Semkenfahrt ist noch abgesperrt

Wenig Hoffnung für Schlittschuhläufer in Bremen

Eine Reihe von kalten Tagen kündigt sich an. Das lässt Schlittschuh-Fans in Bremen und umzu aufhorchen. Doch noch ist unklar, ob sich auf der Semkenfahrt im Blockland genug Eis bildet, um das Wintervergnügen zu starten.
06.02.2018, 11:14
Lesedauer: 2 Min
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Wenig Hoffnung für Schlittschuhläufer in Bremen
Von Sara Sundermann
Wenig Hoffnung für Schlittschuhläufer in Bremen

Die gefluteten Wiesen der Semkenfahrt im Blockland sind noch abgesperrt.

Frank Thomas Koch

Bis zum Wochenende könnte es nachts laut Wettervorhersage Minusgrade geben. Das sonnige kalte Winterwetter ruft Schlittschuh-Fans auf den Plan. „Wir haben schon einige Anfragen und Anrufe bekommen, die Schlittschuhläufer sind zum Teil schon ganz hibbelig“, sagt Eismeister Reinhard Pridat vom Bremer Eisverein.

Der Grund: Traditionell flutet der Eisverein eine mit Gräben durchzogene Wiesenfläche im Blockland, die sogenannte Semkenfahrt. Weil dort das Wasser dann an den meisten Stellen nur etwa 20 Zentimeter tief ist, friert die Fläche schneller zu als Seen und Flüsse. An sonnigen kalten Wochenenden tummelten sich in vergangenen Wintern in Bremen manchmal Tausende auf der Eisfläche der Semkenfahrt.

Doch derzeit machen die Experten vom Eisverein den Bremern wenig Hoffnung: „Wir rechnen nicht damit, dass das Eis bis zum Wochenende trägt, und am Wochenende soll das Wetter auch schon wieder schlechter werden“, sagt Pridat. „Nur wenn es jetzt in den beiden kommenden Nächten zehn Grad oder zwölf Grad Minus geben sollte, könnte es klappen.“ Das aber gilt derzeit als unwahrscheinlich.

Die Eisfläche an der Semkenfahrt ist derzeit noch abgesperrt, die Tore am Zugang zu den Wiesen sind verschlossen, sagt auch Karl-Heinz Kleppe vom Vorstand des Eisvereins. Wasser sei bereits im November auf die Wiesen gepumpt worden, doch in diesem Winter war Eislaufen dort bislang nicht möglich. Auch wenn sich jetzt eine erste dünne Eisschicht auf der Semkenfahrt bilden sollte, stellt Kleppe klar: „Es ist nicht gut, wenn dort jetzt schon Leute hingehen und herumstochern, davon geht das Eis kaputt.“ Auch er hofft auf Eis, sagt aber klar: „Es ist noch zu früh für eine Prognose, ob es am Wochenende etwas werden könnte.“

Im 1954 gegründeten Bremer Eisverein haben sich Freunde des Eislaufens zusammengeschlossen, die sich ehrenamtlich um das Wintervergnügen im Blockland bemühen. Dass es Vereine gibt, die sich allein für Eisflächen einsetzen, hat in Bremen Tradition: Der erste Eisverein der Stadt wurde bereits im 19. Jahrhundert gegründet.

Allerdings werden die Aussichten für Schlittschuhfans nicht rosiger: Durch den Klimawandel könnten die Tage, an denen sich in Bremen Eisflächen bilden, in Zukunft weniger werden, darauf verweist Eismeister Pridat.

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