Friedehorst setzt Sanierer ein

Weiter Einschnitte für Mitarbeiter absehbar

Die Friedehorst-Mitarbeiter werden voraussichtlich erneut auf einen Teil ihres Gehalts verzichten müssen. Das kündigte Ralph Freiherr von Follenius an, der als Sanierer ins Unternehmen geholt wurde.
24.02.2015, 00:00
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Weiter Einschnitte für Mitarbeiter absehbar
Von Julia Ladebeck

Die Mitarbeiter von Friedehorst werden voraussichtlich erneut auf einen Teil ihres Gehalts verzichten müssen. Das kündigte der neue Chief Restructuring Officer (CRO) an, der den Sanierungsprozess in den kommenden Monaten begleiten wird.

Das Kuratorium der Stiftung Friedehorst hat Ralph Freiherr von Follenius eingesetzt, der mit seiner Firma „Follenius Management und Beratung für Krankenhäuser GmbH“ in Neu Isenburg bei Frankfurt ansässig ist. Freiherr von Follenius, der als „harter Sanierer“ gilt, tritt – vorübergehend – die Nachfolge des kaufmännischen Vorstands Bert Juhnke an.

CRO oder Krisenspezialisten werden Wirtschaftsstudien zufolge meistens auf externen Druck hin – also beispielsweise von Banken – ins Unternehmen geholt. Nach Angaben von Friedehorst-Vorsteher Pastor Michael Schmidt ist der Einsatz des CRO in Friedehorst jedoch nicht auf Druck, sondern „in enger Abstimmung“ mit den Banken erfolgt. „Herr von Follenius ist ein erfahrener Gesundheitsmanager und wird uns durch die Phase der Konsolidierung hindurch beratend zur Seite stehen.“

Wie lange von Follenius bleiben wird, steht noch nicht fest. Nach wie vor muss Friedehorst den Banken monatlich Bericht erstatten. Wie berichtet, hat Friedehorst mehrere Jahre lang rote Zahlen geschrieben. Das Jahr 2012 schloss das Unternehmen mit einem Minus von 6,9 Millionen Euro ab.

2014 erwirtschaftete Friedehorst nach eigenen Angaben wieder einen Überschuss. Genaue Zahlen liegen laut Schmidt noch nicht vor. Die Ziele der ersten Sanierungsphase, das räumte Schmidt ein, seien aber nicht vollständig erreicht worden. „Die Herausforderungen der Sanierung sind größer, als wir im Sommer 2013 überblicken konnten.“ Zu der dennoch positiven Entwicklung hätten die Mitarbeiter beigetragen, die nach einer Dienstvereinbarung auf zehn Prozent ihres Gehalts verzichteten.

Die erste Stufe der Dienstvereinbarung endet nun aber Ende Februar. Ab März bekommen die Mitarbeiter wieder ihr volles Gehalt nach den Arbeitsvertragsrichtlinien des Diakonischen Werkes. Zur zweiten Stufe der Dienstvereinbarung gehört noch der Verzicht auf einen Großteil des Urlaubsgeldes im Juni.

Wie von Follenius in einem Pressegespräch ankündigte, wird Friedehorst um eine weitere Dienstvereinbarung nicht herumkommen. „Wir brauchen dieses Geld“, sagte der 57-Jährige. Gleichzeitig müsse das Unternehmen so aufgestellt werden, dass die wirtschaftlichen Ziele mittelfristig auch ohne Verzicht der Mitarbeiter erreicht werden könnten.

Erste Maßnahmen will der Vorstand im Frühjahr bekanntgeben. Von Follenius nannte „fiktive Beispiele“ im Bereich Arbeitsorganisation, die Einsparungen bringen könnten, darunter die Flexibilisierung von Arbeitszeiten und die Bildung eines Personalpools, mit dessen Hilfe auf krankheitsbedingte Ausfälle reagiert werden könnte. Auch Leistungen, die das Unternehmen derzeit möglicherweise freiwillig „on Top“ erbringe, sollen laut von Follenius auf den Prüfstand.

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