Beiräte sprechen am 7. Juli über Ausschreibung Wer leitet künftig das Ortsamt?

In diesem Jahr endet die zweite und letzte Amtszeit von Robert Bücking (62). Die Leitung des Ortsamtes Mitte/Östliche Vorstadt wird noch im Juli ausgeschrieben. Am morgigen Montag, 7. Juli, kommt das Thema in der gemeinsamen öffentlichen Sitzung der Beiräte Mitte und Östliche Vorstadt auf den Tisch. Und auch über die beiden geplanten Flüchtlingswohnheime wird gesprochen.
06.07.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Monika Felsing und Edwin Platt

In diesem Jahr endet die zweite und letzte Amtszeit von Robert Bücking (62). Die Leitung des Ortsamtes Mitte/Östliche Vorstadt wird noch im Juli ausgeschrieben. Am morgigen Montag, 7. Juli, kommt das Thema in der gemeinsamen öffentlichen Sitzung der Beiräte Mitte und Östliche Vorstadt auf den Tisch. Und auch über die beiden geplanten Flüchtlingswohnheime wird gesprochen.

Wer leitet ab 1. Dezember das Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt? Robert Bücking wird es nicht sein. Nach 20 Jahren endet die Amtszeit des grünen Ortsamtsleiters zum zweiten und letzten Mal. In der gemeinsamen, öffentlichen Sitzung der Beiräte Mitte und Östliche Vorstadt am Montag, 7. Juli um 19 Uhr in der Aula der Schule Lessingstraße ist die Ausschreibung der zweite Punkt auf der Tagesordnung. Der springende Punkt obendrein.

Bückings Amtszeit in der Rutenberg-schen Villa am Dobben geht offiziell am 30. November 2014 zu Ende. Noch in diesem Monat soll die Stelle ausgeschrieben werden, die Bewerbungsfrist dem Vernehmen nach drei Wochen betragen. Erst einmal wird darüber entschieden, wer in der Auswahlkommission sitzt, die die Bewerbungen im September sichtet und sie den beiden Beiräten vorlegt. In der Beiratssitzung wird es aber unter anderem um das Profil der Stelle gehen. Welche Qualifikationen müssen Bewerberinnen und Bewerber mitbringen? Das war auch in der Vergangenheit ein Streitthema, das unter anderem parteipolitisch ausgeschlachtet wurde.

Wahlgänge 1994 und 2004

Dass selbst Amtsinhaber bei einer solchen Wahl keine sicheren Kandidaten sind, hat Robert Bücking 2004 am eigenen Leib erfahren. 18 von 30 Beiratsmitgliedern der Östlichen Vorstadt und Mitte stimmten seinerzeit für den damals noch parteilos-grünen 52-Jährigen. Elf gaben der verhältnismäßig unbekannten Herausfordererin, der 34-jährigen Jenny Rösing, ihre Stimme. Ein Stimmzettel war ungültig. Die gebürtige Saarbrückerin Jenny Rösing hatte unter anderem auf Erfahrungen als Frauenbeauftragte am Fachbereich Rechtswissenschaften der Uni Bremen, als Dozentin an der Hochschule für innere Verwaltung und als freiberufliche Juristin verweisen können.

So richtig turbulent war es 1994 zugegangen, als Hucky Hecks Nachfolge zu regeln war. Nach drei Wahlgängen entschied sich die Mehrheit der Beiratsmitglieder für den Jung-68er und Bürgermeister-Spitta-Enkel Robert Bücking. Jens Eckhoff (CDU) forderte prompt die Neuausschreibung der Stelle. Der mit 14 Stimmen gewählte Kandidat sei nicht tragbar, fand er, weil er keine Verwaltungserfahrung und keine allgemeine Hochschulreife habe.

Insgesamt hatten neun Bewerbungen für die Ortsamtsleitung vorgelegen, nach den ersten Scharmützeln nur noch acht. Robert Bückings Gegenkandidaten waren 1994 Gerd Huse (CDU), der parteilose Jurist Jürgen Diers, aber auch Wiebke Rendigs, seinerzeit Personalratsvorsitzende des Amtes für Soziale Dienste. Sie war als mögliche „Konsens-Frau“ der Grünen und der SPD gehandelt worden, dann aber chancenlos geblieben. Heute ist sie Abteilungsleiterin der Tagesbetreuung bei Kita Bremen.

Ganz oben auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung am 7. Juli stehen zwei weitere geplante Unterkünfte für Asylbewerber und Flüchtlinge (wir berichteten), ein Haus in der Löningstraße, in dem 60 Menschen unterkommen können, und das ehemalige Verwaltungsgebäude des Klinikums Mitte, in dem theoretisch Platz für 120 Menschen ist. Heiko Hergert von der Sozialbehörde ist zur Beiratssitzung eingeladen. Robert Bücking hat bereits betont, dass die Pläne für das neue Hulsberg-Viertel von der Entscheidung der Behörde nicht berührt sind. Das frühere Verwaltungsgebäude werde nur vorübergehend als Unterkunft genutzt. Umgebaut werden muss es dennoch.

Zwei weitere Themen stehen am 7. Juli an. Weil das Beiratsmitglied der Piraten wegzieht und die Partei keine Nachrücker im Stadtteil vorweisen kann, wird der Beirat Östliche Vorstadt in der laufenden Wahlperiode vermutlich einen Sitz weniger haben. Auch darüber wird in der Sitzung am Montag ein Beschluss gefasst.

Letzter Tagesordnungspunkt ist der Wunsch des Frauenmuseums, in den Wallanlagen einen „Bürgermeisterin-Mevissen-Weg“ auszuweisen. Die Bremer SPD–Politikerin Annemarie Mevissen, Jahrgang 1914, war von 1951 bis 1975 Senatorin und von 1967 bis 1975 Bremer Bürgermeisterin. Welcher Weg ihren Namen tragen könnte, soll nun geklärt werden.

Gemeinsame öffentliche Sitzung der Beiräte Mitte und Östliche Vorstadt am Montag, 7. Juli, um 19 Uhr, in der Aula der Schule Lessingstraße, Eingang St.-Jürgen-Straße.

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