Kommentar über die qualifizierte Leichenschau

Wenig Gespür

Das neue Gesetz zur Leichenschau in Bremen führt zu Verzögerungen. Damit werden Angehörige zusätzlich belastet. Das ist unzumutbar, meint Sabine Doll.
25.08.2017, 21:03
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Wenig Gespür
Von Sabine Doll

Schon vor drei Jahren hat sich Bremen auf die Einführung der qualifizierten Leichenschau verständigt. Genug Zeit also, um die konkrete Umsetzung zu planen: wie die Leichenschau in Kliniken organisiert wird, ob und wie Klinik-Ärzte dafür fortgebildet werden, wie das Institut für Rechtsmedizin ausgestattet sein muss, wie die Abstimmung zwischen Bestattern und Leichenschauärzten sowie den Hausärzten, die den Tod feststellen, und den Rechtsmedizinern abgestimmt wird.

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Vor allem mit einem – vorrangigen – Ziel: Dass es nicht zu belastenden Verzögerungen für Hinterbliebene kommt, die sich ohnehin in einer emotionalen Ausnahmesituation befinden. Dafür hat die Gesundheitsbehörde wenig Gespür bewiesen. Dass es zu Startschwierigkeiten kommen kann, ist verständlich. Aber das Gesetz war kein Schnellschuss – zumindest hätte es das bei dem Vorlauf nicht sein dürfen. Deshalb ist es unverständlich, warum jetzt noch elementare Dinge wie eine Verordnung zur Fortbildung von Klinik-Ärzten oder Formulare nachgereicht werden müssen. Dann hätte das Gesetz besser verschoben werden sollen; auf ein, zwei oder drei Monate wäre es nicht angekommen. Auf ein, zwei oder drei Tage für Hinterbliebene schon.

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