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Stadtmusikanten-Menü, Teil 2: Weißes Pluckte-Finken-Süppchen mit Knipp-Minz-Rollo und Schwarzkümmel

Catrin Frerichs 25.06.2019 0 Kommentare

(Luka Lübke)

Etwas Besseres als den Tod findest Du überall“, darüber waren sich die vier Stadtmusikanten einig, als sie die Flucht nach Bremen antraten. Ein Weg in die Stadt, die ihnen, schon alt aber voller Hoffnung, eine neue Heimat ohne Gefahren werden sollte. Angekommen sind sie nie in dieser Hansestadt, die die große, weite Welt versprach. Denn noch in der ersten Nacht gelang es ihnen mithilfe eines fein ausgeklügelten Plans, ein Haus im Umland zu besetzen, jeder trug seinen Teil dazu bei.

Das Märchen der Stadtmusikanten greift viele Themen auf, die uns heutzutage beschäftigen: politische, soziale und persönliche. Das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, Orte verlassen zu müssen, die Heimat waren, sich mit Älterwerden und mit Fremdem arrangieren, neue Wege gehen. Lebensmut haben, Pläne schmieden, sich zusammenschließen, nicht aufgeben, egal wie alt, krank oder arm man auch ist – etwas Besseres als den Tod findest Du überall.

Kulinarisch möchte ich die Bremer Stadtmusikanten so darstellen, wie sich meine Wahlheimat Bremen sich mir darstellt: voller Kontraste. Für mich ist die Schönheit unserer Stadt durch ihre Heterogenität bestimmt – die Unterschiedlichkeit der Einflüsse von außen haben sie über die Jahre zu dem gemacht, was sie ist.

Was wären wir, Bremen, ohne all die Schätze, die freiwillig und unfreiwillig Zugezogene zu uns gebracht haben? Ohne die Seefahrt, ohne die Gastarbeiter, ohne die Nöte, die uns erfinderisch machten?

Das folgende Gericht vereint Pluckte Finken, ein traditionelles Bremer Gericht der Walfängerzeit, bestehend aus Kartoffeln, Bohnen, Äpfeln und Speck (früher Wal-Tran) mit einer wohl bekannteren Bremer Kreation aus dem vergangene Jahrhundert: dem Rollo. Die Füllung: gar nicht so klassisch „arabic“ sondern mit Knipp und Minze, plietsch und verkehrt fusioniert – ganz nach Hausbesetzermanier.

Und obendrauf: Schwarzkümmel; ein uralter blaublühender Migrant aus dem mittleren Osten. Da, wo der herkommt, sagt man: „Schwarzkümmel hilft gegen alles – außer den Tod“.

Luka Lübke ist Privatköchin, Kochbuchautorin und Essgeschichtenerzählerin. Sie ist Mitglied der Slow-Food-Chef-Alliance Deutschland, ein Netzwerk aus Köchen und deren Partnern: den Erzeugern guter, sauberer und fairer Produkte. Das Slow-Food-Bündnis
Luka Lübke ist Privatköchin, Kochbuchautorin und Essgeschichtenerzählerin. Sie ist Mitglied der Slow-Food-Chef-Alliance Deutschland, ein Netzwerk aus Köchen und deren Partnern: den Erzeugern guter, sauberer und fairer Produkte. Das Slow-Food-Bündnis der Köche ist ein Netzwerk, das Köche aus der ganzen Welt verbindet. Mit zwei Kolleginnen hat sie die Konkurrenzlose-Köchinnen-Kooperative gegründet. Vor ein paar Jahren entstand in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Matthias Hoffmann ein Kochbuch zum Thema Stadtmusikanten – mit historischen Rezepten ihrer Urgroßmutter, die Köchin in Bremen war. Mehr von Luka Lübke im Blog apokaluebke.com. (Marta Urbanelis)

Rezept für vier Personen - Zubereitungszeit 40 Minuten

Zutaten Süppchen

300 g Kartoffeln, geschält und gewürfelt
1 Knoblauchzehe, in Scheiben
1 Tasse dicke weiße Bohnen, über Nacht eingeweicht
1 weiße Zwiebel, in Scheiben
1 rote Zwiebel, in feinen Streifen
80 g Butter
1 Schuss Riesling
2 kleine Äpfel, in Spalten
1 Tasse Sahne
1 Speckschwarte, geräuchert
2 Lorbeerblätter
Majoranblätter von 4 Zweigen
Schwarzkümmel

Zutaten Rollo

1 Tasse Couscous, gegart
150 g Wildschwein-Knipp
Filo oder Yufka-Teig
2 Eier
Minzblätter von 4 Zweigen

Zubereitung

Die weißen Zwiebeln und die Bohnen in Butter glasig werden lassen, mit Riesling ablöschen und mit Wasser bedecken. Nach 15 Minuten die Kartoffeln, den Knoblauch und die Speckschwarte zugeben und gar köcheln lassen. Kein Salz zugeben, da sonst die Bohnen nicht weich werden.

In der Zwischenzeit den Knipp knusprig ausbraten und mit dem Couscous, der gehackten Minze und einem Ei zu einer Masse verkneten. Die Yufka-Blätter ausbreiten und die Knippmasse darin einrollen. Die Ränder mit dem zweiten Ei (verquirlt) zur Fixierung bestreichen.

Die fertigen Rollos im Ofen bei 180 Grad Celsius zehn bis 15 Minuten ausbacken.

Die Schwarte und den Lorbeer aus der Suppe angeln, die Suppe mit der Sahne fein pürieren und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Kurz vor dem Servieren die roten Zwiebeln und Äpfel in etwas Butter anschwenken und mit Majoran und Schwarzkümmel bestreuen.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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