichkeiten im Nelson Mandela-Park wahrnehmen: eine Boule-Bahn oder eine Tischtennis-Platte konnten sich viele vorstellen, oder auch einen Gesundheitstag mit der benachbarten Krankenversicherung DAK. Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft das Urban Gardening. So könnte der Umweltbetrieb etwa ein Blumenbeet ausheben, in dem die Bürger Blumenzwiebeln einpflanzen könnten. Eine Anwohnerin hat ein verwildertes Rosenbeet entdeckt, das sie pflegen möchte. Einigkeit herrschte auch darüber, dass der verdreckte Grünstreifen am Rande des Parks verschwinden soll.

Und schließlich sei, auch um das Urban Gardening zu ermöglichen, der Wunsch nach einem Brunnen in der Umfrage geäußert worden. Spontan entschlossen sich die Interessierten zu einer Parkbegehung im Dunkeln. Petra Wulf-Lengner: „Wir wollen alle Gruppen im Park ansprechen, miteinander ins Gespräch bringen und einbinden.“

Bei allem Optimismus blickt Ralph Saxe als Vorsitzender des Vereins „Der Elefant!“ auch mit Sorge auf den Zustand des Denkmals: „Zum Teil brechen schon Steine heraus. Wenn man es jetzt nicht saniert, sehen wir das Denkmal gefährdet. Ich würde mir wünschen, dass es an so einem zentralen Ort schöner aussieht.“

Am Sonntag, 5. Oktober, sind Interessierte eingeladen, sich um 12 Uhr am Eingang der Kreuzgemeinde, Hohenlohestraße 60, zu treffen, um eine weitere Begehung vorzunehmen und noch einmal genauer hinzuschauen.

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