Ursula und Heinz Palme engagieren sich in ihrem Stadtteil, wo immer es geht / Ehrung durch Blumenthaler CDU Weil Wilhelm Kaisen es so wollte

Kleine Anerkennung für große Leistungen: Weil sie sich seit Jahrzehnten für ihren Stadtteil einsetzen, hat die Blumenthaler CDU Ursula und Heinz Palme geehrt. Auch wenn sie mittlerweile die meisten Ehrenämter abgegeben haben, werden sie nicht aufhören, sich einzumischen. Die Ursache für ihr Engagement war auch ein Besuch im Rathaus vor gut 55 Jahren.
05.01.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Palm

Kleine Anerkennung für große Leistungen: Weil sie sich seit Jahrzehnten für ihren Stadtteil einsetzen, hat die Blumenthaler CDU Ursula und Heinz Palme geehrt. Auch wenn sie mittlerweile die meisten Ehrenämter abgegeben haben, werden sie nicht aufhören, sich einzumischen. Die Ursache für ihr Engagement war auch ein Besuch im Rathaus vor gut 55 Jahren.

Blumenthal. Es gibt Tage, die vergisst man nie. Für Ursula Palme war der 17. November 1956 so einer. Wilhelm Kaisen hatte sie in die Obere Rathaushalle eingeladen, weil sie gerade volljährig geworden war. Der Bürgermeister schwor sie ein auf die Bremer Landesverfassung. Im mahnenden Ton der jungen Bonner Republik war die Rede vom Gemeinsinn, der für eine Demokratie nötig sei und von der Ordnung des gesellschaftlichen Lebens, die jeder Bürger zu verteidigen habe. Kaisens Worte haben Eindruck gemacht, jedenfalls auf Ursula Palme. Denn seither setzt sich die Blumenthalerin ehrenamtlich ein, wo immer es geht. Und es geht an vielen Stellen.

Ihre wichtigsten Stationen hat sie sich auf einen Zettel geschrieben: 25 Jahre Kirchenvorstand, 17 Jahre Beirat Blumenthal, im Vorstand des Blumenthaler Bürgervereins war sie jahrelang zusammen mit ihrem Mann Heinz. Die Palmes mischen sich ein und zwar dort, wo sie das Gefühl haben, dass sie etwas bewegen können: In ihrer unmittelbaren Umgebung.

Freibad und Fußgängerampel

Der Tisch ist mit selbstgebackenen Plätzchen gedeckt, die Palmes sind in Erzähl-Laune. Sie berichten von kaputten Straßenlaternen, die auf ihre Initiative hin repariert wurden, und von vermüllten Plätzen, die sie gereinigt haben. Eines der größeren Projekte war die Fußgängerampel an der Ecke Breitscheid-Straße und Kreinsloger. Jahrelang setzte sich Ursula Palme im Beirat dafür ein, Senioren und Kindern den Überweg zu erleichtern - am Ende erfolgreich.

Besonders wichtig ist ihnen das Blumenthaler Freibad. Heinz Palme pflanzte dort Bäume und schnitt die Hecken, seine Frau demonstrierte für den Erhalt der Freizeiteinrichtung, die immer wieder infrage gestellt wird. Seit mehr als 30 Jahren pflegen sie zudem die Blumenkästen vor dem Blumenthaler Rathaus. Das Gießwasser bringen sie im Sommer von zu Hause mit.

"Die Beiden sind wirklich toll", sagt der Blumenthaler CDU-Vorsitzende Rainer Bensch. Wie viel sie auch leisteten, sie würden es nie an die große Glocke hängen. Umso überraschter waren sie, als Bensch vor kurzem zu einer formlosen Ehrung bei ihnen aufkreuzte. Eine Flasche Rotwein und ein großes Danke hatte er dabei. Nicht dass die CDU es nicht versucht hätte. Aber Bernd Neumanns Bitten, der Partei doch endlich beizutreten, lehnte Ursula Palme ab - "aus privaten Gründen", wie sie sagt. Ihr Mann hingegen ist CDU-Mitglied. Seit 1989 sei er im Vorstand der Seniorenunion Bremen-Nord, erzählt er. Nein, seit '99 korrigiert ihn seine Frau. Aber was machen schon zehn Jahre bei einer ehrenamtlichen Biografie wie der der Palmes?

Um ein Mandat im Beirat hatte sich Ursula Palme bei der vergangenen Wahl nicht beworben. Sie wolle den jungen Leuten mit ihren 76 Jahren nicht im Weg stehen und selbst entscheiden, wann Schluss ist. "Ich hoffe, sie entscheidet Ehefragen nicht nach dem gleichen Muster", sagt ihr Mann und lacht. Vor wenigen Tagen feierten sie ihren 55. Hochzeitstag.

Dass sich die Palmes für ihren Stadtteil einsetzen, ist bekannt. Deshalb planen sie auch etwas mehr Zeit ein, wenn sie zum Einkaufen gehen. Immer wieder werden sie von Bekannten angesprochen, die ihre Anliegen loswerden wollen. Dass die Palmes etwas bewegen können, hat sich herumgesprochen. Sie fühlen sich dadurch geehrt. Ob das aber wirklich ein gutes Zeichen ist, wissen sie nicht so recht. Schließlich hatte Wilhelm Kaisen gesagt, dass sich jeder Bürger für die Belange der Gesellschaft einsetzen solle. Das werden sie auch ohne Ehrenämter weiterhin tun, sagt Heinz Palme. "Mit offenen Augen kann man ja immer noch durch die Gegend laufen."

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