Wiedereröffnung verzögert sich Westbad länger geschlossen

Bis auf vier Sportstätten sind alle Turnhallen, die in Bremen zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt wurden, wieder für den laufenden Betrieb freigegeben. Das soll auch so bleiben, wenn es einen erneuten stärkeren Zustrom von geflüchteten Menschen geben sollte.
17.08.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Westbad länger geschlossen
Von Pascal Faltermann

Bis auf vier Sportstätten sind alle Turnhallen, die in Bremen zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt wurden, wieder für den laufenden Betrieb freigegeben. Das soll auch so bleiben, wenn es einen erneuten stärkeren Zustrom von geflüchteten Menschen geben sollte.

„Turnhallen sollen die aller-allerletzte Option sein“, sagte Staatsrat Jan Fries (Grüne) am Dienstagnachmittag in der Sportdeputation. Bis Anfang 2017 habe die Behörde ein großes Polster an freien Plätzen, da für einige Unterkünfte noch Verträge laufen, so Fries als Vertreter von Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne). In der Sitzung ging es zudem um das Westbad und Schwimmunterricht für Flüchtlinge.

Flüchtlingsunterbringung in Turnhallen: In insgesamt 15 Turnhallen kann und darf wieder Sport gemacht werden. Nur die Hallen an der Alwin-Lonke-Straße, der Grazer Straße, beim Polizeipräsidium Vahr und an der Reepschlägerstraße sind noch nicht wieder freigegeben. An der Alwin-Lonke-Straße war bereits vor der Flüchtlingsunterbringung eine Gesamtsanierung geplant, die aber noch nicht terminiert war.

Halle in Horn-Lehe soll wieder freigegeben werden

An der Reepschlägerstraße muss noch eine grundsätzliche Entscheidung über die zukünftige Verwendung getroffen werden. Die Halle an der Grazer Straße in Horn-Lehe soll hingegen Ende September wieder freigegeben werden, die am Polizeipräsidium Vahr nicht vor dem 1. Oktober.

Nach Angaben der zuständigen Sozialbehörde waren die Sportstätten alle sehr unterschiedlich in Mitleidenschaft gezogen worden. In einigen seien lediglich kleinere Arbeiten gemacht worden, bei anderen wiederum musste der Boden erneuert werden. Die Halle an der Julius-Brecht-Allee musste unabhängig von der Flüchtlingsunterbringung saniert werden. Die Kosten könnten erst erfasst werden, wenn alle Arbeiten beendet sind.

Westbad musste lange geschlossen bleiben

Lange musste das Westbad an der Waller Heerstraße wegen Schäden an der Unterdeckenkonstruktion in der großen Schwimmhalle geschlossen bleiben. „Die Arbeiten dauern leider zwei Wochen länger als erwartet“, sagte Staatsrat Fries. Eigentlich hätte bereits in dieser Woche das Bad wieder mit Wasser befüllt werden sollen, die Wiedereröffnung verzögert sich aber bis zur ersten Septemberwoche.

Der Eltern-Kind-Bereich hingegen muss bis zum Abriss des Bades komplett geschlossen bleiben. Auch das Horner Bad war kurz Thema: Ein erster Entwurf der Architektin für den Außenbereich soll bereits erstellt sein und im September im Beirat vorgestellt werden.

Schwimm-Lern-Programm für Flüchtlinge

Silke Harth, Migrations- und Integrationsbeauftragte in der Sozialbehörde, berichtete in der Sitzung von der Zusammenarbeit mit der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Bremen, die ein Präventionsangebot für Flüchtlinge ins Leben gerufen hat. Unter anderem weil viele Geflüchtete nicht schwimmen können und es zu mehreren, teils tödlichen Badeunfällen kam, bietet die DLRG Schwimmkurse für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge an.

Zudem starteten die ehrenamtlichen Helfer eine Aufklärungsaktion, um in Übergangswohnheimen auf die Gefahren der Badeseen aufmerksam zu machen. Die entstandenen Kosten für Flyer oder Plakate übernahm die Behörde. Mustafa Öztürk (Grüne) regte an, diese Aktion im nächsten Jahr zu wiederholen und zu unterstützen.

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