Schiffsanleger am Landmark-Tower geplant

Wasserbusse auf der Weser

Bremen. Die Stadt plant ein System von Wasserbussen und baut am Landmark-Tower einen weiteren Schiffsanleger. Das ist Thema heute in der Wirtschaftsdeputation.
27.11.2013, 05:00
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Wasserbusse auf der Weser
Von Jürgen Hinrichs
Wasserbusse auf der Weser

Mit der Hal-över-Fähre „Pusdorp“ konnten Fahrgäste im Sommer zwischen Pier 2 und dem Molenturm pendeln.

Roland Scheitz

Von der Waterfront zum Weserstadion, von der Neustadt zum Martinianleger, vom Stadtwerder zur Überseestadt – und von all diesen Punkten aus nach Bremerhaven, Vegesack oder Oldenburg. So könnte auf der Weser in Zukunft ein System von Wasserbussen funktionieren. Über einen weiteren Baustein dafür entscheidet heute die Wirtschaftsdeputation: Am sogenannten Landmark-Tower soll ein Schiffsanleger entstehen.

In Venedig nimmt man ein Vaporetto. In der Lagunen-Stadt geht es gar nicht anders, als mit dem Wassertaxi unterwegs zu sein. In Bremen dagegen schon, hier gibt es Busse und Bahnen, trotzdem wird immer mehr dafür getan, dass die Menschen sich auch auf dem Wasser durch die Stadt bewegen können. Vaporetto auf der Weser sozusagen.

Heute wird die Wirtschaftsdeputation dazu einen weiteren Beschluss fassen. Am Ausgang des Europahafens soll auf Höhe des Landmark-Towers ein Schiffsanleger entstehen. Ziel ist, auf lange Sicht ein System von Wasserbussen zu etablieren. Der schnelle Weg über die Weser, von der Waterfront in Gröpelingen, über die Überseestadt und den Martinianleger bis hin zum Weserstadion. Angebunden werden soll auch die linke Weserseite, der Stadtwerder, die Neustadt und Woltmershausen.

„Mittelfristig könnte sich ein fahrplanähnlicher Verkehr entwickeln“, sagt Holger Bruns, Sprecher der Wirtschaftsbehörde. Ein Beispiel, wie sich so etwas bei entsprechender Nachfrage entwickeln könne, sei im vergangenen Sommer der Fährdienst zwischen Woltmershausen, Lankenauer Höft, Pier 2 und dem Molenturm in der Überseestadt gewesen.

Von Mai bis September seien dort rund 17000 Fahrgäste gezählt worden, 7000 davon hatten ihr Fahrrad dabei, jeder Fünfte kam aus dem Umland. „So ein Angebot hat gleich zwei Effekte“, erklärt Bruns, „wir verbessern den Nahverkehr und stärken den Tourismus.“

Durch den rund 600000 Euro teuren neuen Anleger am Landmark-Tower soll die Überseestadt in das System der Fahrgastschiffe eingebunden werden. Wer dort später zusteigt, kann mit dem Schiff nach Vegesack fahren, nach Bremerhaven oder Oldenburg. Genauso aber auch in die Stadt hinein, zum Martinianleger oder weiter bis zum Weserstadion. Nach Angaben der Wirtschaftsbehörde werden die Linienfahrten von und nach Bremerhaven, Oldenburg und Vegesack heute bereits von rund 80000 Fahrgästen pro Jahr in Anspruch genommen.

Betreiber des Fährverkehrs ist die Reederei Hal över. „Wir haben bisher einen kleinen Linienverkehr im Rahmen unserer Hafenrundfahrten angeboten“, sagt Geschäftsführer Dieter Stratmann. Im Sommer mehr davon, im Winter deutlich weniger. Stratmann hofft, dass sich das Fährgeschäft eines Tages stabil über das ganze Jahr hinweg zieht. Hal över unterhält mittlerweile zehn Schiffe und beschäftigt bis zu 100 Mitarbeiter. Eingerechnet ist dabei der Betrieb des Café Sand. Sollten die Pläne mit dem Wasserbus-System wahr werden, müsste die Reederei kräftig investieren: „Vier Millionen Euro für ein neues Schiff“, sagt Stratmann.

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