EWE aus Oldenburg im Bürogebäude Weser Tower an Mieter übergeben

Bremen. Ein halbes Jahr später als geplant konnte das mit 82 Metern höchste Bürogebäude der Stadt am Dienstag an den Mieter übergeben werden. Die Oldenburger EWE wird dort mit ihren Technologietöchtern rund 800 Arbeitsplätze unterbringen.
09.06.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Weser Tower an Mieter übergeben
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. Die letzten Monate bis zum Rauswurf von Hochtief haben ihn Nerven gekostet, das gibt Bernd Schmielau offen zu. Doch danach sei alles glatt gegangen, viel besser sogar als der Bauherr des Weser Tower sich das vorgestellt hatte. Gestern nun, ein halbes Jahr später als geplant, konnte das mit 82 Metern höchste Bürogebäude der Stadt an den Mieter übergeben werden. Die Oldenburger EWE wird dort mit ihren Technologietöchtern rund 800 Arbeitsplätze unterbringen.

Schmielau ist Geschäftsführer der Bremer Projektentwicklungsgesellschaft Siedentopf, hinter der die Familie Schopf (Eduscho) steht. Der gut 45 Millionen Euro teure Weser Tower ist Teil einer groß angelegten Investition am Eingang der Überseestadt. Das Kaffee-Quartier mit der früheren Rösterei wird bereits als Bürozentrum genutzt, zuletzt ist dort eine Anwaltskanzlei mit mehr als 100 Mitarbeitern eingezogen.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Eduard-Schopf-Allee wächst direkt am Wasser das Weser Quartier heran - mit Weser Tower, Haus am Fluss und einer 700 Stellplätze großen Hochgarage: alles Gebäude, die bereits vorhanden sind. Und einem Hotel nebst Varietétheater, beides in der Planung.

Der Weser Tower- entworfen hat ihn Helmut Jahn, ein Architekt mit Weltruf, der in Chicago arbeitet - war Ende vergangenen Jahres zu einem Streitfall geworden. Das Bauunternehmen Hochtief wollte sich, so stellt es Siedentopf dar, auf keinen Fertigstellungstermin festlegen lassen und sei bereits deutlich in Verzug geraten. Hochtief wiederum warf dem Bauherrn vor, die Hinweise auf baulich bedingte Verzögerungen schlicht ignoriert zu haben.

Aus Sicht der Baufirma hätte das Hochhaus noch gar nicht fertig sein können. Der Streit eskalierte und endete im Januar mit der Kündigung: Hochtief musste die Baustelle verlassen, die letzten Gewerke wurden von anderen Baufirmen erledigt.

'Wir diskutieren mit Hochtief', antwortet Schmielau vorsichtig auf die Frage, ob es bereits juristische Auseinandersetzungen mit dem Bauunternehmen gäbe. Immerhin sind Siedentopf beträchtliche Mieteinnahmen entgangen. 'Welche Haltung dieses Unternehmen einnimmt, und warum wir damit nicht einverstanden sein konnten, zeigt sich auch an anderen Projekten in der Republik', so Schmielau weiter. Gestritten wird mit Hochtief derzeit heftig über die Elbphilharmonie in Hamburg: viel teurer als geplant, und kein Ende in Sicht.

Kosten sind im Rahmen geblieben

Der Weser Tower, versichert der Bauherr, ist im geplanten Kostenrahmen geblieben. Nur dass er eben ein halbes Jahr später fertig geworden ist. Für den einzigen Mieter des Gebäudes, das auf 22 Etagen eine Bruttogeschossfläche von über 18.000 Quadratmetern bietet, hätten sich daraus große Probleme ergeben können, doch die EWE bleibt gelassen. 'Wir standen zu keinem Zeitpunkt unter Druck, mit unseren Mitarbeitern irgendwo raus zu müssen', sagt Vorstandsmitglied Heiko Harms. Teilweise seien bereits gekündigte Mietverträge verlängert worden, teilweise säßen die Firmen in Immobilien, die der EWE gehörten.

Die 800 Mitarbeiter von Brekom, BTC, EWE TEL, Nordcom und hmmh multimediahaus arbeiten schon jetzt allesamt in Bremen. Künftig sind sie unter einem Dach untergebracht. Harms: 'Wir haben eine Heimat gefunden.' Bei seinen Leuten gäbe es eine große Vorfreude, sie müssten sich allerdings noch ein wenig gedulden. 'Zunächst richten wir die Büros nach den jeweiligen Bedürfnissen ein und erst danach starten die Umzüge.' Im November soll der Weser Tower dann komplett besetzt sein.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+