Renommierte Künstler zeigen bei „Close to me“ eindrucksvolle Arbeiten in der Galerie im Park Werke, die berühren

Ellenerbrok-Schevemoor. Mit der Ausstellung „Close to me – Berühren“ setzt sich das von der Kultur-Ambulanz initiierte Jahresprojekt „Berühren“ auf eindrucksvolle Weise in der Galerie im Park am Klinikum Bremen-Ost fort. Sechs internationale Künstler zeigen ihre Interpretationen zu diesem emotionalen Thema.
19.09.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Matthias Holthaus

Ellenerbrok-Schevemoor. Mit der Ausstellung „Close to me – Berühren“ setzt sich das von der Kultur-Ambulanz initiierte Jahresprojekt „Berühren“ auf eindrucksvolle Weise in der Galerie im Park am Klinikum Bremen-Ost fort. Sechs internationale Künstler zeigen ihre Interpretationen zu diesem emotionalen Thema.

Mit den Künstlern Per Morten Abrahamsen aus Dänemark, Maurizio L’Altrella aus Italien, André Schmucki aus der Schweiz, Josef Zlamal & Richard Stipl aus Tschechien und Alexander Zakharov aus Russland bietet die Ausstellung mit ihren fünfzig Exponaten verschiedenste Facetten des Begriffs „Berühren“ in der Kunst. Für Kurator Uwe Goldenstein findet die Berührung in der Ausstellung auf mehreren Ebenen statt: „Haptisch, emotional, körperlich. Und Kunst, die nicht berührt, kann so besonders nicht sein.“

Besonders sind die gezeigten Werke: Der Künstler Alexander Zakharov verblüfft und fasziniert mit seinen kaum postkartengroßen, fotorealistischen Bildern, in denen scheinbar friedlich miniaturisierte, nackte Paare durch das haushohe Gras tollen und dem Betrachter erst auf den zweiten oder dritten Blick die Gefahr durch riesig anmutende Insekten sichtbar wird. „Das hat natürlich auch was Religiöses“, sagt Uwe Goldenstein, und spielt dabei auf das Adam und Eva-Thema an, „und ein anderer Aspekt ist natürlich das sich Berühren lassen von der Natur.“

Maurizio L´Altrella verweist ebenso auf biblisch-alttestamentarische Bezüge, die fantasievoll-archaischen Bilder berühren die Betrachter, lassen sie aber auch, wie teilweise die Werke selbst, im Unklaren.

„Nähe und Distanz“ nähern sich die Künstler Josef Zlamal und Richard Stipl mit ihren Skulpturen. Sei es, dass sich die Figuren tatsächlich berühren oder dass durch die Bemalung der Skulpturen durch Zlamal Berührung entsteht – immer wird ein realer Bezug zum Thema hergestellt. „Ich habe mit der Ausstellung auch versucht, Pole zu bilden“, erklärt Goldenstein, „es geht dabei auch um Nichtberühren, Nichtberühren können.“ Von Josef Zlamal gibt es auch noch Gemälde zu sehen: Mit schwarzer Tinte auf handgeschöpftem Papier, zitiert er mit seinen Werken die verstörenden Welten Hieronymus Boschs und berührt somit ebenso.Und auch die Bilder des Künstlers André Schmucki berühren andere Schaffenskreise, sie erinnern an Gerhard Richters Arbeiten, sind jedoch auch eigenständige Werke und berühren durch ihre Ambivalenz.

Per Morten Abrahamsen zeigt mit seinen intensiven Fotografien sein Verständnis vom „Berühren“ jenseits von Malerei und Skulptur. Und doch scheint es geradezu, dass er mit seiner Arbeit die Werke der anderen beteiligten Künstler spiegelt und somit berührt.

Achim Tischer, Leiter der Kultur-Ambulanz, empfindet das Medium Fotografie als tolle Ergänzung zu den übrigen ausgestellten Exponaten: „Das Ergebnis spricht für sich“, sagt er. Er sei richtig glücklich über die hochkarätigen Arbeiten, die so viele Facetten des Berührens zeigten.

Die Ausstellung „Close to me – Berühren“ stellt darüber hinaus auch den Beginn einer neuen Reihe mit dem Kunstwissenschaftler Rainer Bessling dar, die mit „Wege zur Kunst“ betitelt ist und den Zugang zur Kunst eröffnen möchte.

Er führt am Sonntag, 9. Oktober, um 15 Uhr durch die Ausstellung. Eine Kuratorenführung mit Uwe Goldenstein gibt es am Sonntag, 23. Oktober, um 16 Uhr.

Die Ausstellung „Close to me – Berühren“ ist in der Galerie im Park am Klinikum-Ost, Zürcher Straße 40, bis zum 13. November von Mittwoch bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Infos zum Thema „Berühren“ gibt es unter http://www.kulturambulanz.de.
„Das Ergebnis spricht für sich.“ Kulturambulanz-Leiter Achim Tischer
Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+