Werder II Werder II startet mit einem Torfestival

Bremen. Nach sieben Spielabsagen in Folge hat Werder Bremen II einen guten Start in den Spielbetrieb der 3. Liga hingelegt. Die Grün-Weißen ließen Holstein Kiel beim 6:1 (3:1)-Sieg keine Chance. Allein drei Treffer steuerte Onur Ayik bei.
04.03.2010, 00:13
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Von Stefan Freye

Bremen. Einen Moment lang musste Onur Ayik nachdenken. Es war lange her, dass er mal drei Tore erzielt hatte in einem Spiel. Dann kam er doch noch drauf: Vor dem 6:1 (3:1)-Heimsieg von Werder Bremen II gegen Holstein Kiel waren dem Stürmer drei Treffer mit der U17 gegen St. Pauli gelungen. Wie schwer es damals gewesen war, wusste Ayik nicht mehr. Schwerer als gestern dürfte es ihm kaum gefallen sein.

Der Gast machte es Werder leicht, nach sieben Absagen in Folge richtig gut in den Spielbetrieb der 3. Fußballliga zu finden. Den Bremern reichte am Mittwochabend eine engagierte und ausgesprochen effektive Leistung, ein insgesamt ordentlicher Auftritt, um die zuvor punkt- und torgleichen Kieler mal eben glatt zu besiegen. Mittendrin der dreifache Torschütze: Onur Ayik traf aus 22 Metern zur Führung, legte kurze Zeit später aus kurzer Distanz nach und beseitigte mit dem 4:1 - als er ein Missverständnis von Schyrba und Frech ausnutzte - alle Zweifel am Erfolg. Auch Addy Menga nutzte eine Art Slapstickseinlage des Gegners - diesmal von Müller und Lamprecht - bevor er aus kurzer Distanz den dritten Treffer erzielte.

'Cool, wenn man reinkommt und ein Tor macht'

Dass Kevin Artmann nach langer Verletzungspause aus einem Meter treffen durfte, auf Vorlage des an fünf Treffern beteiligten Tobias Kempe, passte ziemlich gut zum Spiel. Dass der eingewechselte U19-Kicker Lennart Thy den Schlusspunkt setzte, irgendwie auch. 'Das ist natürlich cool, wenn man reinkommt und ein Tor macht', fand der Torschütze.

Es war unterm Strich jedoch weniger die Coolness, die Werder so überlegen machte gegen Kiel. Auf dem Weg vom Feld hatte Nico Feldhahn von einem Gegenspieler erfahren, dass selbst die Kieler; gestern nicht unbedingt mit einer herausragenden Auffassungsgabe gesegnet, den entscheidenden Vorteil der Bremer ausgemacht hatten. 'Er meinte, man habe gemerkt, wie heiß wir sind', erzählte Werders Mittelfeldspieler.

Frech: 'Unterirdisch'

Damit habe sein Team für große Überraschung gesorgt auf Kieler Seite. Die zeigte noch immer Wirkung, als die Holstein-Fans längst mit viel Galgenhumor skandierten, dass einer noch reingehen würde. 'Unterirdisch', fand Holsteins Torhüter Michael Frech die Leistung seiner Mannschaft.

Das galt für eine Defensive mit vielen haarsträubenden Fehlern, allerdings auch für einen Angriff, der kaum über gefällige Ansätze hinaus kam. Insgesamt zwei, drei Mal nur tauchten die Gäste gefährlich vor dem Bremer Tor auf. Bei ihrem Treffer durch den Fernschuss von Michael Holt half auch noch Sebastian Mielitz im Bremer Tor ein wenig mit. Was Werder hingegen - regelmäßig eingeleitet durch Kieler Fehler - zu bieten hatte, war deutlich zwingender. Vor allem aber nutzten die Bremer sechs ihrer neun guten Chancen zu Treffern. 'Wir waren wahnsinnig effektiv', fand Feldhahn. Nicht mehr und nicht weniger.

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