Kommentar zur Gewalttäter-Datei

Wehrlos

Es ist richtig, dass die Bremer Grünen aktuelle Daten zur "Datei Gewalttäter Sport" anfordern. Das eigentliche Problem mit ihr kann Bremen aber nicht lösen, meint Nina Willborn.
22.04.2018, 21:25
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Von Nina Willborn
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Viele Menschen missbrauchen Sportveranstaltungen für das Ausleben ihrer Aggressionen.

dpa

Dass Menschen Fußballspiele oder andere Sportveranstaltungen für das Ausleben ihrer Aggressionen missbrauchen, ist ein Problem. Die „Datei Gewalttäter Sport“, mit der die Polizei (neben vielen anderen Maßnahmen) versucht, dagegen anzugehen, ist aber ebenfalls eins.

Denn wie viele Kritiker zu Recht anmerken, ist alleine schon der Name „Datei Gewalttäter Sport“ irreführend: Dort sind eben nicht nur Daten von Gewalttätern, sondern auch die von Tausenden Unbescholtenen gespeichert. In den meisten Fällen wissen sie nicht einmal davon und können sich folglich auch nicht gegen ihre Aufnahme wehren.

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Es ist gut, dass sich Bremen in diesem Punkt positiv von anderen Bundesländern abhebt und gespeicherte Personen freiwillig informiert. Wünschenswert wären tatsächlich regelmäßige Berichte über den Umgang mit der Datei, insofern ist die Anfrage der Grünen richtig und wichtig. Am eigentlichen Problem, den vielen unklaren rechtsstaatlichen Punkten der Gewalttäter-Datei, kann Bremen gegen den Willen der Bundesregierung und der anderen Länder jedoch alleine nichts ändern – leider.

nina.willborn@weser-kurier.de

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