Neue Erhebung in Bremen Weihnachtsmarkt lockt knapp drei Millionen Besucher

Jetzt wissen es die Schausteller und die Touristikzentrale genau: 2,9 Millionen Menschen haben den Weihnachtsmarkt in der Bremer Innenstadt besucht. Auch an der Schlachte war die Zahl siebenstellig.
22.12.2015, 15:11
Lesedauer: 3 Min
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Weihnachtsmarkt lockt knapp drei Millionen Besucher
Von Carolin Henkenberens

Jetzt wissen es die Schausteller und die Touristikzentrale genau: 2,9 Millionen Menschen haben den Weihnachtsmarkt in der Bremer Innenstadt besucht. Auch an der Schlachte war die Zahl siebenstellig.

Seit 14 Jahren kursierte diese Zahl: 1,5 Millionen Menschen besuchen den Bremer Weihnachtsmarkt, hieß es stets. Die Zahl war im Jahr 2001 erhoben worden. Eine neue Erhebung zeigt jetzt, dass es längst viel mehr sind. 2,9 Millionen Gäste tummelten sich in diesem Jahr auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, den Schlachtezauber besuchten 1,2 Millionen.

So lautet das Ergebnis einer Erhebung, die die Handelskammer, die Touristikzentrale, die Wirtschaftsförderung, die beiden Verbände der Schausteller und Marktkaufleute sowie der Großmarkt in Auftrag gegeben haben. Dazu sind an 20 zentralen Zugangsorten an bestimmten Tagen die Besucher gezählt worden. Daraus ist eine Hochrechnung für den gesamten Zeitraum entstanden.

„Das sind Zahlen, die sich auch mit viel Fantasie niemand hätte vorstellen können“, sagt Karsten Nowak von der Handelskammer erfreut. Überrascht zeigt sich auch der Geschäftsführer des Bremer Schaustellerverbandes, Wolfgang Ahrens: „Ich habe mit 1,6 oder vielleicht 1,7 Millionen gerechnet.“

Besucherzahl sei sogar noch steigerungsfähig

Dabei war der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr noch nicht einmal „proppenvoll“, wie Ahrens es ausdrückt. Sein Resümee für 2015 fällt eher durchschnittlich aus. „Für die Schausteller lief es nicht schlecht, aber auch nicht herausragend.“ Auch Marktmeister Raimund Kluge spricht von einem gewöhnlichen Verlauf ohne besondere Komplikationen. Das Credo: Alles wie immer. Für Wolfgang Ahrens steht fest, dass die nun ermittelte hohe Besucherzahl im kommenden Jahr sogar noch steigerungsfähig ist.

Mit Spannung erwarten die Beteiligten jetzt die Ergebnisse von Befragungen der Marktbesucher. Neben der Zählung sind unter der Leitung des Bremer Professors Ivo Mossig erstmals rund 1000 Gäste zu 14 Aspekten befragt worden. Woher kommen sie, wie lange bleiben sie, wie viel Geld gegeben sie aus und wie gefällt ihnen der Weihnachtsmarkt? „Die Besucher konnten auch sagen, ob sie etwas auf dem Weihnachtsmarkt vermissen“, schildert Nowak. Die Auswertung der Antworten soll in einigen Wochen vorliegen. Daraus sollen Schlüsse für die weitere Vermarktung gezogen werden.

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Ein Schluss aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre ist in diesem Jahr bereits umgesetzt worden: Der Weihnachtsmarkt startete schon am Montag vor dem ersten Advent, drei Tage früher als sonst. Das sollte den Standbetreibern größere Umsätze ermöglichen. Ob sich das auch bezahlt gemacht hat, ließe sich schwer abschätzen, sagt Schausteller-Vertreter Ahrens. In der ersten Woche habe der Weihnachtsmarkt nämlich so seine Anlaufschwierigkeiten gehabt. Nach dem ersten Advent hätten die sich aber gelegt.

„Die Leute müssen sich erst daran gewöhnen, dass der Weihnachtsmarkt früher losgeht“, sagt Ahrens. Als der Freimarkt zum ersten Mal an einem Freitag begann, sei zunächst auch wenig los gewesen. Heute sei der Freitag der am besten besuchte Tag. 2016 soll der Weihnachtsmarkt deshalb wieder so früh beginnen.

Polizei mit Ablauf zufrieden

Und wie wirkte sich die Verunsicherung nach den Attentaten in Paris mit mehr als 130 Toten auf den Verlauf des Weihnachtsmarktes aus? Polizei, Schaustellerverband und Marktmeister sind sich einig: Weder unter Standbetreibern noch unter Besuchern sei die Angst größer gewesen. Uniformierte Polizisten sollten durch ihre Präsenz das Sicherheitsgefühl der Besucher erhöhen, sagt Polizeisprecher Dirk Siemering. Eine Panik, wie sie auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin nach der Explosion einer Gasflasche ausbrach, habe es in Bremen nicht gegeben.

Für die Polizei fällt das Fazit auch sonst sehr positiv aus. Zwar stünden wieder einige Taschen- und Trickdiebstähle zu Buche, aber keine Raubtaten. In schlechter Erinnerung bleiben dagegen der Sturm am ersten Adventswochenende – der Markt musste vorzeitig schließen – und der Unfall einer Touristin, der eine ein Meter lange Eisenstange aufs Bein gefallen war. Die Stange war von einem Baugerüst herabgestürzt.

Neben diesen kleineren Vorfällen habe alles gut geklappt. Besonders lobt Siemering die Reaktion der Standbetreiber als Trickdiebe eine Schlägerei vortäuschten und einem Kollegen 6500 Euro stahlen. Sofort warnten sich alle Standbetreiber über „Whatsapp“.

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