Einkaufscenter will Ladenfläche um 5000 Quadratmeter erweitern Waterfront-Pläne stoßen auf Ablehnung

Bremen. Die in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Pläne der Waterfront, ihre Verkaufsfläche zu erweitern, stoßen in der Politik auf eine Mischung aus Skepsis und klarer Ablehnung. Zuvor hatte es bereits ein Nein aus der Kaufmannschaft gegeben. Sowohl die City-Initiative als auch das Vegesack-Marketing fordern den Senat auf, bei der Begrenzung der Ladenfläche in dem Einkaufscenter in Gröpelingen keine Kompromisse zu machen.
20.06.2012, 05:00
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Waterfront-Pläne stoßen auf Ablehnung
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. Die in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Pläne der Waterfront, ihre Verkaufsfläche zu erweitern, stoßen in der Politik auf eine Mischung aus Skepsis und klarer Ablehnung. Zuvor hatte es bereits ein Nein aus der Kaufmannschaft gegeben. Sowohl die City-Initiative als auch das Vegesack-Marketing fordern den Senat auf, bei der Begrenzung der Ladenfläche in dem Einkaufscenter in Gröpelingen keine Kompromisse zu machen.

Jürgen Pohlmann, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, freut sich zwar, dass die Waterfront so großen Erfolg hat und den Standort im Bremer Westen nach dem Desaster des Space Parks wieder nach vorne gebracht habe. "Ich halte aber nichts davon, jetzt schon über eine Erweiterung zu diskutieren." Zwei Gründe, die für Pohlmann dagegen sprechen: "Zum einen hat die Waterfront noch 6000 Quadratmeter Reserve. Und zum anderen wollen wir weiterhin darauf achten, dass die Geschäfte in Walle, Gröpelingen und in der Innenstadt geschützt werden." Erst in enger Abstimmung mit dem Nahversorgungs- und Zentrumskonzept der Stadt könne später einmal darüber nachgedacht werden, der Waterfront mehr Flächen zu erlauben.

Als das Einkaufscenter vor vier Jahren an den Start ging, hatten die Behörden klare Vorgaben gemacht. Im Bebauungsplan verankert ist seitdem der Mix beim Sortiment und die Größe der Verkaufsfläche: 44000 Quadratmeter – mehr dürfen es nicht sein. Die Waterfront hat nun ein Plus von 5000 Quadratmetern beantragt, um, wie das Center-Management sagt, eine Basis für die Verhandlungen mit weiteren Mietern zu haben. Zurzeit gibt es in dem Einkaufscenter mehr als 90 Geschäfte mit zusammen rund 1000 Beschäftigten, die 20 Betriebe im sogenannten Food Court noch nicht mitgerechnet. Waterfront-Chef Peter Schneider prognostiziert, dass im Laufe des kommenden Jahres auch der letzte Quadratmeter an erlaubter Ladenfläche vermietet ist. Ausgereizt wäre der riesige Bau damit aber noch lange nicht. "Die Flächen sind ja da", so der Center-Manager, "wäre doch schade, sie nicht zu nutzen."

Die Grünen-Fraktion lehnt das strikt ab. "Wir sehen das genauso kritisch wie die Kaufleute in der City", sagt der Bürgerschaftsabgeordnete Carsten Werner. Es sei für die Waterfront sicherlich nicht überlebensnotwendig, weitere Ladenflächen zur Verfügung zu haben. Werner treibt die Sorge um, dass andere Geschäfte unter einer Erweiterung leiden könnten: "Zerschießt uns das die Nahversorgung?"

Klare Ablehnung auch von der CDU: "Solange die Stadt ihre Hausaufgaben in der Innenstadt nicht gemacht hat, darf es keine Erweiterung der Waterfront geben", sagt Jörg Kastendiek, wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Die CDU kritisiert seit Langem, dass es mit den City-Plänen nicht voran geht. "Rot-Grün ist mehr als zwei Jahre untätig geblieben."

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