Internethandel

Wenn Produktbewertungen gefälscht sind

Laut einer Studie nutzen 95 Prozent der deutschen Senioren Online-Shopping. Experten raten, nicht auf Produktbewertungen und Herstellerangaben zu vertrauen. Einige Anzeichen können auf Fälschungen hindeuten.
15.11.2018, 16:48
Lesedauer: 2 Min
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Von Katja Knappe
Wenn Produktbewertungen gefälscht sind

Gerade in der Weihnachtszeit ist Internethandel der einfachste Weg für viele Verbraucher.

ARNO BURGI/dpa

Weihnachten steht vor der Tür und damit auch das große Weihnachtsgeschäft der Händler und Hersteller. Auf der Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken für die Liebsten schauen die Käufer sich nicht mehr nur beim Händler in der Nachbarschaft um, sondern auch im Internet. Online-Shopping gehört auch bei Älteren längst zum Alltag. Das ergab eine von der Deutschen Seniorenliga zusammen mit der Verbraucherzentrale Bremen durchgeführte Befragung. 95 Prozent der Befragten nutzen Online-Shopping. Am häufigsten werden Bücher, CDs, Filme oder Hörbücher (56 Prozent), Haushaltsgegenstände (51 Prozent) oder Elektroartikel (48 Prozent) übers Internet bestellt.

Gefälschte Bewertungen

Produktbewertungen anderer Nutzer spielen für neun Prozent der Befragten keine Rolle bei der Entscheidung für oder gegen den Kauf eines Produktes. Die Hälfte der Befragten traut den Aussagen nicht. Gut ein Drittel (36 Prozent) zieht dagegen regelmäßig Produktbewertungen anderer Käufer zurate. Annabel Oelmann vom Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen rät dabei zur Vorsicht: „Verbraucher sollten ihre Kaufentscheidung nicht allein auf Produktbewertungen stützen. Es besteht grundsätzlich immer die Gefahr, auf gefälschte Bewertungen reinzufallen“.

Vorab informieren

Abseits der Produktbewertungen informieren sich die meisten der Befragten vorab über die Produkte (93 Prozent). Die meisten trauen dabei den Aussagen des Herstellers (67 Prozent) oder des Händlers (56 Prozent). Für Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Seniorenliga, eine Überraschung. „Ich rate zur Vorsicht im Umgang mit Hersteller-und Händleraussagen. Wie beim Arzt ist hier die Zweitmeinung gefragt; die erfahrungsgestützte Einschätzung von Verbrauchern und verbraucherorientierten, unabhängigen Institutionen“, so Erhard Hackler. Immerhin 48 Prozent informieren sich vorab in Verbraucherzeitschriften, wie zum Beispiel bei der monatlich erscheinenden Ausgabe der Stiftung Warentest.

Damit auch das Online-Einkaufen in der Vorweihnachtszeit problemlos und ohne Ärger funktioniert, hat die Verbraucherzentrale Bremen einige Tipps zum sicheren Online-Shopping zusammengestellt: Es sollte möglichst nur in bekannten Shops gekauft werden. Shops, die keine Informationen zur Identität des Shop-Betreibers haben, deren Kontaktdaten unvollständig sind, oder deren Sitz im nicht-europäischen Ausland ist, sollten misstraut werden – womöglich handelt es sich um Fake-Shops.

Vorkasse unbedingt vermeiden

Preise und Rahmenbedingungen sollten auch bei anderen Anbietern verglichen werden, sowohl online als auch im stationären Handel. Erfahrungsberichte anderer Käufer können hilfreich sein. Kaufentscheidungen sollten aber nicht allein darauf gestützt sein, weil solche Erfahrungsberichte gefälscht sein können.

Keinesfalls sollte per Vorkasse gezahlt werden. Als möglichst sichere Zahlungsmittel empfiehlt die Verbraucherzentrale das Lastschriftverfahren oder den Kauf per Rechnung. Die Sicherheitseinstellung am PC, Tablet oder Smartphone sollten stets überprüft werden, um sich vor dem unberechtigten Zugriff Dritter auf eigene Daten zu schützen.

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