Alternative Ideen

Ein Baum als Weihnachtsgeschenk

Immer mehr Bremer verschenken zu besonderen Anlässen einen Baum im Bürgerpark oder im Stadtgebiet. Auch International erhalten vor allem Nichtregierungsorganisationen wie Treedom vermehrt Anfragen.
20.12.2020, 08:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Mario Nagel

Einen Baum zu einem besonderen Anlass verschenken, diese Option wählen immer mehr Bremerinnen und Bremer. Egal ob zur Hochzeit, zur Geburt, im Todesfall oder zu Weihnachten – die Baumspende werde seit Jahren gern genutzt, sagt Tim Großmann. Er ist seit 2012 Direktor des Bremer Bürgerparks. Rund 70 Bäume würden jedes Jahr für den Park gespendet. Mal als Geschenk, mal im eigenen Namen, sagt Großmann.

Der über 150 Jahre alte Bürgerpark beherbergt etwa 20 000 Bäume. Nach so einer langen Zeit müssten einzelne Bäume ausgetauscht werden, weil sie krank oder durch ihr Alter instabil seien und damit die Besucher gefährdeten. „Wir schätzen deshalb jedes Jahr ab, wie viele Bäume wir austauschen müssen und nehmen dann bis zum Dezember die Baumspenden auf“, sagt Großmann. In der Regel würden sich Bedarf und Baumspenden decken.

Nur hin und wieder gäbe es eine Warteliste, wenn es doch zu viele Spender gibt. „Wir haben nur eine begrenzte Fläche, daher ist es immer ein Eins-zu-Eins-Tausch.“ In diesem Jahr allerdings sei man nicht um eine Warteliste herumgekommen: Es habe rund 30 Prozent mehr Anfragen gegeben. „Wir wurden für das kommende Jahr sehr gut bedacht, dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Großmann. Ab 500 Euro könne ein Baum gespendet werden, nach oben gäbe es – je nach Anzahl und Größe der Bäume – keine Grenze.

Beim Umweltbetrieb Bremen (UBB) geht die Baumspende ab 800 Euro los. Der Preisunterschied erkläre sich dadurch, dass der Bürgerpark gefördert wird und der Aufwand beim UBB größer sei, erklärt Sprecherin Kerstin Doty. „Wer einen Baum verschenken oder spenden will, teilt uns seine Vorstellungen mit. Dann müssen wir aber prüfen, ob das auch möglich ist.“

Besonders beliebt sei es, die gespendeten oder verschenkten Bäume in historischen Parks wie den Wallanlagen oder Knoops Park aufstellen zu lassen. Auch ein Platz vor der Haustür oder in der Umgebung rund um den Wohnsitz seien begehrte Orte, sagt Doty. Etwa 60 Bäume würden jährlich verkauft. „Zu Weihnachten steigen die Zahlen nicht besonders an, aber wir merken, dass das allgemeine Interesse jedes Jahr steigt.“

Dass immer mehr Menschen einen Baum spenden, bestätigt auch Sarah Weyers von der Nichtregierungsorganisation Treedom. „Wir konnten in diesem Jahr einen massiven Anstieg der Baumspenden verzeichnen“. Im Februar 2020 habe man, zehn Jahre nach der Gründung, den millionsten Baum gepflanzt. „Seitdem sind 500 000 weitere dazu gekommen, dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Weyers. Auf treedom.net können verschiedene Baumarten gekauft und so Menschen in Amerika, Afrika oder Asien unterstützt werden.

Wer seinen Liebsten zum diesjährigen Weihnachtsfest einen Baum in Bremen schenken will, kann sowohl beim Bürgerpark Bremen als auch beim Umweltbetrieb Bremen bis zum 22. Dezember einen Vorvertrag abschließen. Der Käufer erhält dann eine Urkunde, um sie dem Beschenkten unter den Weihnachtsbaum zu legen. Standort und Zeitpunkt würden dann im kommenden Jahr ausgemacht.

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