IAC 2018 in der Hansestadt

Weltgrößte Raumfahrtkonferenz in Bremen

Der International Astronautical Congress (IAC) ist das jährliche Top-Ereignis der weltweiten Raumfahrtszene: 2018 findet er nach 2003 zum zweiten Mal in Bremen statt.
15.03.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Peter Hanuschke und Stefan Lakeband
Weltgrößte Raumfahrtkonferenz in Bremen

Der Kongress bietet die Möglichkeit, den Raumfahrtstandort Bremen einem breiten, weltrauminteressierten Publikum vorzustellen.

dpa

Der International Astronautical Congress (IAC) ist das jährliche Top-Ereignis der weltweiten Raumfahrtszene: 2018 findet er nach 2003 zum zweiten Mal in Bremen statt.

Erwartet werden mehr als 4000 Wissenschaftler, Führungskräfte der nationalen Weltraumagenturen und Industrievertreter. An diesem Freitag wird im Bremer Rathaus mit dem Dachverband International Astronautical Federation (IAF) offiziell der Vertrag unterzeichnet. Die Bremer Seite wird durch das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (Zarm) der Universität Bremen vertreten.

Mit 400 000 Euro ist Bremen an der Veranstaltung beteiligt, die vom 1. bis 5. Oktober 2018 in der ÖVB-Arena und den Messehallen stattfindet. Mit diesem Geld soll die Lücke geschlossen werden, die nach aktuellen Berechnungen offen bleibt. Kalkuliert wird mit Gesamtkosten von etwa 3,4 Millionen Euro, die zum größten Teil über Teilnehmerbeiträge, Vermietung von Ausstellungsflächen und Sponsoring durch die Raumfahrtindustrie gedeckt sein sollen.

Bei der Ausrichtung des IAC geht es dem Bremer Senat vor allem auch darum, regionalwirtschaftliche Effekte für Bremen als europäischen Raumfahrtstandort zu erzielen und den verschiedenen Unternehmen in der Hansestadt eine entsprechende Plattform zu geben. In Abstimmung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie den Akteuren der Bremer Raumfahrtszene hatte sich Bremen bereits 2014 für die Ausrichtung des IAC in Deutschland beworben – damals allerdings erfolglos: Adelaide in Australien bekam den Zuschlag.

Einbindung der regionalen und nationalen Industrie

Bei der Entscheidung hätten vor allem politische Gründe eine Rolle gespielt. Denn auch kleinere Raumfahrtnationen sollten berücksichtigt werden, heißt es in einer Senatsvorlage. Da die Bremer Bewerbung auf breite regionale, nationale und internationale Unterstützung gestoßen sei, erfolgte ein Jahr später ein erneuter Versuch, dieses Mal mit Erfolg. Die Kosten für beide Bewerbungen – etwa 300 000 Euro – machen den Großteil der Bremer Beteiligung an den Gesamtkosten aus.

Eingebunden ist bei der Vorbereitung und Ausrichtung des Weltraum-Kongresses vor allem auch die regionale und nationale Industrie. Das kommt auch am kommenden Freitag im Rathaus zum Ausdruck: Dann wird eine Absichtserklärung unterzeichnet, mit der sich die industriellen Hauptpartner des IAC 2018 als „Team Germany“ konstituieren werden.

Dazu gehören das DLR, das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB, Airbus Defence and Space, Airbus Safran Launchers und MT Aerospace, die sowohl in Bremen als auch im anderen Regionen Deutschlands ihre Produktions- und Entwicklungsstandorte haben. Sie wollen sich damit gemeinsam mit dem Zarm und dem Land Bremen dazu verpflichten, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen und die große Bedeutung der Raumfahrt für Bremen und dem Rest Deutschlands international beim IAC zu präsentieren.

Raumfahrt ist in Deutschland angekommen

„Dass der IAC nach 15 Jahren erneut nach Bremen kommen wird, ist für die ansässige Raumfahrtindustrie eine großartige Sache“, sagt Fritz Merkle, Vorstandsmitglied von OHB. Einerseits könne man internationalen Partnern, die man jedes Jahr auf dem Kongress treffe, den „tollen Standort Bremen“ zeigen und selbst bei der Gestaltung der inhaltlichen Schwerpunkte mitwirken. Andererseits zeige es auch, dass Raumfahrt in Deutschland „angekommen“ sei.

Schließlich sei der IAC der größte jährlich stattfindende Raumfahrt-Kongress weltweit. Und den erneut nach Bremen geholt zu haben, sei schon eine Anerkennung. „Als Systemhaus ist es für uns immer wichtig, auch ein Ohr an den Entwicklungen in der Wissenschaft zu haben“, sagt Merkle weiter, der sich selbst auch dafür eingesetzt habe, dass der IAC erneut nach Bremen komme.

Auch Airbus Defence and Space will den Kongress nutzen, sich selbst, aber auch den Raumfahrtstandort Bremen zu präsentieren. „Der IAC ist für uns die Möglichkeit, unsere strategischen Projekte einem sehr weltrauminteressierten Publikum vorzustellen“, sagt Oliver Juckenhöfel, Standorteiter in Bremen und Leiter On-Orbit-Services und Exploration. Dazu zählten etwa die Kompetenzen im Bereich der Exploration des Alls, der astronautischen Raumfahrt und der Internationalen Raumstation ISS. Ein Fokus beim Kongress wird laut Juckenhöfel auch darauf liegen, neue Raumfahrer-Staaten und Start-ups in das bereits bestehende Netzwerk aus Institutionen und Unternehmen zu integrieren.

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